Über

Was ist die Wahrheit und was ist eine Lüge?  Wie unterscheide ich Fakten von Fakes? Was ist noch  eine glaubhafte Nachricht, was ist schon reine Propaganda?  Ist das Unterdrücken wichtiger Fakten nicht auch schon eine Manipulation der Meinung? Wem kann man heutzutage noch glauben und wer erfindet nur seine eigenen alternativen postfaktischen Wahrheiten, um seine Ziele zu erreichen?
Es sind Fragen, die mich schon seit vielen Jahren beschäftigen.

Wie schön war es doch in meiner Jugend, als in der Tageszeitung und in der Tagesschau noch die „reine unumstößliche Wahrheit“ präsentiert wurde. Die Welt war damals (anscheinend) noch in Ordnung. Wir im Westen waren die guten freiheitsliebenden Demokraten und die im Osten waren die bösen Kommunisten.
Doch irgendwann wurde mir bewusst, dass die Welt nicht so einfach funktioniert und ich begann dieses Weltbild zu hinterfragen. Ich stellte fest, dass in unseren Medien immer wieder wichtige Fakten unterdrückt, oder Falschnachrichten verbreitet wurden um Persönlichkeiten zu diffamieren und Kriegseinsätze in anderen Ländern zu rechtfertigen. Die simple Schwarzweißmalerei, nach der es uns im freiheitlichen und demokratischen Westen angeblich immer nur darum ging, die Menschenrechte gegen böse menschenverachtende Diktatoren zu verteidigen und unsere „westlichen Werte“  über möglichst vielen Länder zu verbreiten, wurde für mich immer unglaublicher und die Penetranz, mit der wir diese Meinung täglich übergestülpt bekamen, immer unerträglicher.
Gleichzeitig wurde mir immer bewusster, dass an einigen Schalthebeln der Macht Menschen sitzen, die für ihre wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen bereit sind, im warsten Sinne des Wortes „über Leichen“ zu gehen.
Seitdem dreht sich viele meiner Gedanken darum, wie daran etwas verändert werden kann oder wie es zumindest gelingen könnte, in möglichst vielen Menschen ein Bewusstsein dafür zu wecken, dass viele Dinge nicht so sind, wie sie uns in den Medien vermittelt werden. Dabei bin ich mir allerdings auch zunehmend unsicherer, ob die Menschen das überhaupt wissen wollen, oder ob es nicht einfacher ist, einfach in dieser medialen Glaubensblase leben zu bleiben.
Ich habe in der Vergangenheit lernen müssen, wie frustrierend es sein kann, wenn man mit unerträglichen Missständen konfrontiert wird, und die Hilflosigkeit ertragen muss, nichts daran ändern zu können.
Es gibt so viele Probleme auf der Welt, die angepackt werden müssten. Die Klimaerwärmung, Versorgungsprobleme auf Grund der extrem steigenden Erdbevölkerung, multiresistente Keime, die beginnen, sich weltweit zu verbreiten, Artensterben, bevorstehende Massenarbeitslosigkeit aufgrund der Digitalisierung der Arbeitswelt und vieles mehr. Aber statt global zusammen zu arbeiten um diese Probleme zu lösen haben wir nichts Besseres zu tun, als jährlich weltweit ca. 1,5 Billionen Dollar für Rüstung und Kriege auszugeben.
Es macht mich fast wahnsinnig, wenn ich nur darüber nachdenke.