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Was ist die Wahrheit und was ist eine Lüge? Wie unterscheide ich Fakten von Fakes? Was ist eine glaubhafte Nachricht, was ist reine Propaganda? Ist das Unterdrücken wichtiger Fakten nicht auch schon eine Manipulation der Meinung? Wem kann man heutzutage noch glauben und wer erfindet nur seine eigenen alternativen postfaktischen Wahrheiten, um seine Ziele zu erreichen?

Es sind Fragen, die mich schon seit vielen Jahren beschäftigen.

Wie schön war es doch in meiner Jugend, als in der Tageszeitung und in der Tagesschau noch die „reine unumstößliche Wahrheit“ präsentiert wurde. Die Welt war damals (anscheinend) noch in Ordnung. Wir im Westen waren die guten freiheitsliebenden Demokraten und im Osten waren die bösen Kommunisten.

Doch irgendwann wurde mir bewusst, dass die Welt nicht so einfach funktioniert und ich begann dieses Weltbild zu hinterfragen. Ich stellte fest, dass in unseren Medien immer wieder wichtige Fakten unterdrückt, oder Falschnachrichten verbreitet wurden um Persönlichkeiten zu diffamieren und Kriegseinsätze in anderen Ländern zu rechtfertigen. Die simple Schwarzweißmalerei, nach der es uns im freiheitlichen und demokratischen Westen angeblich immer nur darum ging, die Menschenrechte gegen böse, Menschen verachtende Diktatoren zu verteidigen und unsere „westlichen Werte“ über möglichst vielen Länder zu verbreiten, wurde für mich immer unglaublicher und die Penetranz, mit der wir diese Meinung täglich übergestülpt bekamen, immer unerträglicher.

Gleichzeitig wurde mir immer bewusster, dass an einigen „Schalthebeln der Macht“ Menschen sitzen, die für ihre wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen bereit sind, im wahrsten Sinne des Wortes „über Leichen“ zu gehen.

Seitdem dreht sich viele meiner Gedanken darum, wie daran etwas verändert werden kann oder wie es zumindest gelingen könnte, in möglichst vielen Menschen ein Bewusstsein dafür zu wecken, dass viele Dinge nicht so sind, wie sie uns in den Medien vermittelt werden. Dabei bin ich mir allerdings auch zunehmend unsicherer, ob die Menschen das überhaupt wissen wollen, oder ob es nicht einfacher ist, weiterhin in dieser bequemen Glaubensblase zu leben.

Ich habe in der Vergangenheit lernen müssen, wie frustrierend es sein kann, wenn man mit unerträglichen Missständen konfrontiert wird, und die Hilflosigkeit ertragen muss, nichts daran ändern zu können. Für mich wurde es dadurch sowohl im privaten, als auch im beruflichen Umfeld immer schwieriger, ein „normales“ Leben zu führen und mich für alltägliche Dinge zu interessieren. Ich verstrickte mich immer tiefer in die Versuche, die Hintergründe geopolitischer Machenschaften zu durchschauen. Doch je mehr ich mich damit beschäftigte, umso mehr Verständnislosigkeit kam in mir auf. Es ist aber auch zum verzweifeln, wenn man zu erkennen glaubt, dass wir bei all dem technischen Fortschritt, den wir bereits gemacht haben, ein Paradies auf Erden erschaffen könnten. Stattdessen lassen wir uns von einigen macht- oder geldgeilen Psychopathen gegeneinander aufhetzen.

Dabei gibt es so viele Probleme auf der Welt, die angepackt werden müssten. Die Klimaerwärmung, Versorgungsprobleme auf Grund der extrem steigenden Erdbevölkerung, multiresistente Keime, die beginnen, sich weltweit zu verbreiten, Artensterben, Altersarmut, bevorstehende Massenarbeitslosigkeit aufgrund der Digitalisierung der Arbeitswelt und vieles mehr. Aber statt global zusammen zu arbeiten um diese Probleme zu lösen haben wir nichts Besseres zu tun, als jährlich weltweit über 1,5 Billionen Dollar (davon fast eine Billion alleine von Nato-Ländern) für Rüstung und Kriege auszugeben.

Es macht mich immer noch fast wahnsinnig, wenn ich nur darüber nachdenke.

Es ist aber auch zum verrückt werden

Die Welt ist so komplex und kompliziert geworden, dass man sehr schnell sowohl den Boden unter den Füßen, als auch die Nerven verlieren kann. Wie vielen Menschen ist das schon passiert? Natürlich redet niemand gerne darüber. Es ist peinlich und unangenehm. Schließlich ist es in unserer Gesellschaft sehr wichtig, dass wir immer schön kontrolliert sind und niemals die Nerven verlieren.

Doch es wundert mich nicht mehr, wenn immer mehr Menschen durchdrehen. Schließlich ist es mir auch passiert. Allerdings frage ich mich, ob es wirklich so ist, dass nur die Menschen immer häufiger psychische Probleme bekommen, oder ob nicht unser ganzes System in einer gewissen Form verrückt geworden ist.

Wer weiß heute noch was richtig und was falsch ist. Wer kann noch zwischen Fakes und Fakten unterscheiden. Was ist gut und was ist böse. Als ich begann, das zu hinterfragen geriet ich in einen Strudel, der mich lange nicht mehr losgelassen hat. Erst in der Psychiatrie hat er mich wieder „ausgespuckt“. Ich frage mich immer wieder, wie es soweit kommen konnte.

Rückblick

Es war früher sehr bequem, als die „wichtigen“ Nachrichten immer schön pünktlich und weichgespült in Form einer Tageszeitung oder der Tagesschau geliefert wurden. Damals war die Welt für mich noch in Ordnung. Aber die vielen Informationen, die mir heute durch das Internet zur Verfügung stehen haben meinen Glauben an diese Ordnung gründlich zerstört.

Mittlerweile bin ich der Meinung, dass wir in einem System leben, in dem das Streben nach Geld und Macht vor nichts mehr halt macht. Freiheit, Demokratie und Menschenrecht werden diesem Streben skrupellos geopfert oder sogar noch für geopolitische Machtkämpfe missbraucht. Die Schminke, die die hässliche Fratze dieses menschenverachtenden Systems überdeckte ist bei näherem hinsehen doch sehr schnell zerbröckelt. Wie konnte ich nur so lange übersehen, was sich darunter verborgen hat. Doch vielleicht hätte ich niemals versuchen sollen herauszufinden, was sich unter dieser Maskerade befindet. Denn als ich plötzlich unvorbereitet der Wahrheit ins Auge gesehen habe, hat mich das ziemlich aus der Bahn geworfen. Was da zum Vorschein kam, war für mich kaum zu ertragen. Es war unwahrscheinlich schwer, diese Dinge zu ignorieren und mein Leben unbeeindruckt weiter zu leben. Ich versuchte einen fast unmöglichen Spagat zwischen dem „normalen“ Leben mit Familie, Beruf und Freunden und einem Leben in einer fast schon surrealen Welt des Internets, in der ich regelmäßig mit Korruption, Ausbeutung, außer Kontrolle geratenen Geheimdiensten, Regierungsputschen, Staatsterrorismus, politischen Morden durch Lügen und False-Flag Aktionen angezettelten Kriegen und anderen Grausamkeiten konfrontiert wurde (und immer noch werde), zu schaffen.

Es gelingt mir leider immer noch nicht besonders gut. Aber es ist auch schwer zu verarbeiten, wenn ein über Jahrzehnte gewachsenes Weltbild plötzlich in sich zusammenbricht. Für mich waren die Konsequenzen ziemlich dramatisch. Ich wollte mit meinen begrenzten Mitteln unbedingt etwas verändern. Lange Zeit war ich in dem Glauben, man müsse die Menschen nur über diese unglaublichen Geschehnisse aufklären, um sie in Zukunft zu verhindern. Ich habe mich so sehr hineingesteigert, dass ich irgendwann befürchtete, in das Visier von CIA und NSA geraten zu sein. Das endete letztendlich mit einem Zwangsaufenthalt in der Psychiatrie. Da das sowohl für mich, als auch sicherlich für viele Menschen in meinem Umfeld vollkommen überraschend kam, suche ich seit dem Vorfall nach einer Erklärung, wie es dazu gekommen ist.

Dabei möchte ich aber jeden vorwarnen, der das hier lesen sollte. Erstens wird es vermutlich ein wenig chaotisch, weil es mir in letzter Zeit immer schwerer fällt, meine Gedanken auf ein Thema zu fokussieren. Dadurch kann es vermutlich vorkommen, dass sich manches wiederholt oder andere Sachen etwas unzusammenhängend herüber kommen. Doch schlimmer ist, dass ich hier viele Ereignisse aus einer Sichtweise schildere, die etwas anders ist, als man sie täglich in der Zeitung liest. Das kann möglicherweise dazu führen, dass man die Welt anschließend mit anderen Augen sieht. Es könnte auch durchaus sein, dass weder die Vergangenheit noch die Gegenwart – geschweige denn die Zukunft weiterhin so rosig aussieht, wie bisher.

Möglicherweise stellt sich aber auch heraus, dass ich einfach nur ein verrückter Spinner und Verschwörungstheoretiker bin. Vielleicht ist das auch nicht ganz unbegründet und manchmal frage ich mich auch selber, ob das nicht der Fall ist. Aber mittlerweile bin ich ziemlich überzeugt davon, dass meine Sicht der Dinge realer ist, als das, was man täglich in den Medien vorgesetzt bekommt. Außerdem ist es vermutlich die einzige Chance, die Bevölkerung über diese Machenschaften aufzuklären, wenn man nicht will, dass diese skrupellosen Machtspiele immer weiter stattfinden und möglicherweise die ganze Welt mit in den Abgrund reißen.

Kriegstreiber an der Macht

Ich glaube mittlerweile, dass es eine Gruppe mächtiger und einflussreicher Menschen gibt, die mit allen Mitteln versuchen, die Welt in ihrem Interesse zu gestalten. Diese Menschen ordnen alles ihrem Macht- und Gewinnstreben unter. Jeder, der ihnen im Weg steht wird gnadenlos und mit allen Mitteln bekämpft. Ihr Ziel ist offensichtlich eine neue unilaterale Weltordnung mit unbegrenztem Zugriff auf die Resource aller Länder. Regierungen, die diesen Zugriff nicht ermöglichen wollen, werden entweder bestochen, erpresst oder bedroht.

Wenn das nichts hilft, wird mit mit allen Mitteln versucht, sie durch willfährigere Regierungen zu ersetzen. Ein Großteil unserer Medien spielen bei diesem Spiel offensichtlich mit, indem sie es unterlassen, diese Machenschaften aufzudecken und die Schuldigen zu benennen. Darüber hinaus wird sogar versucht, durch manipulative Berichterstattung die Voraussetzungen schaffen, sämtliche Maßnahmen gegen fremde Regierungen (von Unterstützung der Opposition über Putschversuche bis hin zu militärischen Einsätzen) vor der eigenen Bevölkerung als Akt der Demokratie und der Menschenfreundlichkeit zu verkaufen. Dass dabei Millionen Menschen durch Hunger und Gewalt sterben und ganze Regionen ins Chaos gestürzt werden, ist offensichtlich egal. Ich bin mittlerweile sogar überzeugt davon, dass diese Menschen auch nicht davor zurückschrecken würden, einen Krieg mit Russland anzuzetteln, wenn sie ihre Ziele dadurch erreichen können. In Anbetracht von fast 7000 Atomwaffen sowohl auf russischer, als auch auf amerikanischer Seite ist das für mich ein absolutes Horrorszenario. ES war schon mehrmals so knapp davor, dass diese Waffen eingesetzt werden sollten, dass es für mich schon fast an ein Wunder grenzt, dass die Erde überhaupt noch in ihrer heutigen Form existiert. Dabei ist es eigentlich unfassbar, dass ein Mensch überhaupt mit dem Gedanken spielen kann, diese Waffen einzusetzen. Denn selbst wenn der Angegriffene nicht mehr zu einem Gegenschlag kommen würde, so halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass nach einem Einsatz von hunderten oder vielleicht sogar tausenden von Atomwaffen die Folgen für die Menschheit verheerend wären. Daher kann ich auch nicht verstehen, dass Deutschland (genau wie die übrigen NATO-Staaten) sich geweigert hat, das von 122 UN-Mitgliedern 2017 beschlossene Abkommen über ein Atomwaffenverbot zu unterschreiben. Niemand sollte im Besitz von Atomwaffen sein und kein Mensch sollte die Macht haben, deren Einsatz befehlen zu können. Doch obwohl eigentlich jedem bewusst sein sollte, dass es in einem zukünftigen Krieg, bei dem die Gefahr eines Atomwaffeneinsatzes besteht, keinen Sieger geben würde, sind die Kriegsvorbereitungen gegen Russland offensichtlich bereits seit einiger Zeit wieder in Gang. Kriegsgerät wird in Richtung Osten verlegt und sogar deutsche Panzer stehen nicht mehr weit weg von der russischen Grenze. Auch der Aufbau eines Raketenabwehrschildes in Osteuropa und sogar Planungen für ein Raketenabwehrsystem im Weltraum werden vorangetrieben. Natürlich fühlt sich Russland davon bedroht. Die Ausweitung der NATO in Richtung Osten, zusammen mit den verstärkten Bemühungen, die russische Verteidigung unwirksam zu machen stellt für Russland eine existenzielle Bedrohung dar. Darüber hinaus deutet vieles daraufhin, dass es westliche Politiker und Militärs gibt, die einen Krieg gegen Russland durchaus in Erwägung ziehen. Ich befürchte, dass diese ganze Hetz- und Diffamierungskampagne gegen Russland, die in unseren Mainstreammedien stattfindet, schon ein Teil der Kriegsvorbereitungen sind. Zumindest wird hier schon mal wieder vorsorglich ein Feindbild aufgebaut. Natürlich würde uns ein Krieg gegen Russland so vermittelt werden, dass der Krieg alternativlos ist, weil die angebliche Bedrohung durch russische Aggressionen nicht anders zu stoppen wäre. Doch selbst wenn es nicht zu einem Krieg kommen wird, dann kann man mit Hilfe dieses Feindbildes sehr gut die immer weiter steigenden Rüstungsausgaben begründen. Es fällt mir immer noch sehr schwer, zu verstehen, dass wir uns nach den Erfahrungen der letzten Weltkriege schon wieder gegen Russland aufhetzen lassen.

Meiner Meinung nach ist es notwendig, die Hintergründe dieser Politik aufzudecken, damit es nicht wirklich irgendwann wieder zu einem Krieg gegen Russland kommen wird. Es wäre wichtig, auch dem Teil der Bevölkerung hier im Westen, die diese Machenschaften noch nicht durchschaut haben, die Scheuklappen von den Augen zu nehmen. Denn meiner Meinung nach ist nur eine informierte Öffentlichkeit in der Lage, weitere Verbrechen, wie sie in der Vergangenheit passiert sind, zukünftig zu verhindern. Vielleicht ist jetzt die letzte Gelegenheit dazu. Gegenwärtig sind noch sämtliche notwendigen Informationen problemlos im Internet abrufbar. Doch es sind offensichtlich schon Bestrebungen im Gange, diese Möglichkeiten in Zukunft einzuschränken. Ich vermute, der Kampf gegen angebliche Fake-News ist nichts Anderes, als der Versuch unliebsame Wahrheiten zukünftig zu unterdrücken und die Überbringer dieser Nachrichten zum Schweigen zu bringen.

Ich weiß, dass sich das sehr verrückt und paranoid anhört. Vielleicht war mein Aufenthalt in der Psychiatrie ja auch nicht unbegründet. Sehr gerne würde ich mich auch täuschen und weiterhin in der heilen Welt meiner Jugend leben, als ich noch davon überzeugt war, dass unser Schicksal von Menschen bestimmt wird, die demokratische und freiheitliche Werte vertreten und denen das Wohl der Bevölkerung, von der sie gewählt wurden, wichtig ist. Doch irgendwann musste ich leider erkennen, dass die Fakten dagegen sprechen.

Insider packen aus

An was soll man noch zweifeln, wenn sogar Wesley Clark, ein ehemaliger Nato-Oberbefehlshaber bestätigt, dass von den USA schon im Jahre 2001 Kriege gegen Irak, Syrien, Libanon, Lybien, Somalia, Sudan und den Iran geplant waren. Oder wenn Tom Curley, ein ehemaliger Chef der größten Nachrichtenagentur AP berichtet, wie Druck von Seiten des Militärs und der Geheimdienste ausgeübt wird, damit sie ihre journalistischen Prinzipien vergessen. Durch Recherchen der AP weiß man, dass vom Pentagon 27000 Mitarbeiter nur dafür bezahlt werden, Propaganda zu verbreiten. Außerdem muss man sich ja nur ein paar Youtube-Videos von ehemaligen Geheimdienstmitarbeitern wie Ray McGovern ansehen, die nach ihrer aktiven Laufbahn begonnen haben, „aus dem Nähkästchen plaudern“ um diesen Verbrechen ein Ende zu bereiten. Leider werden solche Informationen unterdrückt, und die Mehrheit der Bevölkerung wird im Unwissen gehalten. Was sagt es uns, wenn Giftgasanschläge „getürkt“ oder „Brutkastenlügen“ und „Hufeisenpläne“ erfunden werden, um Kriegsgründe zu konstruieren, damit die Bevölkerung von der Notwendigkeit völkerrechtswidriger Angriffskriege überzeugt werden kann. Und was soll man davon halten, wenn solche Informationen, in unseren Medien einfach unterdrückt werden. Wie kann es sein, dass wir uns trotz all dieser Informationen und Fakten, die offen auf dem Tisch liegen schon wieder einreden lassen, wir seien die Guten, und alles Böse kommt aus dem Osten. Wie können wir uns schon wieder in einen (kalten) Krieg gegen Russland treiben lassen? Ich kann es nicht verstehen.

Naiv und gutgläubig

Bevor ich das Internet als Informationsquelle entdeckt hatte war ich relativ unpolitisch und mit mir und meinen eigenen Problemen beschäftigt. Damals dachte ich noch, dass in unseren westlichen Demokratien eigentlich alles ganz gut läuft. Mein politisches Interesse beschränkte sich darauf, regelmäßig wählen zu gehen. In meiner Gutgläubigkeit war ich davon überzeugt, es müsste nur die richtige Partei die Regierung übernehmen und alles würde gut. Lange Zeit glaubte ich sogar, die SPD oder die Grünen könnten diese Partei sein. Jedenfalls habe ich nie in Frage gestellt, dass es für eine Demokratie reicht, wenn man alle vier Jahre mal ein Kreuzchen auf einem Zettel macht.

Allerdings war ich damals auch noch von den friedlichen Absichten der Politiker überzeugt. Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, dass jemand überhaupt nur daran denkt, Kriege als Mittel zum Erreichen von strategischen oder wirtschaftlichen Interessen in Erwägung zu ziehen.

Leider musste ich irgendwann feststellen, dass das eine sehr naive Vorstellung war. Vielleicht hatten diese Parteien früher wirklich mal eine soziale und friedliche Ideologie und auch gute Absichten. Doch in den letzten Jahrzehnten hat sich sowohl in der deutschen Politik, als auch in der Weltpolitik Vieles verändert. Und ich glaube, es war für weite Teile der Bevölkerung keine positive Entwicklung.

Ich bin leider überzeugt davon, dass ein Großteil der Politiker ihre Entscheidungen nicht mehr nach bestem Wissen und Gewissen treffen, sondern nur noch die Interessen von mächtigen Großkonzernen und deren Lobbyisten oder von transatlantischen Interessengruppen vertreten. Ich befürchte auch Wahlen können nur sehr schwerlich etwas daran ändern. Möglicherweise steckt auch ein bisschen Wahrheit in dem Spruch:

Wenn Wahlen etwas verändern könnten, dann wären sie verboten“.

Zumindest in diesem Punkt stimme ich ausnahmsweise mit Horst Seehofer überein, der angeblich mal sagte:

Diejenigen, die entscheiden sind nicht gewählt – und die, die gewählt sind haben nichts zu entscheiden.“

Früher waren Kriege für mich etwas, was entweder schon lange vor meiner Geburt beendet war, oder aber nur sehr weit entfernt von unserer modernen Zivilisation passierte. Natürlich hatte ich in jungen Jahren auch schon mal was vom Vietnamkrieg aufgeschnappt. Aber der war dann doch so weit weg, dass es mich nicht sonderlich berührte, und ich auch nicht das Gefühl hatte, ich müsste mich damit näher beschäftigen. Dass in dem Vietnamkrieg Millionen von Menschen umgekommen sind war mir damals ebenso wenig bewusst, wie die unmenschliche Art und Weise, auf die dieser Krieg damals geführt wurde. Alleine der Einsatz von mehreren hunderttausend Tonnen Napalm und ca. 35 Millionen Tonnen Agent Orange zeigt die brutale Zerstörungswut, mit der dieser Krieg geführt wurde. Noch heute leiden angeblich Millionen Menschen an den Folgeschäden dieses massiven Gifteinsatzes.

Auch, dass der Kriegseintritt der USA damals mit einer Lüge begründet wurde (Tonkin-Zwischenfall) habe ich erst erfahren, als der Krieg schon wieder Geschichte war. Doch selbst wenn mir das damals jemand erzählt hätte, dann hätte ich es vermutlich nicht geglaubt. Schließlich waren die USA für mich die Guten, die uns von Hitler befreit hatten und sich überall auf der Welt für Demokratie und Menschenrechte einsetzten.

Darüber hinaus hatte ich damals ohnehin viele andere Dinge im Kopf, und genug Probleme mit mir und meiner Umwelt, mit denen ich ausreichend beschäftigt war.

Durch dieses fehlende Interesse ging auch der gesamte kalte Krieg mit all seinen Beinah-Katastrophen ziemlich unbeachtet an mir vorbei. Ich habe damals überhaupt nicht mitbekommen, mit wie viel Glück wir in dieser Zeit mehrfach nur knapp an Atomkriegen vorbeigeschrammt sind.

Ich lebte wie in einer Seifenblase. Vermutlich lag das daran, dass ich mein (ziemlich begrenztes) politisches Interesse hauptsächlich durch die Tagesschau und ab und zu einen flüchtigen Blick in die Tageszeitung befriedigte. Es war mir nicht bewusst, dass man auf diese Weise nur einen sehr einseitigen und unvollkommenen Blick auf die politischen Ereignisse erhält.

Es ist für mich heute kaum noch zu glauben, wie naiv und gutgläubig ich damals war.

Aufgrund meiner Naivität leistete ich damals sogar noch brav meinen Bundeswehrdienst ab.

Ich hatte zwar kurz überlegt, ob ich nicht alternativ Ersatzdienst leisten sollte. Aber die Verhandlungen und Gewissensprüfungen schreckten mich dann doch soweit ab, dass ich lieber die fünfzehn Monate Wehrdienst über mich ergehen ließ. Mittlerweile ist mir das sehr peinlich. Aber wie schon gesagt. Ich lebte wie in einer Seifenblase. Und die ist leider (oder vielleicht auch glücklicherweise) erst später geplatzt.

Schlüsselerlebnis Irak-Krieg 1991

Einer der Auslöser für das Platzen dieser Seifenblase war der Irak-Krieg im Jahre 1990/91.

Damals wurde mir so langsam bewusst, dass Kriege durchaus nicht nur irgendwelche Schauergeschichten aus der Vergangenheit sind, sondern doch leider immer noch aktueller, als ich wahrhaben wollte. Heute betrachte ich es im Nachhinein als großes Geschenk, dass ich die Möglichkeit hatte, meine gesamte Jugend in gefühlter Sicherheit und unbeschwert von irgendwelchen Gedanken an Kriege zu verbringen. Mittlerweile weiß ich, dass es ein Privileg war, welches leider nicht allen Kindern auf unserer Welt vergönnt ist.

Doch während des Irak-Krieges änderte sich meine naive und gutgläubige Einstellung schlagartig. Vielleicht lag es an den Möglichkeiten des Internets, die ich damals entdeckte. Ich glaube, ich bin erst mal furchtbar erschrocken, als ich feststellen musste, dass es offensichtlich immer noch viele Menschen gibt, die es für akzeptabel halten, politische Probleme mit militärischen Mitteln zu lösen. Natürlich war ich auch der Meinung, dass niemand ein fremdes Land überfallen und besetzen durfte, wie Saddam Hussein das mit Kuwait gemacht hatte.Und ich glaube, wenn ich damals meine Informationen immer noch ausschließlich aus der Tagesschau bezogen hätte, wäre mein Weltbild auch intakt geblieben. Schließlich wurde uns dort immer wieder klar gemacht, dass hier ein brutaler menschenverachtender Diktator mit einer mordenden Horde in Kuwait eingefallen ist und dort furchtbare Verbrechen beging. Angeblich schreckten diese „Barbaren“ noch nicht mal davor zurück, Babys aus ihren Brutkästen zu werfen und auf den Boden der Kliniken sterben zu lassen, um die Brutkästen stehlen zu können. Wer hätte nicht dafür gestimmt, dass diesem Treiben Einhalt geboten wird.

Doch durch das Internet waren mir einige Informationen bekannt geworden, die diese „offizielle“ Sicht der Ereignisse in einem anderen Licht erscheinen ließen.

Denn erstens wusste ich zu diesem Zeitpunkt schon, das Saddam Hussein nur wenige Jahre vorher in seinem Kampf gegen den Iran noch von westlichen Ländern mit Waffenlieferungen und sogar mit Materialien für die Produktion von Giftgas unterstützt wurde. Auch der Einsatz dieses Giftgases gegen Iraner und Kurden war bis dahin offensichtlich kein Problem. Der ehemalige FAZ-Reporter Udo Ulfkotte war damals dort und berichtete, dass mit deutschem Senfgas unter amerikanischer Aufsicht von Irakern Iraner vergast wurden. Doch solange Saddam gegen den Iran kämpfte war er vielleicht ein Schurke aber er war „unser Schurke“. Das heißt ein sogenannter „Verbündeter“ des Westens. Frei nach dem Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“. Diese Doppelmoral ist mir damals erstmals aufgefallen und sollte mir seitdem noch häufig begegnen.

Das kann natürlich nicht den Überfall auf ein fremdes Land entschuldigen. Doch es hat mir geholfen, zu verstehen, welche Interessen sich hinter solchen Ereignissen verbergen.

Der Schutz von Demokratie, Freiheit oder Menschenrechten gehört jedenfalls nicht dazu. Gerade in dieser Region geht es offensichtlich in allererster Linie um den freien Zugriff auf Öl- und Gasressourcen der Länder. Denn vermutlich agiert die Politik immer noch nach dem Motto, das Henry Kissinger (ehemaliger nationaler Sicherheitsberater und Außenminister der USA) so schön formuliert hat:

Öl ist zu wichtig, um es den Arabern zu überlassen!“

Von Kissinger stammt auch der Satz

Das Illegale erledigen wir sofort, das Verfassungswidrige dauert etwas länger.“

Was ich bei dem Krieg gegen den Irak erschreckend fand, war auch die Erkenntnis, dass der Krieg durchaus hätte verhindert werden können, wenn das gewollt gewesen wäre.

Der Irak hatte nach dem Krieg gegen den Iran große wirtschaftliche Probleme. Dass Kuwait zu diesem Zeitpunkt noch die Rückzahlung von Krediten forderte und gleichzeitig die Öl-Förderquoten überschritt verstärkte diese Schwierigkeiten noch zusätzlich. Angeblich soll Kuwait darüber hinaus auch noch irakische Ölfelder angebohrt haben, was ich aber nicht hundertprozentig verifizieren konnte.

Saddam Hussein empfand dieses Verhalten von Kuwait offensichtlich als Provokation und bestellte die US- Botschafterin April Glaspie ein. Von ihr bekam er mitgeteilt, dass Präsident Bush (sen.) ein Interesse an guten Beziehungen zum Irak habe und sich die USA aus den Grenzstreitigkeiten mit Kuwait heraushalten würden. Die USA wäre wichtig, davon ausgehen, dass der Irak schnell eine eigene Lösung für das Problem finden würde. Im Internet las man dazu anschließend sehr oft, dass Saddam dadurch in eine Falle gelockt wurde. Auch hochrangige Politiker wie der ehemalige US-Justizminister Ramsey Clark oder der ehemalige jordanische Außenminister Al-Kasem vertraten diese Meinung. Es wird vermutet, dass Hussein bei seinen ehemaligen Unterstützern aus den USA, die bereits dabei geholfen hatten, ihn an die Macht zu bringen, in Ungnade gefallen ist, weil er sich weigerte dem Bau einer Pipeline durch US-Konzerne zuzustimmen.

Da Hussein aufgrund der Aussage von Glaspie wahrscheinlich dachte, die USA dass die USA sich nicht einmischen würden, marschierte er in Kuwait ein und stieß dabei auch nur auf wenig Widerstand. Vermutlich lag das auch daran, dass viele Kuwaitis eine Wiedervereinigung mit dem Irak befürworten. Kuwait hatte früher zu irakischen Territorium gehört und wurde erst 1928 durch die damalige britische Kolonialmacht abgetrennt. Angeblich konnte schon ein geplante Wiedervereinigung 1961 nur durch den Einsatz von britischen und us-amerikanischen Militärs verhindert werden.

Nachdem Saddam merkte, dass er sich bezüglich der US-amerikanischen Reaktion getäuscht hatte, versuchte er noch seine Truppen zurück zu ziehen. Doch die Alliierten und der US-amerikanischen Führung kannten keine Gnade.

Die Grausamkeit, mit der dieser Krieg geführt wurde (z.B.wurden auf der „Straße des Todes“ Konvois aus fliehenden irakischen Soldaten und Zivilisten gestoppt, und durch stundenlange Luftangriffe vernichtet), zeigten mir die gesamte Brutalität des Krieges. Es waren furchtbare Bilder, die damals im Internet zu finden waren. Die Bombardierungen forderten ca. 150.000 bis 200.000 Opfer. Auch die Tatsache, dass nicht nur Kuwait befreit wurde, sondern auch noch der Großteil der irakischen Infrastruktur zerstört, und deren Wiederaufbau behindert wurde war für mich unverständlich. Es funktionierte nach dem Krieg weder die Strom noch die Wasserversorgung. Durch die Sanktionen gegen das Land, die noch Jahrzehnte aufrecht erhalten wurden, fehlten Medikamente und Lebensmittel. Über eine Million Iraker, davon mindestens 500.000 Kinder starben noch nach dem Krieg an den Folgen der Sanktionen.

Wie menschenverachtend die Einstellung dieser Kriegstreiber gegenüber den Menschen im Irak war, zeigte sich auch noch Jahre nach dem Krieg, als die damalige US-Außenministerin Albright zu den Sanktionen befragt wurde. Auf die Frage der Reporterin, dass sie gehört hätte, dass durch die Sanktionen eine halbe Million Kinder gestorben wären, und ob das den Preis wert sei, antwortete Albright: „Es war eine schwere Entscheidung, aber wir glauben, es war den Preis wert.“

Wenn man diese Informationen kennt, dann wundert man sich vermutlich nicht, dass sich im Jahre 2003 aus dem Widerstand gegen die US-Besatzung der IS gründete. Junge Männer, die mit größtmöglicher Brutalität gegen alles westliche vorgingen und die damals als hungernde und perspektivlose Kinder unter eben diesen Sanktionen aufwuchsen.

Auch die Art und Weise, wie der Krieg damals rechtfertigt wurde war bezeichnend. Die oben erwähnte Geschichte von den plündernden irakischen Soldaten, die Babys aus den Brutkästen geworfen haben war eine Erfindung der Werbeagentur Hill & Knowlton. Dennoch wurde sie unter anderem von Präsident Bush mehrfach verwendet, um den Krieg vor der amerikanischen Bevölkerung zu begründen. Auch von unseren Medien wurde diese Anschuldigung mehrfach ungeprüft wiedergegeben. Dabei hätte jeder diese Lüge mit geringem Aufwand aufzudecken können. Die angebliche Krankenschwester, die diese Behauptungen vor dem Kongress aufstellte war die in Washington lebende Tochter des dortigen kuwaitischen Botschafters. Ich fand es damals noch unfassbar, dass solche Geschichten dazu benutzt wurden, um die Bevölkerung von der Notwendigkeit eines Krieges zu überzeugen.

Selektive Berichterstattung in den Medien

Leider waren solche Informationen und Aussagen in unseren Medien nur sehr selten zu finden. Es wurde mir immer deutlicher bewusst, dass die Nachrichten, die wir durch unsere sogenannte Mainstreampresse erhielten sehr selektiv waren und nicht ausreichten, um sich ein objektives Bild von den Ereignissen zu machen.

Obwohl es manchmal auch Berichte oder Sendungen gibt, die das zu widerlegen scheinen. Im Falle des Irak-Krieges war es zum Beispiel die Arte-Dokumentation „Die wahre Geschichte des Golfkrieges“. Aber es sind Perlen, die man nicht allzu häufig findet.

Durch den Irak-Krieg war mein politisches Interesse geweckt worden. Vieles von dem was ich gelesen habe, war für mich so unfassbar, dass es mir schwer fiel es zu glauben. Ich vermute, dass die Recherchen, die ich anschließend anstellte, anfangs hauptsächlich dem Zweck dienten, mir Klarheit zu verschaffen. Wahrscheinlich hoffte ich sogar, irgendwelche Informationen zu finden, die mein Weltbild, (das gerade zusammenzubrechen drohte), wieder in Ordnung bringen würden.

Doch leider ging dieser Versuch nach hinten los.

Bevor ich mich intensiver mit diesen Dingen beschäftigte, dachte ich, die Besetzung und die Ausbeutung anderer Länder und Völker wären Verbrechen, die nur im Kolonialismus passiert sind, und seit der Unabhängigkeit der Kolonien der Vergangenheit angehörten. Aber ich habe schnell gemerkt, dass das Gegenteil der Fall war. Nur die Methoden der Kolonialisierung haben sich anscheinend etwas verändert.

Es ist offensichtlich immer noch so, dass Länder, die im Besitz von Bodenschätzen, oder von geostrategischen Interesse sind, sehr schnell in das Visier ausländischer Interessen geraten können. Es wird dann versucht, die Kontrolle über diese Länder zu bekommen, um den Zugriff auf deren Ressourcen zu sichern. Sehr interessant fand ich in diesem Zusammenhang das Buch „Bekenntnisse eines Economic Hit Man“ von John Perkins. Der ehemalige „Hitman“ beschreibt darin, wie die EHM in diese Länder geschickt werden um mit den Regierungschefs zu „sprechen“. Dabei war es angeblich vollkommen egal, ob es sich um demokratisch gewählte Regierungen oder um Diktaturen handelte. Wie John Perkins in dem Buch aufdeckte, liefen diese Gespräche so ab, dass die Regierungschefs die Wahl zwischen einigen Millionen Dollar für den Fall einer Kooperation und einer gewaltsamen Entmachtung erhielten.

John Perkins schrieb in seinem Buch zum Beispiel:

„Wir arrangieren ein großes Darlehen. Das meiste davon geht an US-Unternehmen. Die Armen leiden darunter, weil diese Kredite zurückgezahlt werden müssen.

Sobald einer dieser antiamerikanischen Präsidenten gewählt wird, besucht ihn einer von uns und sagt: Hey herzlichen Glückwunsch Herr Präsident. Nun da sie Präsident sind, will ich Ihnen sagen, dass ich Sie und Ihre Familie sehr sehr reich machen kann. In dieser Tasche habe ich mehrere hundert Millionen Dollar für sie, wenn Sie das Spiel nach unseren Regeln spielen. Wenn Sie sich dagegen entscheiden habe ich in dieser Tasche eine Pistole mit einer Kugel, auf der Ihr Name steht, falls Sie sich entscheiden Ihr Wahlversprechen zu halten und uns herauszuwerfen.

Auf diese Weise haben wir ein Imperium geschaffen und keiner hat es gemerkt.“

Die EHM arbeiteten nach Aussage von Perkins früher direkt für die CIA. Irgendwann wurden sie von globalen Großkonzernen angestellt. Am Ergebnis änderte es wenig. Die meisten Regierungschefs nahmen offensichtlich die angebotenen Millionen und sorgten anschließend dafür, dass ausländische Großkonzerne Zugriff auf die Bodenschätze ihres Landes oder Aufträge für Großprojekte bekamen. Die Finanzierung der Großprojekte wurden dann vom IWF oder der Weltbank finanziert und bewirkten, dass die Länder in eine Schuldenfalle gerieten. Sie wurden anschließend gezwungen, neoliberalen Reformen zuzustimmen, und ihre Märkte und Ressourcen für ausländische Investoren zu öffnen. Wenn Regierungschefs weder durch Bestechung noch durch Erpressung dazu gebracht werden konnten zu kooperieren, wurde versucht, sie wieder von der Macht zu entfernen. Das geschah entweder durch die Unterstützung oppositioneller Gruppen bei einem Putsch oder auch durch Mordanschläge.

Bei meinen Recherchen bin ich auf viele solcher politischen Verbrechen in der Vergangenheit gestoßen. Ich habe dabei festgestellt, dass den Verantwortlichen schon seit vielen Jahren jedes Mittel recht war um ihre Ziele zu verwirklichen. Es ist gut dokumentiert, dass bereits mehrere gewählte Regierungschefs mit Hilfe von Geheimdiensten oder auch mit militärischen Mitteln beseitigt wurden, weil sie eine Politik durchsetzen wollten, die den wirtschaftlichen oder geostrategischen Interessen westlicher Regierungen bzw. Großkonzernen widersprachen.

Es gibt viele Beispiele für solche Putsche, die durch westliche Geheimdienste unterstützt wurden. Und es traf nicht immer nur Diktatoren, sondern häufig auch demokratisch gewählte Staatschefs. Offensichtlich gerieten besonders die Regierungschefs ins Visier, die versuchten, die Resourcen ihrer Länder zu nutzen, um die Lebensbedingungen ihrer eigenen Bevölkerung zu verbessern. Insbesondere sozialistisch oder kommunistisch orientierte Regierungen wurden damit sehr schnell zum Ziel eines Umsturzversuchs.

So wurde zum Beispiel bereits 1953 Irans gewählter Regierungschef Mossadegh im Rahmen der „Operation Ajax“ mit Hilfe britischer und US-Geheimdiensten gestürzt, nachdem er das iranische Erdöl verstaatlichen wollte . Mossasegh war ein überzeugter Demokrat und ein sehr beliebter Politiker im Iran. Sein gewaltsamer Sturz durch die USA und Großbritannien sowie die Installation des Schah-Regimes ist bis heute ein traumatisches Ereignis, das die Iraner noch nicht vergessen haben. Letztendlich war vermutlich die islamische Revolution unter Chomeini nur möglich durch den Putsch gegen Mossadegh.

Auch Chiles gewählter Präsident Allende, der versuchte, auf demokratischen Weg eine sozialistische Gesellschaft in Chile zu etablieren, wurde 1973 mit Hilfe der CIA gestürzt (Project Fubelt) und durch den Diktator Pinochet ersetzt. Allende verübte im Laufe des Putsches Selbstmord. Welche Gräueltaten der von den USA unterstützte Pinochet beging ist gut dokumentiert. Dieser Umsturz in Chile ist für mich einer der besten Belege dafür, dass es bei diesen Interventionen in aller Regel nicht um die Verbreitung von Demokratie und Menschenrechte ging, sondern einfach nur um knallharte wirtschaftliche und geopolitische Interessen. Weitere Beispiele solcher „Regime-Change-Operationen“ sind der Putsch gegen den kongolesischen Ministerpräsident Lumumba, der die reichen kongolesischen Bergbaugesellschaften verstaatlichen wollte, und den guatemaltekische Präsident Jacobo Arbenz. Arbenz wurde mit Hilfe der CIA gestürzt und sein Land von US-Kampfflugzeugen bombardiert, nachdem er Teile der United Fruite Company verstaatlichte und das Land an Kleinbauern verteilen wollte. Die angebotene Abfindung in Höhe von 3$ pro Acre (ein Betrag, den die United Fruit in ihrer Steuererklärung angegeben hatte) war der Firma offensichtlich zu niedrig und sie nutzten ihre guten Kontakte in die USA, um den Sturz von Arbenz zu erreichen. Nach dessen Sturz wurde Guatemala mehrere Jahrzehnte von verschiedenen gewalttätigen und meistens von den USA unterstützten Militärdiktaturen regiert.

Es wurde mir klar, dass es schon lange üblich war, die Macht der Geheimdienste und des Militärs zu nutzen um politische und wirtschaftliche Interessen zu schützen bzw. durchzusetzen.

Dabei schreckten die Verantwortlichen offensichtlich auch vor Morden, Terroranschlägen oder militärischen Interventionen nicht zurück, um ihre Ziele zu erreichen.

Ein bekanntes Beispiel ist die Versenkung des Greenpeace-Schiffes „Rainbow Warrior“ durch den französischen Geheimdienst DGSE im Jahr 1985. Mehrere Agenten des französischen Geheimdienstes brachten zwei Bomben mit Zeitzündern am Rumpf des Schiffes an. Bei den Explosionen ist auch ein Aktivist von Greenpeace ums Leben gekommen. Deshalb war dieses Attentat meiner Meinung nach eindeutig ein Terroranschlag. Der Anschlag wurde vermutlich ausgeführt, weil der damalige französische Präsident Mitterand sich ärgerte, dass Greenpeace die französischen Atomwaffentests behinderte. Zugegeben hat Mitterand das natürlich nie.

Ich hatte während der Recherchen manchmal das Gefühl, ich wäre in einem schlechten Film gelandet. Doch es war bittere Realität. Mittlerweile gibt es genügend veröffentlichte Dokumente, die diese Pläne bestätigen.

Wie aus Aufzeichnungen des ehemaligen „Economic Hit Man“ John Perkins ebenfalls hervorgeht, wurden der ecuadorianische Präsident Jaime Roldós und der panamaische Präsident Omar Torrijos, die kurz nacheinander durch Flugzeugabstürze starben, durch Auftragskiller der CIA ermordet. Das Buch von John Perkins (Bekenntnisse eines Economic Hitman) deckt viele dieser Machenschaften auf. Leider bekam es nie die Beachtung, die es eigentlich verdient hätte. Vielleicht wären dann schon früher viel mehr Menschen die Augen geöffnet worden und es hätte viel Unglück verhindert werden können.

Auch Fidel Castro, der nach der erfolgreichen Revolution gegen den kubanischen Diktator Batista ein kommunistisches Einparteiensystem in Kuba installierte, geriet dadurch sehr schnell auf die „Abschussliste“ der USA. Obwohl unter seiner Herrschaft keine Demokratie in Kuba möglich war, wurde er von vielen Kubanern verehrt. Trotz wirtschaftlicher Probleme gab und gibt es in Kuba ein vorbildliches kostenloses Bildungs- und Gesundheitssystem, welches zu den Besten in Lateinamerika zählt. Vermutlich machte Castro sich auch unbeliebt, weil er ein bekennender Antiimperialist war und auch nationale Befreiungsbewegungen in anderen Ländern unterstützte, wenn diese für ihre Unabhängigkeit von den Kolonialmächten kämpften. Möglicherweise war auch ein funktionierendes kommunistisches System direkt vor ihrer Haustür ein Dorn im Auge der US-Regierungen.

Jedenfalls versuchte die CIA mehrfach, Castro zu ermorden. Die Bemühungen, Castro zu beseitigen nahmen immer dramatischer Ausmaße an (Operation Mongoose). Im April 1961 gab es dann sogar eine von den USA unterstützte Invasion in der Schweinebucht, um Castro zu stürzen. Diese wurde jedoch von den kubanische Streitkräften zurückgeschlagen. Am krassesten fand ich, dass 1962 in den USA geplant wurde, in einer False-Flag Aktion, ein eigenes Verkehrsflugzeug abzuschießen und Castro für diesen Abschuss verantwortlich zu machen (Operation Northwood). Damit sollte ein weiteres militärisches Eingreifen in Kuba begründet werden.

Diese „Operation Northwood“ wurde allerdings im letzten Moment vom damaligen US-Präsidenten Kennedy gestoppt. Kennedy hat damals offensichtlich den negativen und kriegstreiberischen Einfluss der Geheimdienste bzw. des sogenannten „tiefen Staates“ erkannt.

Er versuchte die Geheimdienste zu zerschlagen und sprach von einem geheimen System, das mit gewaltigen menschlichen und materiellen Ressourcen eine komplexe und effiziente Maschinerie aufgebaut hat, die militärische, diplomatische, geheimdienstliche, wirtschaftliche, wissenschaftliche und politische Operationen verbindet. Diesem System, das man heutzutage oftmals auch als „Tiefen Staat“ bezeichnet, hatte er den Kampf angesagt.

Kennedy-Rede am 27. April 1961

“Meine Damen und Herren, Geheimhaltung ist abstoßend in einer freien und offenen Gesellschaft. Als Volk haben wir eine natürliche und historische Abneigung gegen Geheimgesellschaften und Geheimbünde. Die Nachteile einer übermäßigen Geheimhaltung übersteigen die Gefahren, mit denen diese Geheimhaltung gerechtfertigt wird. Es macht keinen Sinn, einer unfreien Gesellschaft zu begegnen, indem man ihre Beschränkungen imitiert. Das Überleben unserer Nation hat keinen Wert, wenn unsere freiheitlichen Traditionen nicht ebenfalls fortbestehen. Es gibt eine sehr ernste Gefahr, dass der Vorwand der Sicherheit missbraucht wird, um Zensur und Geheimhaltung auszudehnen.

Wir haben es mit einer monolithischen und ruchlosen weltweiten Verschwörung zu tun, die ihren Einfluß mit verdeckten Mitteln ausbreitet: mit Infiltration statt Invasion, mit Umsturz statt Wahlen, mit Einschüchterung statt Selbstbestimmung, mit Guerillakämpfern bei Nacht, statt Armeen am Tag. Es ist ein System, das mit gewaltigen menschlichen und materiellen Ressourcen eine komplexe und effiziente Maschinerie aufgebaut hat, die militärische, diplomatische, geheimdienstliche, wirtschaftliche, wissenschaftliche und politische Operationen verbindet. Ihre Pläne werden nicht veröffentlicht, sondern verborgen, ihre Fehlschläge werden begraben, nicht publiziert, Andersdenkende werden nicht belobigt, sondern zum Schweigen gebracht, keine Ausgabe wird in Frage gestellt, kein Gerücht wird gedruckt, kein Geheimnis enthüllt.

http://www.youtube.com/watch?v=GR5m1-5ksj0

Kennedy hat sich dadurch offensichtlich bei den Geheimdiensten extrem unbeliebt gemacht. Angeblich plante Kennedy, die CIA „in 1000 Stücke“ zu zerschlagen. Er hatte auch bereits den damaligen sehr mächtigen CIA-Chef Allen Dulles entlassen, der aber anscheinend trotzdem weiter im Hintergrund seine Fäden zog. Allen Dulles war nach der Ermordung Kennedys sogar ein Mitglied der sogenannten Warren-Kommission, die den Mord an Kennedy aufklären sollte. In meinen Augen hat man damit sprichwörtlich den „Bock zum Gärtner“ gemacht.

Wie an seiner Ermordung Kennedys zu erkennen war, ist es in den USA schon damals nicht einfach gewesen, sich gegen das System zu stellen. Sein Mord und die damit verbundenen Widersprüchlichkeiten begründeten damals auch den Begriff des Verschwörungstheoretikers. Damit wurden alle Menschen gebrandmarkt, die nicht an den Einzeltäter Oswald glaubten. Und es waren eine Menge an Merkwürdigkeiten (Magische Kugeln, die sieben verschiedene Verletzungen verursachten, der Zapruder Film, der zeigt, dass die tödliche Kugel von vorne gekommen sein muss, eine Kugel, die angeblich bei dem Anschlag Kennedy getroffen hatte und vollkommen unbeschädigt auf seiner Bahre gefunden wurde, Augenzeugen, die Oswald zur Zeit des Anschlags vor dem Gebäude gesehen haben wollen etc.). Ich glaube, die offizielle Version, mit dem angeblichen Einzeltäter Oswald ist die unwahrscheinlichste aller Theorien.

Spätestens seit den Aussagen von Howard Hunt, einem ehemaligen CIA-Mitarbeiter, der auch schon in die Watergate-Affäre verwickelt war und an seinem Todesbett die Beteiligung an dem Mordkomplott zugab sollte die Geschichte von Kennedys Tod eigentlich neu geschrieben werden. Aber leider sind bis heute noch nicht einmal alle Unterlagen für die Öffentlichkeit freigegeben. Vielleicht würden ja damit die Diskussionen ein für allemal beendet.

Doch das geheime System, dass von Kennedy angesprochen wurde, existiert meiner Meinung nach auch heute noch und ist anscheinend stärker denn je.

Denn mittlerweile sind, wie ich glaube, auch noch ein Großteil der Medien in dieses System eingebunden.

Nur so ist zu erklären, dass immer noch so viele Menschen an die „Rechtsstaatlichkeit“ unserer westlichen Demokratien glauben und der Meinung sind, die politischen Verbrechen begehen immer nur die anderen.

Obwohl sich mittlerweile bestätigt haben sollte, dass die Menschen, die nicht an die offizielle staatliche Version glauben, alles andere als verrückte Spinner sind, wird der Begriff „Verschwörungstheoretiker“ bis heute noch für alle Personen genutzt, die sich nicht mit den oftmals lückenhaften und widersprüchlichen offiziellen Versionen von Ereignissen abfinden wollen.

Paul Valery (ein französischer Philosoph) soll mal gesagt haben :“Wer den Gedanken nicht angreifen kann, greift den Denkenden an“. Mittlerweile sollte jeder wissen, dass staatliche Stellen, insbesondere Geheimdienste, häufig Methoden verwenden um ihre Ziele zu erreichen, die von keinen Gesetzen gedeckt sind und die deshalb auch unbedingt geheim gehalten werden sollen.

Die Liste von sogenannten Black Ops (illegale Operationen) oder False-Flag-Aktionen (Attentate oder Verbrechen, die selbst verübt wurden, für die aber der politische Gegner verantwortlich gemacht wird) ist lang. Insbesondere US-Geheimdienste sind in diesen Listen häufiger zu finden. Aber auch andere Geheimdienste arbeiteten natürlich mit solchen Methoden. Und ich bin überzeugt, dass sie es auch heute noch tun.

Aus deutscher Sicht ist diesbezüglich der Überfall auf den Sender Gleiwitz sicher jedem ein Begriff. Der Überfall der SS-Männer auf den Sendern wurde als Aktion polnischer Kämpfer getarnt und propagandistisch ausgeschlachtet, um den Angriff auf Polen zu rechtfertigen. Hitler hatte damals im Vorfeld gesagt: „Die Auslösung des Konfliktes wird durch eine geeignete Propaganda erfolgen. Die Glaubwürdigkeit ist dabei gleichgültig, im Sieg liegt das Recht.“

Aber nicht nur Hitler hat zu solchen Mitteln gegriffen. Mittlerweile sind viele Beispiele dokumentiert, bei denen eine solche Aktion durchgeführt wurde, um den politischen Gegner dafür die Schuld zu geben.

Bekannte Beispiele sind das Programm „COINTELPRO“, bei dem das FBI unter anderem von Provokateuren Gewalttaten verüben ließ und diese dann auf politische Aktivisten schob.

Auch das „Celler Loch“ war eine typische False-Flag Aktion, bei der niedersächsische Verfassungsschutz ein Loch in die Außenmauer des Celler Gefängnisses sprengen ließ und diese Aktion der RAF anlastete. Auch beim Mord an Alfred Herrhausen, für den ebenfalls die RAF verantwortlich gemacht wurde, gibt es Zweifel an der offiziellen Version. Angeblich widersprach sowohl der große technische Aufwand als auch die eingesetzte Bombe militärischer Bauart der Vorgehensweise der RAF. Was mich etwas misstrauisch gemacht hat, war die Tatsache, dass Herrhausen sich damals für einen Schuldenerlass für die Länder der Dritten Welt eingesetzt hatte. Damit gehörte er eigentlich nicht mehr zur Zielgruppe der RAF. Wenn man bedenkt, dass dieser Schuldenerlass vermutlich viele Finanzinstitute in große Bedrängnis gebracht hätte, kann man sich schon fragen, wem der Tod von Herrhausen genutzt hat.  Doch das sind nur Vermutungen. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere bestätigte False-Flag Aktionen.

Natürlich liegt es in der Natur der Sache, dass vermutlich noch weiter „False-Flag-verdächtige“ Operationen durchgeführt wurden, die aber bis heute nicht bestätigt sind.

Dazu gehören zum Beispiel die Anthrax-Briefe, die im Jahre 2001 in den USA verschickt wurden und die der irakischen Regierung angelastet werden sollten.

Was mittlerweile dagegen schon häufiger bestätigt wurde ist der Einsatz von Provokateuren, die während Demonstrationen Gewalttaten ausüben, um der Polizei einen Grund zu geben, gegen diese Demonstrationen gewaltsam vorzugehen. In diesem Zusammenhang fand ich auch die Entdeckung der Nato-Geheimarmeen in Europa (Gladio) und deren Verwicklung in Bombenattentate, die anschließend den politischen Gegnern (in der Regel kommunistischen Gruppierungen) angelastet wurden, sehr aufschlussreich.

Aber manchmal machen sich Regierungen oder Geheimdienste anscheinend gar nicht die Mühe, solche Aktionen zu inszenieren sondern behaupten einfach nur, dass es sie gegeben hätte.

So ist mittlerweile ziemlich sicher, dass der „Tonkin-Zwischenfall“, der als Begründung für den Angriff auf Vietnam benutzt wurde, überhaupt nicht stattgefunden hat.

Mir war nach diesen Entdeckungen bewusst geworden, dass ich die offiziellen Darstellungen von solchen Ereignissen nicht mehr unhinterfragt glauben konnte. Und insbesondere dann, wenn nahezu alle Medien sich mit dem gleichen Thema beschäftigten und ich den Eindruck bekam, dass mir hier ganz gezielt ein bestimmtes Denken vorgegeben werden sollte, wurde ich besonders misstrauisch.

Nachdem ich diese Informationen kannte wollte ich nichts mehr mit Militär oder Bundeswehr zu tun haben. Bis dahin wurde ich sogar noch regelmäßig zu Reserveübungen eingezogen, die ich mehr oder weniger klaglos über mich ergehen ließ.

Als ich dann irgendwann erkannte, dass es offensichtlich weiterhin üblich war, Kriege zu führen um wirtschaftliche Interessen oder geostrategische Ziele zu erreichen, verweigerte ich schnellstmöglich noch nachträglich den Militärdienst.

Ziemlich naiv schrieb ich damals in meinem ersten Antrag auf Kriegsdienstverweigerung:

(..)

Daher bin ich auch zu der Überzeugung gelangt, daß die Politik der Abschreckung, die von der Bundeswehr und ihren Verbündeten betrieben wird, der falsche Weg ist, um einen dauerhaften Frieden zu sichern. Statt anderen Staaten Angst vor einem kriegsbereiten Deutschland zu machen, sollte man sämtliche Rüstungsproduktion sofort stoppen und die freiwerdenden Gelder in eine gezielte Wirtschafts- und Entwicklungshilfe investieren.

Es ist pervers, immer noch Milliarden in die Herstellung von Massenvernichtungsmitteln zu investieren, während jährlich Millionen Menschen auf der Welt verhungern.

Statt zu überlegen, wie sie unser Grundgesetz ändern können um einen Einsatz der Bundeswehr in anderen Ländern zu ermöglichen, sollten sich unsere Politiker lieber um die Probleme in der 3. Welt kümmern. Aber vielleicht wollen sie ja den zu erwartenden Ansturm verhungernder Menschen auf unsere Überflußgesellschaft auch mit Waffengewalt stoppen.“

(..)

Nachdem der Antrag abgelehnt wurde beschäftigte ich mich noch etwas gründlicher und schrieb noch einen zweiten Brief.

(..)

Solange es eine Armee gibt, wird es auch Kriege geben. Denn bisher ist es noch keinem Machthaber schwer gefallen, seine Soldaten davon zu überzeugen, daß sie für die „richtige“ Seite kämpfen und ihr Handeln moralisch gerechtfertigt ist.

Akzeptabel halte ich allerdings die Ersetzung der nationalen Armeen durch eine Art Weltpolizei ähnlich den UN-Friedenstruppen mit genau festgelegten Kompetenzen, die sich ausschließlich auf den Schutz von Territorien gegen gewalttätige Übergriffe beschränken.

Entgegen meiner bisherigen Auffassung bin ich zu der Einsicht gelangt, daß es Fälle gibt, in denen eine bewaffnete Verteidigung durchaus gerechtfertigt sein kann. Ich halte es z. B. nicht für vertretbar, Menschen wehrlos einer raubenden, plündernden und mordenden Söldnertrupe zu überlassen. In solch einem Fall wäre wohl das Vertrauen auf das Gute im Menschen zu blauäugig.

Massive Vergeltungsschläge gegen den Staat, von dem die Aggressionen ausgehen dürfen allerdings nicht unter diese Kompetenzen fallen. Die Bestrafung der Verantwortlichen darf nicht zu Lasten der Zivilbevölkerung in dem Staat gehen.“

Dennoch halte ich meine Entscheidung, den Kriegsdienst zu verweigern noch immer für richtig. Solange dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen sowie der Durchführung von Vergeltungsschlägen oder u. U. Sogar Erstschlägen (Counter-Force-Strategie) keine klare Absage erteilt wird, und auch die Möglichkeiten dazu nicht beseitigt sind, bin ich nicht in der Lage mit ruhigem Gewissen meinen Dienst zu tun.

Beunruhigend empfinde ich insbesondere auch, daß der USA eine solch entscheidende Bedeutung zukommt. Deren Bereitschaft, zur Durchsetzung ihrer Politik über Leichen zu gehen, ist nicht erst seit dem Golf-Krieg bekannt.

Doch spätestens, seit ich Ausschnitte aus dem, von amerikanischen Militärexperten entworfenen Leitfaden für die Kriegsführung der Zukunft (Air-Land-Battle 2000) gelesen habe, bin ich davon überzeugt, daß sie zu allem bereit sind.

In dem Leitfaden wird die Problematik künftiger Kriege dermaßen nüchtern und sachlich abgehandelt, daß ich glaube, die Verantwortlichen sind sich der Konsequenzen ihrer Planungen nicht mehr bewußt.

Da wird zum Beispiel über die menschlichen Aspekte auf dem zukünftigen Schlachtfeld geschrieben, es wäre fraglich, ob die Soldaten dem Streß, der in diesem hochtechnisierten feindlichen Umfeld entsteht, gewachsen sein werden.

Gleichzeitig wird in Erwägung gezogen, die Soldaten durch „human engineering“ gegen diesen Streß zu immunisieren. Auch die Gewöhnung der Jugend an die Welt der Videospiele müßte bei der Entwicklung zukünftiger Waffensysteme berücksichtigt werden.(Die Umsetzung dieses Gedankens wurde bereits bei dem Golf-Krieg eindrucksvoll demonstriert).

Alles in allem ist es schon sehr beeindruckend, auf welch „geniale“ Ideen solche Experten kommen, um die in der menschlichen Natur verankerten Hemmschwellen zu überlisten.

Ich habe den Eindruck gewonnen, daß die Idealvorstellung dieser „Experten“ darin bestünde, die Soldaten durch Roboter zu ersetzen. Jegliche menschliche Unzuverlässigkeit würde damit von vorneherein ausgeschlossen. Endlich wäre es mögliche, den „perfekten“ Krieg zu führen.

Wenn die Gegenseite (wer auch immer das sein soll) über die gleichen Möglichkeiten verfügt, dann sind die Menschen auf beiden Seiten in der „glücklichen“ Lage, eine rein passive Rolle spielen zu müssen. Sie werden dann nur noch benötigt, um durch eine abschließende Bestandsaufnahme der Überlebenden die Leistungsfähigkeit der Kriegssysteme zu vergleichen.

Aber ich will den Gedanken nicht fortführen. Mit dem letzten Rest Optimismus, den ich mir bewahrt habe, hoffe ich, daß es nicht soweit kommt.

Das in diesem Fall jährlich 50 000 000 000 DM allein in Deutschland umsonst ausgegeben werden ist auf jeden Fall das kleinere Übel. Obwohl das Wissen, welche Notwendigkeiten bestehen, diese Jahr für Jahr verschwendeten Gelder sinnvoll zu investieren, sehr bedrückend ist.

Projekte, die das Elend in der 3. Welt oder die fortschreitende Umweltzerstörung bekämpfen, müssen mit Bruchteilen der Gelder auskommen, die für Rüstungsprogramme zur Verfügung gestellt werden.

Es drängt sich mir die Frage auf, warum es den Regierungen auf dieser Erde offensichtlich wichtiger ist, Möglichkeiten zur Vernichtung von Menschen zu schaffen, als die Lebensbedingungen ihrer Mitmenschen und deren Nachkommen zu verbessern bzw. zu gewährleisten.

Liegt es daran, daß nur solche Menschen an die Macht kommen, für die das Streben nach dieser Macht das Wichtigste in ihrem Leben ist? Sind das alles Menschen, für die die Begriffe Konkurrenzkampf, Machtstreben und Mißtrauen bedeutsamer sind als Partnerschaft, Hilfsbereitschaft und Vertrauen?

Ich kann mir gut vorstellen, daß Menschen, die nach dem Motto „Miteinander statt Gegeneinander“ leben, in dem harten Geschäft, daß Politik heutzutage zweifellos ist, von vorneherein die schlechteren Chancen haben.

Oder sind die wirklich Mächtigen in unserem Land doch die Chefs der großen Konzerne und die Gründe für die Hochrüstung überwiegend wirtschaftlicher Natur?

Vielleicht wird es erst zu einem richtigen Frieden kommen, wenn sich dessen Schaffung finanziell lohnt. Leider lassen sich aber zur Zeit mit dem Tod bessere Geschäfte machen, als mit dem Leben.

Wenn ich mit meinen Überlegungen vom Kern meiner Stellungnahme abweiche, so liegt das daran, daß ich verzweifelt überlege, wie es möglich sein soll, eine Gewissensentscheidung zu beweisen. Dabei kann ich noch nicht einmal abstreiten, daß auch rationale Gründe bei meiner Entscheidung eine Rolle gespielt haben. Es fällt mir allerdings sehr schwer, eine klare Grenze zwischen Vernunft und Gewissen zu ziehen.

Vielleicht trifft es am ehesten zu, wenn ich sage, daß die rationalen Gründe das Fundament für meine Gewissensentscheidung bilden. Erst die „emotionslose“Aufarbeitung (soweit das möglich war) der Problematik hat es mir ermöglicht, meine innere Ablehnung gegen jegliche kriegerische Auseinandersetzung zu verstehen.

Selbst hartnäckige Militaristen, die von der bisherigen friedenssichernden Bedeutung des „Gleichgewichts des Schreckens“ überzeugt waren, müßten erkennen, welche friedensbedrohende Risiken in dem gegenwärtigen Übergewicht des westlichen Militärapparates stecken.

Es wäre wünschenswert, daß der Umdenkungsprozeß nicht erst in Gang kommt, wenn sich wieder ein militärisch gleichwertiger Gegenpol gebildet hat.

(..)

Nach diesem „Einspruch“  wurde ich als Kriegsdienstverweigerer anerkannt und die Gefahr nochmal zu Reserveübungen oder möglicherweise auch für einen Ernstfall eingezogen zu werden hatte sich damit erst einmal erledigt. Mir ist damals ein großer Stein vom Herzen gefallen.

Ein weiteres einschneidendes Erlebns war für mich der Kosovo-Krieg, an dem sich auch Deutschland beteiligte.

Zu Beginn des Kosovo-Krieges 1999 war ich zwar lange nicht mehr so naiv, wie es noch zu Beginn des Krieges gegen den Irak war. Doch obwohl der Krieg gegen den Irak sehr viel mehr Tote gefordert hatte empfand ich den Krieg gegen Jugoslawien als noch viel unfassbarer.

Damals ging ich erstmals auch auf die Straße und beteiligte mich an Demonstrationen, da ich einfach nicht untätig zusehen konnte, wie wir uns in diesen Krieg hineinziehen ließen.

Ich wollte nicht akzeptieren, dass sich Deutschland daran beteiligte, ein Land zu bombardieren, von dem es nicht angegriffen wurde. Noch dazu ein Land, das schon im zweiten Weltkrieg unter deutschen Aggressionen und Bombardierungen zu leiden hatte. Und die Gründe, die dieses Mal dafür benannt wurden, um den Krieg zu rechtfertigen waren dermaßen unglaubwürdig, dass ich anfangs überhaupt nicht verstehen konnte, wie auch nur ein Mensch, der sich ernsthaft damit beschäftigte, auf diese Kriegstreiberei hereinfallen konnte.

Dennoch wurde ein Großteil der Bevölkerung von der angeblichen Notwendigkeit dieses Krieges überzeugt, indem alle Mittel der Stimmungsmache und Meinungsmanipulation eingesetzt wurden um die Lage im Kosovo zu dramatisieren und den serbischen Präsidenten Milosevic zu diffamieren und zu dämonisieren. Die Folge war ein monatelanges Bombardement von Serbien, hunderte von zerstörten Schulen und Krankenhäusern und Kulturdenkmäler. Durch den Einsatz von Uranmunition ist zu befürchten, dass es noch lange Zeit zu gesundheitlichen Folgeschäden in der Bevölkerung kommen wird.

Damals ist auch mein Vertrauen in die deutsche Politik und auch in die Medien endgültig gestorben.

Ausgerechnet Mitglieder unserer damaligen rot-grünen Regierung, die ich bisher immer als friedliebend eingeschätzt hatte, allen voran der SPD-Politiker und Verteidigungsminister Rudolf Scharping und der Außenminister Joschka Fischer machten Kriegspropaganda in unfassbaren Ausmaßen.

Aber auch die deutschen Massenmedien spielten damals schon sehr willig mit und verfälschten dabei unter anderem Reden von Milosevic (z. B. Amselfeldrede) um ihn offensichtlich zu dämonisieren und damit eine Begründung für den Krieg zu erfinden. Den kompletten Wortlaut seiner Rede gab es schon damals im Internet und ich konnte beim besten Willen keine Stelle darin finden, die ich als Grund gesehen hätte, Serbien bombardieren zu müssen. Lt. Scharping sprach Milosevic in der Rede angeblich von einem ethnisch reinen Großserbien. Er wollte damit offensichtlich deutlich machen, dass Milosevic ethnische Säuberungen planen würde. Das hier in den Köpfen der Bevölkerung Parallelen zur Nazizeit gezogen wurden war sicherlich beabsichtigt.

Doch wenn man sich die Übersetzung anschaut, dann ist ethnischer Reinheit überhaupt nichts zu lesen. Ganz im Gegenteil heißt es dort:

„Niemals in der Geschichte war Serbien nur von Serben bewohnt. Heute mehr als jemals zuvor leben hier Bürger aller ethnischen und nationalen Gruppen. Dies ist kein Handikap für das Land. Ich bin aufrichtig davon überzeugt, dass dies sein Vorzug ist. In diesem Sinne ändert sich die nationale Zusammensetzung fast aller und besonders der entwickelten Länder der gegenwärtigen Welt. Immer mehr und immer erfolgreicher leben Bürger verschiedener Nationalitäten, unterschiedlichen Glaubens und unterschiedlicher Rassen zusammen. Jugoslawien ist eine multinationale Einheit und kann nur überleben, wenn völlige Gleichberechtigung zwischen allen im Land lebenden Nationen hergestellt wird. Die Krise, die Jugoslawien getroffen hat, hat sowohl nationale als auch soziale, kulturelle und religiöse Zwietracht hervorgebracht. Dabei ist der Nationalismus das schlimmste Problem. Ihn zu überwinden ist die Voraussetzung dafür, die anderen Missstände zu beseitigen und die Konsequenzen zu mildern, die der Nationalismus hervorgebracht hat.“

Weiterhin sagte Milosevic:

„Mehr und mehr erfolgreich leben Bürger unterschiedlicher Nationalitäten, Glaubens und Rassen miteinander. Sozialismus, speziell als eine progressive und demokratische Gesellschaft, würde es nicht wagen, den Menschen zu erlauben getrennt nach Nationalität und Religion zu leben.“

[…]

Er schloss die Rede mit

„Lang lebe der Friede und Bruderschaft unter den Nationen!“

Die Rede wurde aber in unseren Medien so extrem verfälscht wiedergegeben, dass der Eindruck entstehen konnte, Milosevic wäre ein militanter Nationalist. Vielleicht war Milosevic auch ein Nationalist. Aufgrund der vielen widersprüchlichen Aussagen, die diesbezüglich zu finden waren, ist es mir schwer gefallen, mir hier ein abschließendes Urteil zu bilden. Doch alleine die irreführende Verfälschung seiner Rede veranlasste mich dazu, alle weiteren Beschuldigungen gegen ihn ausgesprochen kritisch zu hinterfragen. Die lückenhafte und verfälschte Wiedergabe seiner Amselfeldrede war aber nur ein Baustein bei der Stimmungsmache gegen die serbische Regierung und auch nur ein erster Schritt um die Deutschen von der Notwendigkeit eines Krieges zu überzeugen.

Doch alleine das war in meinen Augen schon eine bewusste Täuschung und Manipulation der Öffentlichkeit.

Aber es war nur der Anfang einer Hetzkampagne, mit der die deutsche Bevölkerung in Kriegsstimmung versetzt wurde. Ich wollte nicht glauben, dass so wenige Leute diese Taktik durchschauten. Aber mir wurde irgendwann bewusst, dass es mir noch zehn Jahre früher vermutlich ebenso gegangen wäre. Und es wurden wirklich harte Geschütze seitens unserer Politiker und unserer Medien aufgefahren um die Bevölkerung buchstäblich kriegsreif zu schießen. Ich glaube, nur durch die Informationen aus alternativen Medien gelang es mir, mich dieser Meinungsmanipulation zu widersetzen.

Da sprach Scharping von angeblichen Hufeisenplänen für die Vertreibung der kosovarischen Bevölkerung, die aber, wie man sehr leicht recherchieren konnte, offensichtlich nie existierten. Die große Flüchtlingswelle begann erst, nachdem das Nato-Bombardement angefangen hatte.

Der deutsche General Heinz Loquai, der damals bei der OSZE war sagte dazu

:“Die Legitimationsgrundlage für die deutsche Beteiligung war die sogenannte humanitäre Katastrophe. Eine solche humanitäre Katastrophe lag vor Kriegsbeginn im Kosovo nicht vor.“

„Vertreibungen und Flüchtlingsströme setzten ein, nachdem die internationalen Organisationen das Kosovo verlassen und die Angriffe begonnen hatten. D.h. der Krieg verhinderte die Katastrophe nicht, sondern machte sie in dem bekannten Ausmaß erst möglich. (…)

https://www.freitag.de/autoren/hans-springstein/vor-15-jahren-nato-krieg-gegen-jugoslawien

Auch der bekannte italienischer Journalist und Kriegsberichterstatter Fulvio Grimaldi äußerte sich kritisch.

„Beim Krieg in Jugoslawien wurde eine falsche Geschichte erzählt. Die ethnische Säuberung wurde von den Kosovaren ausgeführt.“

Darüber hinaus wurden Gefechte der serbischen Polizei gegen die UCK in unseren Medien als angebliche Massaker dargestellt (Racak, Rugova). Überhaupt wurde mit allen Mitteln versucht, den Kampf der serbischen Armee gegen die UCK als brutalen Kampf von Milosevic gegen die kosovarische Zivilbevölkerung und als Versuch einer ethnischen Säuberung darzustellen. Dabei fand ich es auch bemerkenswert, dass die UCK, die bis kurz vor dem Krieg noch als Terrororganisation eingestuft wurde, auf einmal in ihrem Kampf gegen die Serben unterstützt wurde. Plötzlich wurden aus den Terroristen Freiheitskämpfer. Aber das war nur ein kleiner Baustein in dieser Propaganda, durch die uns dieser Krieg „verkauft“ wurde. Denn es gab noch viel schlimmere Manipulationen. Es wurde von dem Vorhandensein von Konzentrationslagern gesprochen (Pristina) die, wie sich später herausstellte, überhaupt nicht existierten. Gerade in Bezug auf diese angeblichen KZs fand ich es unglaublich, dass durch einen solchen Vergleich die schrecklichen Geschehnisse aus unserer Vergangenheit von Scharping und Fischer dazu benutzt wurden um Propaganda für diesen völkerrechtswidrigen Krieg zu machen. Es war in meinen Augen ein unglaublicher Missbrauch und eine Verharmlosung des Holocaust. Es wurde noch nicht mal davor zurückgeschreckt, gefakte Bilder von angeblich verhungernden KZ-Insassen zu zeigen, um die öffentliche Meinung zu manipulieren.

Es war auch schnell klar, dass die angebliche humanitäre Krise, die als angeblicher Grund vorgeschoben wurde, vor dem Einsatz der NATO-Bomber nicht existierte. Es gab laut OSZE nur einige Kämpfe zwischen der UCK und der serbischen Armee. Dabei ging die Gewalt angeblich sogar hauptsächlich von der UCK aus und wurde daraufhin von der serbischen Armee hart bekämpft.

Meiner Meinung nach ist auch Scharpings Gräuelgeschichte von Föten, die angeblich aus dem Bauch von getöteten Schwangeren herausgeschnitten und gegrillt wurden nur Scharpings kranker Phantasie entsprungen und kann durch nichts belegt werden.

Wenn ich gekonnt hätte, wäre ich gerne im Boden versunken, aus Scham darüber, dass wir 60 Jahre nach Beginn des zweiten Weltkrieges erneut an einem völkerrechtswidrigen Krieg in Jugoslawien beteiligt waren.

Doch die Propaganda durch unsere Medien war so wirkungsvoll, dass ich mir bei einigen Diskussionen, in denen ich versuchte, das Vorgehen Milosevics im Kosovo zu erklären und den Angriff auf Serbien als völkerrechtswidriges Verbrechen verurteilte, auf großes Unverständnis stieß.

Es war fast so, als wollte ich Hitlers Vernichtungsfeldzug verteidigen. Denn in unseren Medien wurden hier permanent Vergleiche gezogen, die sich, in den Köpfen der Menschen festgesetzt hatten. Das war damals schon, neben der Diffamierung als Verschwörungstheoretiker oder als Amerikahasser eine sehr wirksame Methode, Kritiker zum Verstummen zu bringen. Bei mir funktionierte es zumindest ganz gut. Ich begann damals, meine Meinung lieber für mich zu behalten und beschränkte mich auf Kommentare in Online-Foren. Im Nachhinein empfinde ich es als feige. Aber damals lag mir sehr viel an der Meinung meiner Mitmenschen, und ich hatte Angst, mit meiner Meinung anzuecken. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich mir selber noch nicht so sicher war und viele der Ungeheuerlichkeiten, die ich so nach und nach erkannte, manchmal nicht glauben konnte. Ich hoffte wohl lange Zeit noch, dass ich mich täuschte und auf irgendwelche Fehlinformationen hereingefallen bin. Doch in meinem Inneren war mir glaube ich schon bewusst, dass dem nicht so war. Es gab einfach zu viele Fakten und Informationen, die meine Erkenntnisse immer wieder bestätigten.

Nach dem Krieg und dem Tod Milosevics, der während seines Prozesses im Gefängnis starb, kamen einige der Kriegslügen ans Licht. Besonders beeindruckt hat mich eine WDR-Reportage „Es begann mit einer Lüge“, bei der auch viele Insider zu Wort kamen. Diese Reportage hat zumindest eine Zeitlang wieder meine Hoffnung in die Unabhängigkeit unserer Medien geweckt. Geholfen hat dieser Bericht leider nicht mehr. Jugoslawien und seine Hauptstadt Belgrad war durch ein furchtbares Bombardement zerstört worden. Es wurden sowohl Streubomben als auch Uranmunition eingesetzt. Ein Großteil der Infrastruktur wurde vernichtet und und es wurde auch vor der Bombardierung von Krankenhäusern und Fernsehsender nicht zurückgeschreckt. Sogar die chinesische Botschaft wurde bombardiert und es gab dort Tote und Verletzte. Wie viele Foristen im Internet fragte ich mich damals auch, ob das wirklich Zufall war, oder eine „Strafe“ dafür, dass die Chinesen sich für eine UNO-Resolution einsetzten, die den Krieg stoppen sollte.

Natürlich gab es auch kritische Stimmen. Zum Beispiel hatte Gregor Gysi den Krieg schon frühzeitig verurteilt und als einen Angriffskrieg bezeichnet, der gegen unser Grundgesetz verstößt. Auch bei den Grünen, deren maßgebliche Beteiligung ich als besonders erschreckend empfand gab es die eine oder andere kritische Stimme. So sagte zum Beispiel der (von mir immer noch sehr geschätzte Hans-Christian Ströbele), er würde sich schämen, dass Deutschland wieder Krieg im Kosovo führt und Bomben auf Belgrad abwirft. Ich schämte mich mit ihm. Doch leider wurden diese kritischen Stimmen nicht gehört und die Demonstrationen, der Kriegsgegner brachten ebenfalls keinen Erfolg.

In Anbetracht des Ausmaßes an Zerstörung und dem Leiden der Zivilbevölkerung klangen die Worte unseres damaligen Bundeskanzlers Schröder, der sagte, wir würden keinen Krieg gegen Jugoslawien führen, sondern nur den Frieden mit militärischen Mitteln verteidigen, wie Spott. Schröder hat zwar später zugegeben, dass dieser Krieg völkerrechtswidrig war, aber zur Verantwortung gezogen wurde meines Wissens niemand.

Gerhard Schröder (ehemaliger Bundeskanzler zum Krieg gegen den Kosovo)

„Da haben wir unsere Flugzeuge (…) nach Serbien geschickt und die haben zusammen mit der Nato einen souveränen Staat gebombt – ohne dass es einen Sicherheitsratsbeschluss gegeben hätte“ (F.A.Z., 10.3.14).

https://www.youtube.com/watch?v=EKQ0ykFQav4

Auch der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt verurteilte den Kosovo-Krieg mit den deutlichen Worten:

„Gegängelt von den USA haben wir das internationale Recht und die Charta der Vereinten Nationen missachtet“

Im Kosovo wurde nach dem Krieg ein ehemaliger führender UCK-Terrorist mit Verbindungen zur organisierten Kriminalität (Rauschgift-, Waffen und Organhandel) als Präsident installiert (Hashim Thaci) und mit Bondsteel wurde ein riesiger US-Militärstützpunkt an einem strategisch wichtigen Punkt errichtet. Ich glaube, mit dem sozialistischen Jugoslawien sollte ein weiteres Hindernis auf dem Weg zu einer neuen neoliberalen Welt zerstört werden.

Robert Baer ehemaliger CIA Agent

Kosovo wurde aus zwei Gründen ins Visier genommen«, so Baer, der 1991 zusammen mit anderen CIA-Agenten in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo landete. »Erstens, weil es über wertvolle mineralische und sonstige Rohstoffe verfügt, und zweitens als Militärstützpunkt der NATO. Im Herzen Europas ist es die größte Militärbasis der NATO.

Der Kosovokrieg war aber offensichtlich auch gleichzeitig ein Zeichen, dass der Westen mittlerweile gewillt und auch fähig war, geopolitische Interessen gegen den Willen Russlands und unter Missachtung des Völkerrechtes durchzusetzen.

Ich hatte anschließend auch zeitweise das Gerichtsverfahren gegen Milosevic vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal mitverfolgt und es kam mir vor wie eine Farce. Ich war mir sicher, dass ganz andere Menschen, die diesen Krieg mit Lügen und falschen Behauptungen angezettelt hatten, dort hingehörten. Schließlich war der Krieg völkerrechtswidrig und die Verantwortlichen haben sich eines der schlimmsten denkbaren Verbrechen schuldig gemacht. Doch natürlich ist es nie zu einer Anklage gegen einen westliche Politiker gekommen. Es sind offensichtlich immer nur die Besiegten, die zur Verantwortung gezogen werden.

Dieser Krieg hat mir einmal mehr deutlich gemacht, wie die Politiker (bzw. die dahinter stehenden Interessensgruppen) und die Medien zusammenarbeiteten, wenn es darum geht, Kriegsvorbereitungen zu treffen und diese Kriege vor der Öffentlichkeit zu rechtfertigen.

Eine Zeitlang dachte ich, dass nach einigen Berichten und Zeugenaussagen, die nach dem Krieg veröffentlicht wurden so etwas zukünftig nicht mehr passieren könnte. Ich war überzeugt, dass die Menschen doch merken müssten, mit welchen Lügen und Propagandamärchen sie in diesen Krieg hineingezogen wurden.

Doch ich sollte mich täuschen. Die Scheuklappen saßen offensichtlich zu fest. Und es gab offensichtlich genug andere Ereignisse, mit denen sich die Menschen lieber beschäftigten, als mit völkerrechtswidrigen Kriegen. Schließlich gab es ja regelmäßig Fußball im Fernsehen oder so tolle Sendungen wie „Dschungelcamp“ und „Bauer sucht Frau“

Peter Scholl-Latour sagte mal: „Wir leben in einer Zeit der Massenverblödung“.

Und damit sprach er mir aus der Seele.

Ich selbst hatte jedenfalls das Gefühl, als hätte mir jemand die rosarote Brille vom Kopf gerissen. Ich sah viele Ereignisse aus einer komplett anderen Perspektive und informierte mich jetzt auch sehr häufig in alternative Nachrichtenportalen, statt in unseren Massenmedien. Ich stellte fest, dass es wirklich sehr häufig zwei vollkommen unterschiedliche Sichten auf die gleichen Ereignisse gab. Und die Sichtweise, die uns hier in Deutschland vermittelt wurde, war, wie ich fand, nicht unbedingt die Richtige.

Mir wurde langsam bewusst, wie brutal und menschenverachtend auch vom Westen (und wenn ich vom „Westen“ rede, dann meine ich in der Regel die Nato-Verbündeten unter Führung der USA) immer noch Geopolitik gemacht wurde und wie sehr die Medien dabei mithalfen, dass die Bevölkerung über die wahren Hintergründe im Unklaren gelassen wurde. Dabei waren die geostrategischen Ziele der US-Regierung bereits häufig offengelegt worden. Das Ziel eines „New american century“, also eines „neuen amerikanischen Jahrhunderts“ wurde schon oft thematisiert und auch häufig kritisiert. Die Bücher von Brzezinski (einem der berühmtesten Geostrategen der USA und Berater mehrerer US-Präsidenten beschreiben sehr deutlich, wie dieses Ziel erreicht werden könnte. Sein Buch „Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft“ (Original: The Grand Chessboard) liest sich dann auch oftmals wie eine Vorlage für die geopoltitische Ereignisse der letzten Jahrzehnte. Brzezinski schreibt darin, dass die USA als einzige wirkliche Weltmacht ihre Vorherrschaft auf dem großen Schachbrett Eurasien sichern müssen, um langfristig eine neue Weltordnung zu ermöglichen. In dem Buch schrieb er auch ziemlich deutlich, wie die USA ihre Vorherrschaft in der Welt erhalten bzw. ausbauen wollten und was sie von ihren „Verbündeten“ halten.

Zbigniew Brzeziński:

„Bedient man sich einer Terminologie, die an das brutalere Zeitalter der alten Weltreiche gemahnt, so lauten die drei großen Imperative imperialer Geostrategie: Absprachen zwischen den Vasallen zu verhindern und ihre Abhängigkeit in Fragen der Sicherheit zu bewahren, die tributpflichtigen Staaten fügsam zu halten und zu schützen und dafür zu sorgen, dass die ‚Barbarenvölker sich nicht zusammenschließen.“

Als am 11. September 2001 Flugzeuge in das World Trade Tenter und das Pentagon einschlugen saß ich abends vermutlich anfangs ebenso geschockt vor dem Fernseher wie jeder andere auch. Doch schon da hatte ich das ungute Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt. Vielleicht war ich mittlerweile anfällig für sogenannte „Verschwörungstheorien“ geworden. Jedenfalls verbrachte ich anschließend sehr viel Zeit damit um herauszufinden, ob die offizielle Version des Unglücks stimmen konnte und Bin Laden für den Terroranschlag verantwortlich war, oder ob die wirklich Schuldigen nicht woanders gesucht werden müssten.

Ehrlich gesagt, weiß ich es bis heute nicht. Ich finde, es gibt unwahrscheinlich viel, was im Zusammenhang mit den Terroranschlägen nochmal hinterfragt werden müsste. Darüber gibt es mittlerweile genügend Bücher. Gleichzeitig wurden auch unsinnige Theorien in die Welt gesetzt, die häufig dazu genutzt wurden, um Kritiker der offiziellen Version in die „Spinnerecke“ zu schieben. Andere Fragen sollten allerdings meines Erachtens noch mal aufgearbeitet werden. Schon alleine deshalb, weil der offizielle Untersuchungsbericht laut Aussagen der Verfasser (Thomas Kean und Lee Hamilton) von vorne herein zum Scheitern verurteilt war. Sie beklagten sich später darüber, dass zu wenig Mittel bereit gestellt wurden und die Untersuchungen unter anderem auch von der CIA behindert wurden. Ein weiterer Kritikpunkt an dem Abschlussbericht ist, dass er sich hauptsächlich auf Aussagen berief, die unter Folter erzwungen wurde. Meines Erachtens sind auch viele andere Dinge nicht befriedigend erklärt. Dazu gehört zum Beispiel der Einsturz des WTC 7, in das kein Flugzeug geflogen ist. Abgesehen davon, dass der Einsturz des Gebäudes schon zwanzig Minuten zu früh in den Nachrichten gemeldet wurde, wies dieser Einsturz auch alle Anzeichen einer kontrollierten Sprengung auf. Mittlerweile gibt es Untersuchungen unabhängiger Experten, die beschwören, dass der Einsturz des WTC 7 in seiner Symmetrie auf keinen Fall durch Feuer erklärt werden kann, wie es in dem NIST-Bericht behauptet wird. Leider will auch das NIST nicht offenlegen, aufgrund welcher Berechnungen es zu dieser Behauptung gekommen ist. Und es gibt noch viel mehr solcher ungeklärten Merkwürdigkeiten, auf die ich hier nicht näher eingehen will. Fakt ist jedenfalls, dass weder vor noch nach 9/11 jemals Hochhäuser mit einer Stahlkonstruktion eingestürzt sind. Außerdem gibt es Berichte über die Funde von Termit, die aber in den offiziellen Berichten nicht auftauchten.

Es sind nicht nur sogenannte „Verschwörungstheoretiker“, die den offiziellen Abschlußbericht anzweifeln. Auch ehemalige NIST-Mitarbeiter, wie Peter Michael Ketcham entlarven den Bericht als Märchen. Er sagte in einem Interview, dass die Untersuchung der Einstürze durch NIST keine echte Studie war. Auch die Vereinigung „Architekts and Engineers for 9/11 truth“, zu der bereits über 2300 Architekten und Ingenieure gehörten zweifeln den Bericht noch immer an und haben ihn auch in eigenen Studien bereits widerlegt.

Selbst Bob Graham, der ehemalige Vorsitzende des Geheimdienstausschuss im US-Senat nahm sagte später:

„Ja – die Geschichte von 9/11 muss neu geschrieben werden, weil es eine Unterstützergruppe gab, die die Anschläge erst möglich gemacht haben“

Es klingt vielleicht merkwürdig, aber letztendlich ist es mittlerweile vermutlich nebensächlich, ob Bin Laden und seine hauptsächlich saudischen Terrorhelfer die Anschläge alleine verübten und alle Sicherheitsdienste der USA damit überraschten oder ob es eine sogenannte „False flag“ Aktion eines Geheimdienstes (oder einer ähnlichen Gruppierung) war. Ich finde es schon erschreckend genug, dass ich mir mittlerweile durchaus vorstellen kann, dass es Menschen gibt, die den Willen und die Macht haben, solche Pläne in die Tat umzusetzen und später auch noch eine unabhängige Aufklärung zu verhindern. Ich denke hier zum Beispiel an die Mitglieder des neokonservativen amerikanischen Think Tank PNAC (Project for the New American Century), die sich schon vor dem 9/11 ein „katalysierendes Ereignis“ wie Pearl Harbour (der japanische Angriff auf Pearl Harbour war der offizielle Grund für den Kriegseintritt der USA in den 2. Weltkrieg)  herbei gewünscht hatten.

Der PNAC hatte gehofft, damit die Beschaffung neuer Waffentechnologien und somit den Weg der USA zu einer hegemonialen Vormachtstellung zu beschleunigen. Welche menschenverachtende Einstellung die Verantwortlichen im PNAC hatten zeigte sich meiner Ansicht nach sehr deutlich an der Tatsache, dass vom PNAC die Weiterentwicklung der biologischen Kriegsführung gewünscht wurde, um bestimmte menschliche Genotypen gezielt bekämpfen zu können. Vom PNAC wurde auch schon Ende der 90er Jahre gefordert, Kriege gegen Länder führen, die, diesem Ziel im Weg standen. Auf der Liste der Länder, die auf Wunsch des PNAC bekriegt werden sollten standen Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen, der Iran und Nordkorea.

Jetzt könnte man vermuten, dass es sich hier um ein paar harmlose verrückte Spinner handelte, die von der Weltherrschaft träumen. Doch die Liste der Mitglieder beweist das Gegenteil. Im PNAC waren unter anderem vertreten Dick Cheney, Vizepräsident (2001–2009), Donald Rumsfeld Verteidigungsminister (1975–1977, 2001–2006), Paul Wolfowitz stellvertretender Verteidigungsminister (2001–2005), Richard Armitage, Vize-Außenminister (2001–2005), Richard Perle, Präsidentenberater (2001–2003), John Bolton, Botschafter bei den Vereinten Nationen (2005–2006). Auch Robert Kagan, ein einflussreicher Politberater der US- Regierum, der mit Victoria Nuland verheiratet ist (US-Diplomatin, die hier durch ihre Aussagen „fuck the EU“ und „Jaze (der spätere ukrainische Ministerpräsident) ist unser Mann“ im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise bekannt wurde) gehörte zu den Mitbegründern. Viele dieser Personen gehörten auch anschließend zu den treibenden Kräfte hinter den folgenden Kriegen. Mit John Lehmann saß später auch ein Mitglied des PNAC im Untersuchungsausschuss, der die Ereignisse von 9/11 aufklären sollte.

Wie konsequent die Strategie des PNAC durchgehalten wurde zeigt ja auch die Geschichte der vergangenen Jahre. Außer gegen Nordkorea und den Iran wurde schon in alle Länder, die auf der Liste des PNAC standen,  direkt oder indirekt militärisch eingegriffen. Und auch wenn sich der PNAC mittlerweile umbenannt hat, ist die entworfene Strategie offensichtlich immer noch aktuell.

Robert Kagan war übrigens auch ein sogenannter Bonesman, d.h. ein Mitglied des mysteriösen Geheimbundes Skull & Bones, denen man nachsagt, in ihrer Gruft in Yale okkulte und satanische Rituale durchzuführen. Während dem Aufnahmeritus für die Neumitglieder müssen diese angeblich unter anderem in einem offenen Sarg liegen und masturbieren, während sie über ihre bisherigen sexuellen Erfahrungen erzählen. Merkwürdig in diesem Zusammenhang fand ich auch, dass bei den Präsidentschaftswahlen 2004 in den USA zwei Bonesman (George W. Bush und John Kerry) gegeneinander antraten. Ich versuchte, während dem US-Wahlkampf zu vermeiden, mir die beiden während dieses Aufnahmeritus vorzustellen. Es sind keine schönen Bilder, die einem da durch den Kopf schießen. Beide weigerten sich verständlicherweise bei Interviews etwas zu ihrer Mitgliedschaft bei den Skulls & Bones zu sagen. Angeblich wäre alles zu geheim um darüber sprechen zu können. Ich befürchte, diese Vereinigung ist etwas mehr, als ein etwas verrückte Studentenvereinigung. Es gibt angeblich immer noch ca. 800 lebende Bonesman, die handverlesen wurden und in der Regel zu reichen und mächtigen Familien gehören. Der Historiker Antony Sutton bezeichnet die Bruderschaft als eine der einflussreichsten und gefährlichsten der Vereinigten Staaten.Wenn man sich mal mit den Skulls & Bones oder den Illuminaten bzw. den Freimaurern etwas länger beschäftigt, dann entsteht das Bild einer verschworenen Gemeinschaft, die meiner Meinung nach durchaus Potential für interessante Verschwörungstheorien hat.

An die offiziellen Begründungen für die folgenden Kriege konnte ich natürlich nicht mehr glauben. Es war mir vollkommen klar, dass die angeblichen Gründe für die Kriege in Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien nur vorgeschoben waren um den Traum einiger US-Strategen von einer unilateralen Welt unter der Vormachtstellung der USA zu verwirklichen.

Der angebliche „Krieg gegen den Terror“, der von der Bush-Regierung nach den Anschlägen ausgerufen wurde, war wahrscheinlich von vorneherein nur ein Vorwand, um diese Ziele umsetzen zu können. Kein vernünftiger Mensch kann doch glauben, dass man Terror mit Krieg besiegen kann. Es gibt doch überhaupt keinen greifbaren Feind, der besiegt werden könnte. Zerstörte Länder, ermordete Menschen und vernichtete Infrastruktur ist sicherlich die optimale Brutstätte für den Terrorismus.

In diesem Zusammenhang ist auch eine Recherche von „Justice Now“ interessant. Danach tötete der Westen im Irak, Afghanistan, Libyen, Somalia, Jemen und Pakistan in den letzten 27 Jahren über 3,3 Millionen Menschen. Das sind im Schnitt fast 330 Menschen jeden Tag.

http://justicenow.de/2018-02-07/der-westen-toetet-im-orient-329-menschen-jeden-tag-seit-27-jahren/. Muss man sich da noch wundern, wenn der Hass auf den Westen ständig wächst?

Der Krieg gegen den Terror ist, wie ich glaube, eine raffinierte Erfindung um ein ständiges Gefühl der Bedrohung in der Bevölkerung zu schaffen. Menschen, die sich bedroht fühlen, sind schneller bereit auf ihre persönlichen Rechte zu verzichten (wie dies z. B. durch den Patriot Act in den USA geschehen ist) oder auch die geplanten kriegerische Maßnahmen gegen andere Länder zu akzeptieren. Außerdem hat der Krieg mittlerweile Billionen von Dollar gekostet, die von den amerikanischen Steuerzahlern in die Taschen der Profiteure dieser Kriege flossen. Dennoch (und für jeden vernünftig denkenden Mensch nicht ganz überraschend) ist die Terrorgefahr heute um ein Vielfaches größer, als vor Beginn dieses Krieges.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, wurden die Begründungen für die folgenden völkerrechtswidrigen Krieg des Westens unter der Führung der USA immer unglaubwürdiger. Es kam mir fast so vor, als hätten die Verantwortlichen das Gefühl, sie müssten überhaupt keine glaubhafte Begründung mehr liefern um in fremden Ländern intervenieren zu können.

Unabhängig davon, ob die offizielle Version der Geschichte von 9/11 stimmt, verloren die US-Verantwortlichen im Anschluss daran offensichtlich sämtliche Hemmungen.

Es begann schon mit der Bombardierung Afghanistans mit der meiner Ansicht nach sehr hanebüchenen Erklärung, dass sich Bin Laden angeblich dort versteckt hatte. Selbst wenn das so gewesen sein sollte, war es noch nie ein Grund, ein Land anzugreifen, nur weil sich ein ausländischer Terrorist dort versteckt hat. Das 15 der 19 Attentäter aus Saudi-Arabien kamen und vermutlich auch von dort finanziert wurden (leider wurden die „28 pages“ aus dem Untersuchungsbericht, die sich mit dieser Frage befassten, von Bush als geheim eingestuft und immer noch nicht veröffentlicht), wurde komplett ignoriert. Auch die Schuld Bin Ladens stand meiner Meinung nach überhaupt noch nicht fest. Er selbst bestritt damals eine Beteiligung an den Anschlägen, was in meinen Augen sehr ungewöhnlich war, da Terroristen, sich in der Regel gerne mit ihren Taten brüsten. Spätere Videos, auf denen er seine Schuld angeblich zugegeben hat wurden stark kritisiert und stehen im Verdacht gefälscht zu sein. Insgesamt empfand ich es jedenfalls als einen mehr als fragwürdige Begründung für einen Angriffskrieg. Schon gar nicht, solange die Attentate noch nicht restlos aufgeklärt waren und auch die Schuld von Bin Laden nicht gerichtlich geklärt war. Angeblich gab es noch nicht mal ein offizielles Auslieferungsersuchen. Das Angebot der Taliban über die Auslieferung Bin Ladens zu reden wurde von Bush mit den Worten zurückgewiesen „Wir müssen nicht darüber reden, wir wissen, dass er schuldig ist“. Ganz verwirrend wurde es dann, als ich las, dass Bin Laden lange Zeit durch die USA unterstützt wurde. Und nicht nur das. Wenn man zur Rolle der CIA ein wenig recherchiert, dann findet man sehr viele Informationen darüber, wie die CIA über Jahre hinweg den Mudschaheddin in Afghanistan viele Millionen Dollar zukommen ließen, um sie im Kampf gegen die Sowjetunion zu unterstützen. Diese Unterstützung lief über den pakistanischen Geheimdienst ISI. Einer der Profiteure dieser massiven finanziellen und logistischen Unterstützung war damals auch Binh Laden. Für mich wurde das immer verwirrender, und es hätte mich gefreut, wenn über diese Merkwürdigkeiten eine öffentliche Diskussion in Gang gekommen wäre, bevor wir uns wieder an einem Krieg gegen ein fremdes Land beteiligen.

Doch unter dem Schock der Anschläge wurde der Sinn dieses Krieges überhaupt nicht ernsthaft hinterfragt.

Leidtragende dieser Bombardierungen war die afghanische Zivilbevölkerung. Es starben zehntausende Zivilisten durch diesen Krieg. Raketenangriffe auf Hochzeitsgesellschaften, Krankenhäuser und Marktplätze und andere Menschenansammlungen (bekannt wurde hier der Fall von Kundus, wo viele Zivilisten starben), sorgten für Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung. Kill-Teams, die wahllos Menschen töteten sorgten dafür, dass der Hass auf die westlichen Besatzer immer weiter stieg.

Afghanistan ist mittlerweile ein zerstörtes Land, in dem brutale Warlords in der Regierung sitzen. Der von den Taliban eingedämmte Drogenhandel funktionierte nach den Nato-Bombardements wieder besser als je zuvor. Mittlerweile ist Afghanistan wieder der weltgrößte Heroin- und Opium-Produzent. Es wird geschätzt, dass 90-95 % des weltweiten Heroins aus Afghanistan kommen. Neben den Berichten, die darauf hindeuten, dass dieser Krieg geführt wurde, um eine Pipeline durch Afghanistan bauen zu können, kursieren im Internet auch Berichte, die Aussagen, dass die CIA ein großes Interesse an der Niederschlagung der Taliban hatte, da die Taliban den Drogenhandel hart bekämpften und die CIA einer der größten Profiteure des weltweiten Drogenhandels waren. In diesem Zusammenhang ist allerdings auch schon vorgekommen, dass investigative Journalisten, die sich zu sehr mit der Verflechtung zwischen CIA und Drogenhandel beschäftigen auf ungeklärte Weise ums Leben kommen, oder sich, wie Gary Webb, auch schon mal mit zwei Kopfschüssen „selbst“ das Leben nehmen.

Es ist wirklich unfassbar, was in Afghanistan passierte und wie „schöngefärbt“ diese Verbrechen bei uns ankamen.

Und der daran anschließende Krieg gegen Irak 2003 mitsamt den Begründungen dafür, war mindestens genauso schwer zu begreifen..

Vor dem Krieg im Irak 2003 wurden so viele Lügen und Behauptungen über angebliche Massenvernichtungswaffen, in die Welt gesetzt (u. a. von Colin Powell), dass sich mir damals wirklich alle Haare sträubten. Es kann mir keiner erzählen, dass die Geheimdienste diese Lügen glaubten, wenn mir schon eine einfache Internetrecherche reichte, um diese angeblichen „Beweise“ widerlegen zu können. Jedem, der sich schon etwas länger damit beschäftigt musste sehr schnell klar sein, dass wieder nur Kriegsgründe gesucht wurden, um eine unliebsame Regierung aus dem Weg zu räumen. Es wurde mir immer bewusster, dass hier Menschen die Fäden in der Hand hielten, die zu allem bereit waren und kein Problem damit hatten über Leichenberge zu gehen um ihre Interessen durchzusetzen.

Damals musste ich mir Mühe geben, einen aufkeimenden Antiamerikanismus zu unterdrücken. Obwohl mir natürlich bewusst ist, dass es sich höchstens um ein paar Dutzend Menschen handeln kann, die für diese Entscheidungen und deren Durchsetzung verantwortlich sind. Der Durchschnittsamerikaner leidet unter diesen Entscheidungen mindestens genauso, wenn nicht noch mehr als wir. Denn diese mörderischen Auslandseinsätze kosten ja nicht nur Menschenleben sondern auch hunderte von Milliarden Dollar jährlich, die natürlich im sozialen Bereich fehlen. Nicht umsonst sind zig Millionen US-Amerikaner auf Lebensmittelmarken angewiesen.

Außerdem gibt es eine Vielzahl von US-Amerikaner, die diese Politik mindestens so kritisch betrachten wie ich. Stellvertretend ist mir hier Noam Chomsky in Erinnerung geblieben, dessen Texte ich immer sehr gerne gelesen habe. Aber auch Menschen, wie die Investigativreporter Robert Parry und Seymour Hersh oder die Ex-Geheimdienstleute Ray McGovern oder Edward Snowden um nur einige zu nennen, erinnern mich immer daran, dass es in den USA viele mutige und kritische Menschen gibt, die ebenfalls gegen die herrschenden Zustände kämpfen.

Glücklicherweise hat Schröder damals vor dem Irak-Krieg die Notbremse gezogen und uns so vor einer stärkeren Beteiligung an diesem völkerrechtswidrigen Krieg verschont. Es machte zwar in meinen Augen nicht alles gut, was er in meinen Augen mit der Beteiligung am Kosovo-Krieg und dem Sozialabbau im Rahmen der Agenda 2000 angestellt hat, aber er hat damit (zumindest für mich) einige Pluspunkte gesammelt. Wäre damals schon Fr. Merkel Bundeskanzlerin gewesen, hätten wir uns höchstwahrscheinlich auch im Irak wider besseren Wissens mitschuldig an einem völkerrechtswidrigen Krieg gemacht. Ihre Anbiederungsversuche während einer Reise durch die USA auf der sie sich angeblich sogar für unsere Nichtteilnahme an diesem Krieg entschuldigte, waren unglaublich.

Ich verfolgte die Ereignisse vor und während dem Krieg  mit ungläubigem Staunen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass so etwas in unserer heutigen Zeit noch möglich ist. Es musste nur jemand ein Röhrchen mit eine weißen Pulver hochhalten und ein paar verwaschene Bilder präsentieren und schon war eine Begründung für einen Krieg gefunden. Es ist für mich heute noch unfassbar. Wer die richtigen Seiten im Internet besuchte wusste schon am Tag der Powell-Präsentation, wie konstruiert die Beweise über angebliche Massenvernichtungswaffen von Saddam waren. Nachdem die Plame-Affäre dann an das Licht kam, wurde es auch bei uns in den Mainstream-Medien stellenweise thematisiert und sämtliche angeblichen Gründe für den Irak-Krieg lösten sich in Luft auf. Allerdings war es da schon zu spät. Der Krieg und die anschließende Besatzung kostete je nach Schätzung zwischen 500000 und 1,5 Millionen Menschenleben. Es wurde anschließend bekannt, dass die Kriegsgründe nur fingiert waren. Doch trotzdem wurde niemand der Verantwortlichen verurteilt. Powell war soweit ich weiß der einzige, der sich anschließend mal etwas halbherzig entschuldigt hat. Meiner Meinung nach war er aber auch von den ganzen verantwortlichen Psychopathen noch „menschlichste“. Soweit ich weiß hat er sich auch im Vorfeld kritisch geäußert. Doch sein Fehler war offensichtlich, dass er als braver General die übertragene Aufgabe gehorsam erfüllen wollte. Dadurch hat er sich zum Buhmann machen lassen.  Ich bin überzeugt, dass das in sehr perfides Spiel ist, das dort im Hintergrund gespielt wird. Es werden sich einige Hintermänner die Hände gerieben haben, als die ersten Bomben gefallen sind. Mit am schlimmsten fand ich die Tatsache, dass dennoch die überwiegende Bevölkerung in den USA und auch die kämpfenden Soldaten daran glaubten, dass sie im Irak kämpfen würden, weil Saddam Hussein eine Mitverantwortung für die Terroranschläge vom 11. Sept. 2001 hat. Das war aber offensichtlicher Unsinn und wurde nur aufgrund der Medienberichte in den Köpfen der Menschen verankert. Das heißt in Wirklichkeit wusste überhaupt keiner wofür er überhaupt kämpfte und die Soldaten ließen mit Hilfe dieser Propaganda für wirtschaftliche und geopolitische Ziele missbrauchen. Wie so oft in Kriegen glaubten sie vermutlich für eine gute und wichtige Sache zu kämpfen. Auch sie kamen oftmals hoch traumatisiert aus dem Krieg zurück. Es war und ist einfach ein unglaublicher Irrsinn, der sich da vor meinen Augen abspielte und ich hatte immer wieder mal Probleme, wirklich an das zu glauben, was so offensichtlich war. Denn das Bild, das sich hier immer deutlicher und klarer abzeichnete widersprach so sehr meinem bisherigen Glauben daran, dass die westliche Politik friedliche und demokratische Ziele verfolgt. Doch dieses Weltbild wurde grundlegend auf den Kopf gestellt. Ich fühlte mich oft, wie in einem Film, in dem Psychopathen versuchen, die Weltherrschaft zu erlangen. Spätestens, als ich bei Youtube eine Rede von Wesley Clark (ehemaliger US-General und Nato-Oberbefehlshaber) hörte, in der er 2007 enthüllte, dass es bereits 2001 von einem geheimen Memo aus dem Pentagon erfahren hatte, in dem der Angriff auf sieben Länder geplant wurde, waren meine letzten Zweifel an den Zielen der Verantwortlichen beseitigt.

Clark zitierte einen Mitarbeiter des Pentagon:

„Ich habe gerade dieses Memo aus dem Büro des Verteidigungsministeriums bekommen und hier steht, wir werden sieben Länder angreifen und deren Regierungen innerhalb von fünf Jahren stürzen. Wir werden beginnen mit dem Irak, dann nehmen wir uns Syrien, Libanon, Lybien, Somalia, Sudan und den Iran vor.“

Weiterhin sagte er in seiner Rede: „Unser Land war in die Hände einer Gruppe von Männern, Paul Wolfowitz, Dick Cheney, Donald Rumsfeld und anderen, geraten, die den mittleren Osten destabilisieren, ins Chaos stürzen und unter unsere Kontrolle bringen wollten“

https://www.youtube.com/watch?v=xTTU6pF-iAE

Die Geschwindigkeit und die Radikalität mit der diese Ziele umgesetzt wurden waren erschreckend. Auch wenn sie offensichtlich nicht in der geplanten Zeit umgesetzt werden konnten. Dennoch war es ein unwahrscheinlich frustrierendes Gefühl, diese Informationen zu kennen, die Ereignisse förmlich vorhersehen zu können, aber keine Möglichkeit zu haben, etwas dagegen zu tun.

Ich versuchte immer wieder, in Foren diese Informationen zu verbreiten. Auch eine eigene Homepage hatte ich mal begonnen, ohne jedoch die Möglichkeit zu sehen, damit eine größere Menge von Menschen zu erreichen. Bei Diskussionen mit Kollegen oder anderen Bekannten hatte ich immer das Gefühl, sehr vorsichtig mit diesen Informationen umgehen zu müssen. Ich hatte Angst, die Menschen entweder zu verschrecken, oder aber in die Ecke der verrückten Verschwörungstheoretiker geschoben zu werden. Es war einfach so unglaublich, dass niemand, der sich nicht längere Zeit damit beschäftigt, daran glauben kann, dass es wirklich Menschen gibt, die solche Ziele haben und auch noch die Macht und die Skrupellosigkeit sie zu realisieren. In meinen Augen waren bzw. sind das Psychopathen, die im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen und eigentlich für immer hinter Gitter gehören.

Das Ganze war wie ein Alptraum. Aber es gab kein Erwachen sondern wurde nur noch schlimmer umso mehr ich mich damit beschäftigte. Manchmal vermied ich es tagelang, Nachrichten zu lesen. Aber ich kam nicht mehr davon weg. Ich versuchte sämtliche Nachrichten, die mir merkwürdig erschienen, zu hinterfragen. Es wurde zu einer regelrechten Sucht. Ich stelle immer mehr fest, dass uns in unseren Medien ein sehr verzerrtes Bild der Realität vermittelt wurde. Irgendwann begann ich dann auch, politische Artikel in den Foren zu kommentieren. Dabei musste ich feststellen, dass viele meiner Kommentare, mit denen ich die Objektivität dieser Artikel in Frage stellte, und versuchte eine alternative Sichtweise aufzuzeigen, einfach nicht veröffentlicht wurden. Insbesondere bei der Online-Ausgabe des Spiegels (Spon) ist das sehr häufig passiert. Es wurde mir plötzlich klar, dass zumindest große Teile unsere Medien diese perversen Machenschaften unterstützten.

Wie das bei einer unabhängigen und freien Presse passieren kann habe ich erst so nach und nach verstanden. Zuerst wurde mir bewusst, dass viele Journalisten über transatlantische Netzwerke vernetzt sind und eine systemkritische oder amerikakritische Berichterstattung journalistische Karrieren oder sogar Existenzen sehr leicht beenden kann.

Und spätestens als mir bekannt wurde, dass Tom Curley (ehemaliger Chef der Nachrichtenagentur AP) sich über die Beeinflussung und den Druck des US-Verteidigungsministeriums auf Journalisten beklagt hatte und AP recherchierte hatte, dass das Pentagon ca. 27.000 Mitarbeiter nur für Propagandaoperationen beschäftigte, wurde mir so langsam vieles klar.

Curley kritisierte in der Universität von Kansas, der Druck der US-Streitkräfte auf Berichterstatter werde allmählich unerträglich. Hohe Generäle hätten gedroht, dass man die AP und ihn zerstören wird, wenn er und die Nachrichtenagentur weiterhin auf journalistischen Prinzipien bestehen.

Dem Agenturchef zufolge hat das US-Militär seine Propagandamaschine enorm ausgebaut. Laut AP-Recherchen verfügt das Pentagon für dieses Ressort über ein Jahresbudget von 4,7 Milliarden Dollar und 27000 Mitarbeiter. Wozu diese Mittel eingesetzt werden, bleibe meist geheim. Wenn Journalisten sich an die Pressestelle des Pentagon wendeten, sei die Chance größer, dass Geheimdienste gegen sie ermittelten, als dass sie Auskunft bekämen. Es sei auch ständige Praxis, dass Experten des Ministeriums Webseiten ins Internet stellten, die den Eindruck erweckten, von unabhängigen Organisationen zu stammen.

http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/USA/pentagon.html

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/27000-PRBerater-polieren-Image-der-USA/story/20404513

Das heißt, Journalisten werden offensichtlich mit Artikeln „gefüttert“, die in den Propagandaabteilungen des Pentagons entstehen. Es ist schon fast zynisch, wenn unter diesen Umständen den sogenannten „Putinverstehern“, (zu denen ich mich wohl auch zählen lassen muss) oftmals vorgeworfen wird, sie würden für russische „Trollfabriken“ schreiben und bekämen auch noch Geld dafür. Wenn es stimmt, was Curley gesagt hat (und warum sollte man daran zweifeln) dann ist das Pentagon selber die größte Troll- bzw. Propagandafabrik.

Trotzdem gab es auch in den Mainstreammedien immer wieder mal Lichtblicke. Wenn ich danach suchte, bin ich manchmal auf einen sehr guten, objektiven Bericht oder Kommentar gestoßen. Leider war das ausgesprochen selten. Satiresendungen wie zum Beispiel „Die Anstalt“ oder Kabarettisten wie Volker Pisper, waren eine rühmliche Ausnahme und halfen mir, meinen Glauben an die Presse und Meinungsfreiheit nicht vollkommen zu verlieren.

Unabhängig von diesen „Perlen“ zeigte sich aber doch sehr deutlich, dass die öffentliche Meinung durch einseitige und lückenhafte Berichterstattung in den Medien manipuliert wurde (und leider immer noch wird). Entweder konnten oder wollte sich die entscheidenden Leute in den Medien der geplanten Meinungsmanipulation nicht widersetzen.

Ich nutzte daraufhin gerne ausländische oder „alternative“ bzw. unabhängige Medien, da dort, wie ich fand, in aller Regel die objektiveren Berichte veröffentlicht wurden. Außerdem kamen dort auch oft Experten zu Worte, die immer mal wieder „aus dem Nähkästchen plauderten“.

Leider wurden deren Aussagen, die vermutlich vielen Menschen „Die Schuppen von den Augen fallen lassen würden“ in unseren Medien entweder überhaupt nicht erwähnt oder es wurden Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit geschürt. Ein gerne benutztes Hilfsmittel, um kritische Stimmen zum Verstummen zu bringen, ist auch das „in die rechte Ecke schieben“, dieser Menschen und wenn das nicht reicht, wird anschließend nochmal mit der Anitsemitismuskeule drauf gehauen.

Dabei gibt es mittlerweile so viele hochrangige Politiker, Experten, Journalisten und auch andere Prominente aus dem Westen (Experten oder Journalisten aus dem Osten versuche ich erst gar nicht zu zitieren, weil sie ohnehin in unseren Medien grundsätzlich als unglaubwürdig dargestellt werden), die bereits skandalöse Machenschaften und Intrigen der US-Regierung und der NATO aufgedeckt haben. Ich habe irgendwann angefangen, einige Aussagen dieser Personen zu sammeln, die leider so nur sehr selten in unseren Medien zu finden waren.

Jimmy Carter (39. US-Präsident)

„Heute sind wir (die USA) nur noch eine Oligarchie, mit grenzenloser politischer Bestechung mit dem Grundsatz den Präsidenten zu stellen.“

Helmut Schmidt (ehemaliger deutscher Bundeskanzler)

„Für den Frieden der Welt geht von Russland heute viel weniger Gefahr aus als etwa von Amerika.“

„Die Nato ist nur noch ein Instrument US-amerikanischer Hegemonibestrebungen.“

Madeleine Albright (Ehemalige US-Außenministerin)

“Die Russen verfügen über mehr Bodenschätze als ihnen zustehen. Davon wollen wir auch unseren Anteil“

Henry Kissinger (früherer US-Außenminister)

„Öl ist zu wichtig, um es den Arabern zu überlassen“.

Philip Mark Breedlove (ehemaliger US-General und Nato-Oberbefehlshaber)

„Die USA sind bereit, gegen Russland in Europa zu kämpfen und es zu besiegen“.

Michael Gorbatschow (ehemaliger russische Staatspräsident)

„Es sieht alles so aus, als würde sich die Welt auf einen Krieg vorbereiten.“

Georg Friedmann (Gründer des US-Think-Tanks Stratfor)

„Das Hauptinteresse der vereinigten Staaten im vergangenen Jahrhundert waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Weil sie vereint die einzige Macht sind, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse galt sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt.“

https://www.youtube.com/watch?v=93evBMAVmNA

https://www.nachdenkseiten.de/?p=25405

Andreas von Bülow (ehemaliger Staatssekretär beim Bundesverteidigungsminister)

„Amerikaner haben mindestens 50 Staatsregierungen durch Putsche gestürzt“

https://www.youtube.com/watch?v=tP5c4KJ9ncs

Peter Scholl Latour (ehemaliger Journalist und Publizist)

– „Wir leben in einem Zeitalter der Massenverblödung, besonders der medialen Massenverblödung.“

– „Wenn Sie sich einmal anschauen, wie einseitig die hiesigen Medien, von TAZ bis Welt, über die Ereignisse in der Ukraine berichten, dann kann man wirklich von einer Desinformation im großen Stil berichten..“

– „wir erliegen spätestens seit dem zweiten Irak-Feldzug einer umfassenden Desinformation, die in den USA, Großbritannien und Israel durch perfekt organisierte Institutionen betrieben wird …“

– „Syrien war einer der fortschrittlichsten Staaten der islamischen Welt…. bevor es von den Söldnerbanden der CIA überfallen wurde“

http://www.heise.de/tp/artikel/41/41168/1.html

Volker Bräutigam (ehemaliger ARD-Reporter)

– „Tagesschau ist reine Propaganda“z

– „Das Pentagon hat 29000 PR Berater, die nur Geschichten erfinden.“

https://www.youtube.com/watch?v=nBbMLzHJrS0

Egon Bahr (ehemaliger Bundesminister)

– „In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.“

(..)

– „Jetzt wird uns die Vorstellung eines neuen Krieges aufgedrängt. Kreise, die an der Aufrüstung interessiert sind erwecken den Anschein, dass die Lage beängstigend ist. Aber eigentlich wollen sie uns an den Gedanken eines neuen Krieges gewöhnen. Eines 3. Weltkrieges.“

Seymur Hersh (Investigativer US-Journalist bekannt durch Aufdeckung des My Lai-Massakers und des Folterskandals von Abu Ghuraib)

„Lügen auf höchster Ebene bleibt der Modus Operandi der US-Politik, einschließlich geheimer Gefängnisse, Drohnenattacken, Nachteinsätzen von US-Spezialkräften, Umgehens des Dienstweges und Ausschlusses jener, die allenfalls Nein sagen.“

Dennis Kucinich (ehemaliges Mitglied des US-Repräsentantenhauses)

„Die US-amerikanische Bevölkerung hat längst genug vom Krieg. Aber es gibt derzeit eine konzertierte Bemühung, um unser Land mittels Angstmacherei, Propaganda und Lügen auf eine gefährliche Konfrontation vorzubereiten: auf einen Krieg in Syrien als Gegner Russlands. Die Dämonisierung Russlands dient der Wiederbelebung Kalter Krieger, die versuchen, aus dem Mülleimer der Geschichte zu klettern, indem sie das Gespenst einer russischen Weltherrschaft heraufbeschwören.“

https://www.woz.ch/1644/us-amerikanische-aussenpolitik/mit-thinktanks-in-den-lukrativen-krieg

Victoria Nuland (US-amerikanische Diplomatin während der Ukraine-Krise)

„Fuck the EU“

„Jaze (Jazenjuk) ist unser Mann“ (der anschließend auch Ministerpräsident in der Ukraine wurde)

Günter Verheugen (Politiker, ehemaliger Vize-Präsident der EU-Kommission)

„Ja, da kann es überhaupt keinen Zweifel geben. Die Website von Swoboda ist eine wahre Fundgrube an völkischer Ideologie. Die sind getrieben von Russen-Hass, von Juden-Hass und Polen-Hass. Es ist schierer Nationalismus, überzogener exzessiver Nationalismus. Sie rufen nach Atomwaffen für die Ukraine.“

Thierry Meyssan (französischer Journalist)

„Unter der Kontrolle des jüngsten Bruders von Präsident Hamid Karzai ist Afghanistan zum grössten Mohnproduzenten der Welt geworden. Der Mohnsaft wird vor Ort zu Heroin verarbeitet und mit der US-Air-Force nach Camp Bondsteel (Kosovo) transportiert. Dort wird das Rauschgift von den Männern von Haçim Thaçi übernommen, die es vor allem in Europa, manchmal auch in den USA absetzen. Die Gewinne werden für die Finanzierung der illegalen Operationen der CIA eingesetzt“

https://derhonigmannsagt.wordpress.com/tag/thierry-meyssan/

Warren Buffet (US-Amerikanischer Großinvestor)

„Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen“

In dem Zusammenhang habe ich auch einen sehr lesenswerten Brief des Erzbichof der Vereinigten Katholischen Kirche in Melbourne Beach, Florida Robert Bowman (er war auch mal Armee-Oberst mit über 100 Flug-Einsätzen im Vietnam-Krieg) an Georg Bush über die Bedrohung Amerikas durch den Terrorismus gefunden.

“Die Sünden der USA”

„Herr Präsident, bitte sagen Sie dem Volk die Wahrheit über den Terrorismus. Wenn die falschen Vorstellungen über den Terrorismus nicht ausgeräumt werden, wird die Bedrohung fortdauern und uns am Ende komplett vernichten.

Die Wahrheit ist, dass keine von unseren tausenden Atomwaffen uns vor dieser Gefahr beschützen kann. Auch Systeme wie Krieg der Sterne egal wie fortgeschritten sie sind und wie viele Milliarden Dollar für sie hinausgeschmissen werden, werden uns nicht vor einer Atomwaffe schützen können, die mit einem Schiff, einem Flugzeug, in einem Koffer oder einem Mietauto hierher transportiert wird. Keine Waffe Ihres umfangreichen Arsenals und kein Cent der 270 Milliarden Dollar, die jedes Jahr in den so genannten Verteidigungshaushalt fließen, kann eine terroristische Bombe verhindern. Das ist eine militärische Tatsache.

Herr Präsident, Sie haben dem amerikanischen Volk nicht die Wahrheit gesagt, als Sie erklärten, Afghanistan und der Sudan müssten bombardiert werden. Sie sagten, wir seien Zielscheibe des Terrorismus, weil wir die Demokratie, die Freiheit und die Menschenrechte in der Welt verteidigen. Was für eine Absurdität. Wir sind Zielscheibe des Terrorismus, weil unsere Regierung in weiten Teilen der Welt Diktatur, Sklaverei und menschliche Ausbeutung verteidigt. Wir sind Zielscheibe der Terroristen, weil wir gehasst werden.

In wie vielen Ländern haben Agenten unserer Regierung demokratisch gewählte Repräsentanten beseitigt und sie durch Militärdiktatoren ersetzt, willfährige Marionetten, die bereit sind, ihr Volk an die multinationalen Konzerne zu verkaufen? Wir haben dies im Iran getan, als die Marines und die CIA Mossadegh absetzten, weil er die Absicht hatte, die Erdölversorgung zu verstaatlichen. Wir ersetzten ihn durch den Schah Reza Palehvi, bewaffneten, trainierten und bezahlten seine gehasste Nationalgarde Savak. Diese versklavte und terrorisierte das iranische Volk, um die Finanzinteressen unserer Mineralölkonzerne zu schützen. Ist es nach all dem schwer sich vorzustellen, dass es im Iran Menschen gibt, die uns hassen? Das Gleiche haben wir in Chile und in Vietnam getan. Und es ist nicht allzu lange her, dass wir es im Irak versucht haben.

Ist es nicht offensichtlich, wie viele Male wir es in Nicaragua und anderen lateinamerikanischen Republiken getan haben? Nach und nach haben wir die demokratischen Regierungen ersetzt, welche die Reichtümer des Landes unter ihrem Volk aufteilen wollten, das sie schuf. Wir haben sie gegen blutrünstige Tyrannen ausgetauscht, die ihr eigenes Volk verkaufen, um ihre Privatkonten zu vergrößern. Das erreichten wir durch Bezahlung üppiger Bestechungsgelder, bis die Reichtümer dieser Länder von Konzernen wie Sugar, United Fruits Company oder Folger ausgebeutet werden konnten.

In einem Land nach dem anderen hat unsere Regierung die Demokratie durch die Diktatur ersetzt. Und deshalb werden wir auf der ganzen Welt gehasst. Und deshalb sind wir Zielscheibe der Terroristen. Das kanadische Volk genießt Demokratie, Freiheit und Menschenrechte ebenso wie das norwegische oder schwedische. Haben Sie jemals davon gehört, dass die Botschaften dieser Länder bombardiert wurden? Wir werden nicht gehasst, weil wir die Demokratie, Freiheit und Menschenrechte praktizieren. Wir werden gehasst, weil unsere Regierung den Ländern der Dritten Welt diese Prinzipien verweigert, da ihre Ressourcen unseren multinationalen Konzernen Appetit machen. Dieser Hass, den wir gesät haben, wendet sich nun gegen uns in Form des Terrorismus und in Zukunft möglicherweise auch in Form des nuklearen Terrorismus.

Sobald wir aber einmal die Wahrheit über die Existenz seiner Bedrohung und seine Voraussetzungen gesagt haben, wird auch die Lösung des Problems offensichtlich: Wir müssen unsere Praxis ändern. Wir müssen uns unserer Waffen entledigen (unilateral, wenn notwendig), was unsere Sicherheit verbessern wird. Ein drastischer Wechsel in unserer Außenpolitik wird ebenfalls der Sicherheit dienen. Anstatt unsere Söhne und Töchter durch die ganze Welt zu schicken, anstatt Araber zu töten, damit wir das Erdöl unter ihren Wüsten ausbeuten können, sollten wir sie dorthin schicken, um deren Infrastrukturen aufzubauen, sie mit Trinkwasser zu versorgen und die ausgehungerten Kinder zu ernähren. Anstatt tagtäglich tausende irakische Kinder mit unseren Wirtschaftssanktionen zu töten, sollten wir den Irakern helfen, ihre Elektrizitätswerke und Wasseraufbereitungsanlagen, ihre Krankenhäuser und alle anderen Strukturen wieder aufzubauen, die wir zerstört haben. Statt Rebellion, Destabilisierung und Mord zu unterstützen, sollten wir die CIA auflösen und das dafür verschwendete Geld Hilfsorganisationen zukommen lassen.

Zusammenfassend heißt das: Wir sollten gut sein statt böse sein. Wer würde uns dann hassen? Wer wollte uns dann bombardieren? Dies ist die Wahrheit, Herr Präsident. Und es ist nötig, dass das amerikanische Volk sie hört.“

Veröffentlicht in „Publik-Forum“, 2003. Übersetzung: Sebastian Pflugbeil.

Ich finde dieser Brief von einem Autor, der über jeden Verdacht des Antiamerikanismussees erhaben sein dürfte, bringt die aktuellen Probleme sehr schön auf den Punkt.

Es brachte mich fast zur Verzweiflung, diese Informationen zu kennen, aber bei den meisten Gesprächen darüber auf Unverständnis und Unglauben zu stoßen, weil ein Großteil der Gesprächspartner durch diese unerträgliche Berichterstattung wie gehirngewaschen sind. Man traut sich kaum, die negativen Berichte über fremde Staatschefs zu relativieren, weil man gleich in Verdacht gerät irgend einen angeblichen „Schlächter“, „Massenmörder“, „Diktator“ o. ä. zu unterstützen. Dabei sitzen die wirklichen Psychopathen, die ohne Skrupel über Berge von Leichen gehen meiner Meinung nach ganz woanders. Es ist unfassbar, wie man immer wieder völkerrechtswidrige Kriege führen kann, die nachweislich mit Lügen begründet wurden und sich anschließend trotzdem noch erdreistet, sich moralisch über andere Regierungen zu erheben. Und noch unfassbarer ist es, dass die Verantwortlichen es immer wieder schaffen (mit bereitwilliger Unterstützung unserer Medien) die Wahrheit vor (zumindest einem Großteil) der Bevölkerung zu verbergen.

Manchmal dachte ich, es müssten doch jetzt die meisten Menschen dieses perfide Spielchen durchschaut haben. In den Foren hatten auch oftmals die kritischen Stimmen die Oberhand. Ich war der Meinung, wenn man berücksichtigt, dass auch noch viele kritische Kommentare unterdrückt werden, dann müsste schon ein Großteil der Leser über die wahren Hintergründe Bescheid wissen. Die diffamierenden Begriffe wie „Verschwörungstheoretiker“, „Putinversteher“ oder „Amerikahasser“ schreckten anscheinend immer weniger Menschen ab, sich auch mal kritisch gegenüber der westlichen Geopolitik zu äußern. Doch der Eindruck in den Foren täuschte möglicherweise, da sich dort wohl überwiegend verhältnismäßig aufgeklärte und politisch interessierte Menschen äußerten. Die breite Masse wird weiterhin für dumm verkauft und kann oder will nicht glauben, welche schrecklichen Verbrechen sich hier vor ihren Augen abspielen.

Vielleicht sind auch einige dabei, die diese Kriege aus opportunistischen Gründen unterstützten. Es ist vermutlich schon so, dass ein Großteil unseres „Wohlstandes“ davon abhängt, dass wir den Zugriff auf die Ressourcen anderer Länder behalten. Doch wenn es so ist, dann hat es zumindest mir gegenüber noch nie jemand zugegeben.

Ich kann mich allerdings noch an die Aussage von unserem ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler erinnern, der unerwartet ehrlich davon sprach, dass ein Land wie Deutschland auch bereits sein müssen, seine wirtschaftlichen Interessen mit militärischen Mitteln durchzusetzen. Er musste allerdings kurz nach dieser Aussage von seinem Amt zurücktreten. Soviel Ehrlichkeit ist offensichtlich nicht erwünscht gewesen.

Horst Köhler: „Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg. „

Als es zu den Kriegen in Libyen und Syrien kam war mir auch sehr schnell klar, dass es hier wieder nur um geostrategische Interessen ging. Sowohl Gaddafi als auch Assad, die sich den Interessen der USA widersetzten sollten beseitigt werden, um den westlichen Einfluss in der Region zu sichern und zu stärken.

Beides waren Länder, in denen es der Bevölkerung vorher relativ gut ging. Laut Wikipedia hatte Libyen eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen des afrikanischen Kontinents. Die Sozialversicherung der Einwohner umfasste die kostenlose medizinische Versorgung sowie Witwen-, Waisen- und Altersrenten. Allgemeine Schulpflicht bei kostenlosem Unterricht bestand für Sechs- bis Fünfzehnjährige.

Gaddafi hatte angeblich große Pläne eines vereinten Afrikas und wollte durch die Nutzung von riesigen unterirdischen Wasservorräten im Süden Libyens (ca. 35000 Kubikkilometer Wasser im Wert von geschätzten 58 Billionen Euro), Nordafrika fruchtbar machen. Außerdem plante er angeblich eine neue goldgedeckte Währung einzuführen, um die Unabhängigkeit Afrikas zu verbessern. Doch irgendwas davon passte nicht zu den westlichen Interessen (insbesondere den französischen und US-amerikanischen) in der Region. Das diese positiven Dinge von Libyen in unseren Nachrichten so gut wie keine Erwähnung fanden, während fortwährend versucht wurde, die Brutalität und Menschenverachtung Gaddafis mit irgendwelchen Behauptungen (die sich im Nachhinein oftmals auch noch als gelogen herausstellten) zu belegen, ist typisch für die Kriegsvorbereitungen des Westens. Diese manipulative Berichterstattung hat auch hier wieder ihren Zweck erfüllt und den Widerstand gegen einen Krieg in großen Teilen der westlichen Bevölkerung gebrochen. Nachdem dann noch fälschlicherweise behauptet wurde, Gaddafi plane ein Massaker gegen die eigene Bevölkerung wurde zuerst ein UN-Beschluss für eine Flugverbotszone verhängt und dieser Beschluss anschließend genutzt, um Libyen durch ein unfassbares Bombardement zu zerstören. Inwieweit die großzügigen Wahlkampfspenden Gaddafis für Sarkozys Wahlkampf 2007 in Höhe von angeblich 50 Millionen US-Dollar eine Rolle spielten wurde bisher auch noch nicht geklärt. Sarkozy wird zumindest ganz zufrieden sein, dass Gaddafi das Geld nicht wieder zurückfordern kann und auch keine Gegenleistungen mehr erwarten wird. Der Krieg endete mit der unmenschlichen Ermordung Gaddafis und hinterließ ein zerstörtes Land, wo seitdem nur noch das Chaos regiert. Milliarden Dollar, sind angeblich nach dem Krieg ebenfalls spurlos verschwunden.

Ich verstehe nicht, dass es überhaupt noch Menschen gibt, die solche Bombardierungen als akzeptabel betrachten. Man kann doch nicht ganze Länder vernichten, mit dem Argument, sie retten zu wollen. Warum gibt es immer noch Menschen, die diesen Irrsinn nicht durchschauen.?

Alan Kuperman (Professor für öffentliche Angelegenheiten an der Universität von Texas)

„Gaddafi hat niemals mit einem Massaker an der Zivilbevölkerung in Bengasi gedroht, wie Obama behauptete. Die Warnung ‚es werde kein Pardon gegeben‘ vom 17. März richtete sich ausschließlich gegen die Aufständischen, wie die New York Times berichtete. Zudem habe der libysche Machthaber denjenigen eine Amnestie versprochen, die ‚ihre Waffen wegwerfen‘, Gaddafi bot den Rebellen sogar einen Fluchtweg und offene Grenzübergänge in Richtung Ägypten an, um einen ‚Kampf bis zum bitteren Ende‘ zu vermeiden.“

http://www.boston.com/bostonglobe/editorial_opinion/oped/articles/2011/04/14/false_pretense_for_war_in_libya/

In Syrien war (und ist) die Lage noch viel komplizierter. Auch hier war Assad lange Zeit ein Hoffnungsträger, der Reformen im Land durchführen wollte. Doch seine Ablehnung einer Gas-Pipeline, die Erdgas aus Katar Richtung Westen transportiert hätte, und seine Nähe zu Russland und dem Iran hat ihm schnell einen Platz auf der „Regime-Change“-Liste der USA eingebracht. Um Assad zu stürzen wurden islamistische Dschihadisten in das Land eingeschleust und mit Waffen ausgestattet (siehe auch: Projekt Timber Sycamore). Auch ausländische Geheimdienstoffiziere, die die aufständischen Kämpfer unterstützten, befanden bzw. befinden sich offensichtlich im Land. Syrien war vor dem Krieg (ebenso wie Libyen) ein Land mit einer relativ hohen Lebensqualität. Sanktionen gegen das Land und eine Dürre sorgten aber für Unruhen in der Bevölkerung, die 2011 genutzt wurden, um die Lage dort eskalieren zu lassen. Offensichtlich gab es bezahlte, gewaltbereite Provokateure, die während der Demonstrationen die Stimmung anheizten. Die Sicherheitskräfte reagierten daraufhin ebenfalls mit Gewalt. Dadurch explodierte die Situation.

Der Versuch, Assad zu entmachten wurde hier bei uns mit einer unglaublichen Kriegspropaganda unterstützt. Besonders, nachdem die Russen Assad unterstützten, um zu verhindern, dass in Syrien die Dschihadisten die Macht übernehmen konnten, waren täglich Nachrichten über die die Greultaten der russischen bzw. der syrischen Armee zu lesen. Letztendlich wurde Assad immer als der blutrünstige Diktator dargestellt, der seine eigene Bevölkerung mit Giftgas und Fassbomben umbringen oder in Foltergefängnissen ermorden lässt. Wenn man den Medienberichten glauben schenkt, dann hatte Assad während des Krieges keine anderen Interessen, als mit Giftgas und Fassbomben Zivilisten (am liebsten Kinder) und Krankenhäuser zu vernichten.

Quelle war fast immer eine dubiose „syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“, die wie Recherchen ergaben, aus einer Person mit engen Kontakten zur syrischen Oppositon bestand und ihren Sitz in Großbritannien hat.

Dagegen wurden Berichte von Journalisten und Publizisten vor Ort (wie z. B. Eva Bartlett. Karin Leukefeld oder auch Jürgen Todenhöfer), die ein vollkommen anderes Bild der Lage in Syrien vermittelten, in unseren Mainstreammedien fast vollständig unterdrückt. Auch die große Unterstützung, die Assad bis heute (April 2018) noch in der eigenen Bevölkerung genießt, wird in unseren Medien  nur selten thematisiert. Interviews von Assad, oder auch von dem syrischen Botschafter Al-Dschafari die von Zeit zu Zeit bei Youtube zu finden sind, zeichnen ein ganz anderes Bild der Verantwortlichen in Damaskus. Es erinnert mich sehr an die verfälschende Propaganda, die mir schon im Vorfeld Kosovo-Krieges gegen Milosevic aufgefallen ist. Ich glaube nicht, dass Assad ein fehlerfreier Präsident ist, doch bin ich davon überzeugt, dass er zur Zeit die größte Chance für Syrien ist, mittelfristig wieder zu einem lebenswerten Land zu werden. Die westliche Propaganda, die aus ihm einen blutrünstigen Diktator macht, ist meiner Ansicht nach stark interessengeleitet und vertuscht die völkerrechtswidrigen und geostrategisch begründeten Kriegsziele westlicher Mächte in Syrien.

Meiner Ansicht nach waren auch die angebliche Giftgasangriffe, ein Teil dieser Propaganda. Das es ausgerechnet kurz nachdem Obama einen Giftgaseinsatz des syrischen Regimes als „rote Linie“ bezeichnete und für diesen Fall mit einem militärischen Eingreifen der USA drohte, stank dieser Giftgaseinsatz für mich förmlich nach einer „False-Flag“ Operation. Es gibt auch verschiedene Aussagen westlicher Experten und Journalisten (Theodore A. Postol, John Pilger, Seymour Hersh etc.), die ebenfalls darauf hindeuten. In Wirklichkeit scheint es so zu sein, dass das Giftgas von der Opposition, vermutlich mit Unterstützung der Türkei, eingesetzt wurde, um Assad dafür verantwortlich zu machen und ein militärisches Eingreifen des Westens zu erzwingen. Dass es in der Türkei Überlegungen gab, mit Hilfe einer False-Flag Aktion ein militärisches Eingreifen in Syrien zu rechtfertigen, belegte auch ein abgehörtes und veröffentlichtes Gespräch zwischen dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoğlu und dem Geheimdienstchef Hakan Fidan sowie mehreren ranghohen türkischen Militärs. Fidan schlug darin vor, das Agenten von syrischem Boden aus Raketen Richtung Türkei abfeuern und die Schuld daran Syrien zu geben.

Hakan Fidan

„Es ist kein Problem einen Anlass zum Losschlagen zu finden. Wenn es nötig ist kann ich vier Männer nach Syrien schicken. Ich würde sie 8 Granaten auf die türkische Seite abfeuern lassen um einen Vorwand für einen Krieg zu schaffen“

http://www.faz.net/aktuell/politik/youtube-mitschnitt-tonaufnahme-legt-tuerkische-angriffsplaene-auf-syrien-nahe-12868697.html

https://www.youtube.com/watch?v=hQuqa3jJtt4

Aber das diese Informationen im Internet zu finden sind, ändert offensichtlich nichts an der dramatischen Situation für die Bevölkerung in Syrien.

Mittlerweile ist ein großer Teil der Syrer auf der Flucht. Schätzungsweise eine halbe Million sind bereits gestorben. Alles nur, weil im Westen entschieden wurde, dass Assad von der Macht entfernt werden müsse. Über Assad mag man denken was man will. In seinen Reden merkt man jedenfalls, dass er gebildet und intelligent ist (er hat in England studiert und ist Augenarzt). Dass er sich für das syrische Volk einsetzen will, klingt glaubhaft. Ein Großteil des Volkes steht offensichtlich auch nach Jahren des Krieges zu einem großen Teil noch hinter ihm. Wahlen während des Krieges hat er gewonnen, auch wenn diese vom Westen nicht anerkannt wurden. Wie fair es dabei zuging kann ich nur schwer beurteilen. Aber wenn er nicht noch eine große Unterstützung in der Bevölkerung hätte, würde er sich sicherlich nicht so lange an der Macht halten können. Sein Vorgehen gegen die Opposition war hart. Doch vermutlich würde kein Land der Welt bewaffnete Aufstände tolerieren. Die Foltergefängnisse, die sein Vater eingerichtet hat müssen brutal sein. Ich weiß nicht, inwieweit es unter Assad sich verbessert hat. Allerdings haben sogar die USA früher politische Gefangene nach Syrien gebracht um sie „verhören“ zu lassen. Damals waren die Gefängnisse offenbar noch kein Problem. Das ist zumindest ein weiteres Zeichen, wie sehr hier mit zweierlei Maß gemessen wurde und wird. Aber ich glaube, dass es dem größten Teil der verantwortlichen Politiker auch klar sein müsste, dass es in Syrien ebenfalls nicht um die Belange der syrischen Bevölkerung ging.

Die Entwicklung war vor den bewaffneten Aufständen durchaus positiv.

Assad galt lange Zeit auch im Westen als Hoffnungsträger. Die Stimmung kippte anscheinend erst, als er sich gegen ein geplantes Pipeline-Projekt (von Katar durch Syrien nach Europa in die Türkei) entschied.

Unter dem Titel „Warum uns die Araber nicht in Syrien haben wollen“ hat der Sohn von Robert Kennedy in Politico einen äußerst lesenswerten Essay geschrieben. Darin erklärt Kennedy im Detail, wie die US-Regierungen und Geheimdienste in vielen Ländern Staatsstreiche verübt und „islamistische Revolutionen“ angezettelt haben, um sich des Zugriffs auf das Erdöl zu versichern. Robert Kennedy jr. steht wirklich nicht im Verdacht, russische oder syrische Propaganda zu verbreiten. Umso interessanter sind seine Aussagen.

– „Der Regime-Change war lange geplant und ist typisch für US-Interessen im Nahen Osten“

– „Geben wir es doch endlich zu: Was wir als Krieg gegen den Terror bezeichnen ist doch in Wahrheit nur einfach ein neuer Krieg um Erdöl und Erdgas.

– „Der Syrienkrieg ist ein Pipelinekrieg. .. Er begann im Jahr 2000 als Katar erklärte, es werde für 10 Mrd Dollar eine 1500 Kilometer lange Erdgaspipeline durch Saudi Arabien, Jordanien und Syrien bis in die Türkei bauen.“

– In der US-amerikanischen Öffentlichkeit wird der Krieg in Syrien falsch dargestellt. Wenn Druck auf eine stärkere Intervention der USA gemacht werde, um die Opposition zu unterstützen, geht es nicht um „humanitäre Motive“. Der IS ist mit kräftiger Unterstützung amerikanischer Geheimdienste und amerikanischer Politik zu dem geworden, was er ist.

– „Geheime Depeschen und Berichte von US-, saudischen- und israelischen Nachrichtenagenturen weisen darauf hin, dass kurz nachdem Assad den Bau der Katar-Pipeline abgelehnt hatte, Militär- und Geheimdienststrategen zu dem Konsens kamen, die Anfachung eines sunnitischen Aufstands in Syrien gegen den unkooperativen Assad könne ein sinnvolles Mittel sein, um den Bau der Katar-Pipeline zu verwirklichen. Enthüllungen von WikiLeaks zufolge begann die CIA 2009, kurz nachdem Assad den Bau der Pipeline abgelehnt hatte, damit, Oppositionsgruppen in Syrien zu finanzieren. Zwei Jahre vor den Aufständen gegen Assad, wohlgemerkt.“

– „Sie (die Araber) hassen uns nicht für „unsere Freiheit“. Sie hassen, dass wir unsere Ideale in ihren Ländern verraten haben – für Öl.“

https://blogs.taz.de/datenscheich/2016/02/25/robert-f-kennedy-jr-zu-syrien/

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/03/22/robert-kennedy-knallharte-abrechnung-mit-unmoralischer-us-politik-in-syrien/

http://www.politico.com/magazine/story/2016/02/rfk-jr-why-arabs-dont-trust-america-213601#ixzz41DNtasyx

Auch andere Aussagen bekannter Persönlichkeiten waren sehr interessant.

Seymur Hersh (Investigativer US-Journalist bekannt durch Aufdeckung des My Lai-Massakers und des Folterskandals von Abu Ghuraib)

Seymour Hersh zu den Giftgasangriffen in Ghouta 2013

– „Im Frühling 2013 erfuhren die US-Dienste, dass die türkische Regierung – über Kreise ihres Geheimdienstes MIT und die Gendarmerie, eine militarisierte Polizeitruppe – direkt mit Al Nusra und deren Verbündeten zusammenarbeitete, um die Mittel zu chemischer Kriegsführung zu entwickeln. Der MIT (türkische Geheimdienst) betrieb die politische Koordination mit den Rebellen, und die Gendarmerie kümmerte sich um die militärische Logistik, Ratschläge vor Ort und Training – auch in chemischer Kriegsführung“

– „Erdogans Hoffnung war, ein Ereignis anzustiften, das die USA dazu zwingen würden, die rote Linie zu überschreiten.“

(Hersh zitiert Geheimdienstmitarbeiter)

– „Wie wir jetzt wissen, war es eine verdeckte Operation, die von Erdogans Leuten geplant wurde, um Obama über die Rote Linie zu zwingen“

http://www.hintergrund.de/201404073059/globales/terrorismus/die-kriegstreiber.html

Baschar Dschaafari ( syrischen Botschafter)

“ Und ist es nicht ein Paradox, daß Obama am 20. August diese Warnung ausspricht und seine rote Linie zieht, und dann finden zufällig einen Tag später, am 21., Giftgasangriffe in den Vororten von Damaskus statt? Als würde jemand sagen: „Herr Präsident, jetzt haben sie die Linie überschritten. Sie müssen sie bestrafen. Sie müssen Präsident Assad töten! So wie Ihr Vorgänger Saddam Hussein getötet hat.“ Ist das nicht seltsam? Würde die syrische Regierung Chemiewaffen einsetzen, während Dr. Sellström in Damaskus ist? Was denken Sie?“

http://derwaechter.net/syrien-die-maske-fallt-die-wahrheit-kommt-ans-licht

Roland Dumas (ehemaliger französischer Außenminister zu dem Konflikt in Syrien)

„Ich war vor zwei Jahren, also vor den Gewaltausbrüchen in Syrien, wegen anderer Unterredungen in England. Großbritannien bereitete die Organisation einer Invasion von Rebellen in Syrien vor. Sie fragten mich sogar, obwohl ich nicht mehr Außenminister war, ob ich mich an den Vorbereitungen beteiligen wolle“.

https://youtu.be/FLlmLtIRNRA

Günter Meyer (Leiter des Zentrums für Forschung zur Arabischen Welt zu Syrien)

„Das Giftgasmassaker wurde von Assad-Gegnern als „Angriff unter falscher Flagge“ inszeniert und durch Weißhelme weltweit verbreitet“.

https://www.rubikon.news/artikel/giftgasmassaker-war-false-flag-operation

http://www.wiwo.de/politik/ausland/syrien-experte-guenter-meyer-amerika-ist-verantwortlich-fuer-diese-katastrophe/14628278-all.html

Wenn man sich die Kriege anschaut, dann verlaufen sie alle nach einem bestimmten Muster. Der Ablauf ist offensichtlich immer sehr ähnlich und wenn man ihn erst mal durchschaut hat, dann ist es viel leichter, sich gegen die permanente Kriegstreiberei, die in vielen Medien vor dem Beginn eines Krieges veranstaltet wird, zu immunisieren.

Anfangs werden oppositionelle Gruppen unterstützt und es werden Demonstrationen gegen die Regierung veranstaltet. Während der Demonstrationen kommt es dann in aller Regel zu Gewalttaten, für die ausschließlich die Regierung des betroffenen Landes verantwortlich gemacht wird. Manchmal kam später sogar heraus, dass Provokateure in diese Demonstrationen eingeschleust wurden, um Gewalttaten von Seiten der Polizei des Landes zu provozieren.

Anschließend werden wochen- oder monatelang Schauergeschichten über die Regierungen der im Visier befindlichen Ländern verbreitet, bis zumindest in einem großen Teil Bevölkerung der Glaube entsteht, dass man doch in dem entsprechenden Land militärisch eingreifen müsse, um einen humanitären Notstand zu verhindern. Dazu werden (mit willfähiger Unterstützung eines Großteils unserer Medien) Gräueltaten der Regierenden an ihrer eigenen Bevölkerung erfunden oder zumindest übertrieben dargestellt und/oder es wird ein Bedrohungsszenario für Nachbarländer geschaffen, mit dem anschließend ein Militärschlag und die Vernichtung des Landes begründet wird.

Interviews von den betroffenen Regierungschefs, oder anderen Regierungsmitgliedern bekommt man selten zu hören. Auch die Bevölkerung in den betroffenen Ländern wird in aller Regel nicht gefragt, was sie will. Wenn die Regierung durch Wahlen an die Macht gekommen ist, dann müssen die Wahlen natürlich manipuliert gewesen sein.

Wenn sich später herausstellte, dass alles gar nicht so war, sind die Länder im Chaos versunken, die Opfer begraben und die Gewinne der Kriegsprofiteure einkassiert worden. Schuldige, die für diese Verbrechen zur Verantwortung gezogen werden könnten, gibt es natürlich nicht. Oder es sind die Regierungschefs der angegriffenen Länder, die nach dem Krieg verurteilt werden (falls sie nicht schon früher ermordet worden sind.)

Dabei kann ich mich nicht erinnern, dass jemals ein Mitglied einer US-Regierung für die begangenen Verbrechen zur Verantwortung gezogen wurde. Und das, obwohl sie nachgewiesenerweise Kriege anzettelten, und damit für den Tod von Millionen Menschen  verantwortlich sind. Alleine im Irak wurden aufgrund von Lügen über eine Million Iraker umgebracht und über drei Billionen Dollar an Kriegskosten verursacht. Auch Folterungen, Mordversuche oder sogar gezielte Morde, Drohnen-Angriffe, Ausspähungen von Bürgern in fremden Ländern blieben bisher immer unbestraft. Auch für die Langzeitwirkungen der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki oder die Folgen von Agent Orange in Vietnam wurde niemand bestraft.

Für mich spitzte sich die Situation weiter zu, als es zu der Ukraine-Krise kam. Die USA steckten angeblich fünf Milliarden Dollar in den Regimewechsel (lt. Aussage der hochrangigen US-Diplomatin Victoria Nuland) und halfen dabei mit, dass faschistische und russophobe Politiker in der Ukraine an die Macht kamen. Dass die Menschen auf der Krim und in der Ostukraine sich anschließend von dieser Putschregierung lossagen wollten, hätte eigentlich niemanden verwundern dürfen.

Auch wenn es unstrittig ist, dass es große Teile der Bevölkerung gibt, die mit der Regierung unter Präsident Janukowytsch nicht einverstanden waren (das gleiche gilt aber auch für die Vorgängerregierungen, sonst wäre er ja erst gar nicht mehr gewählt worden) finde ich es nicht selbstverständlich, davon auszugehen, dass diese neue Regierung von der Mehrheit der Bevölkerung unterstützt wird.

Vor allem, wenn man bedenkt, welche „dubiosen“ Personen u. a. aus der nationalistischen Swoboda-Partei hier in der Politik und im Sicherheitsapparat jetzt Verantwortung übernommen haben.

Hier nur ein paar Beispiele:

Arseni Jazenjuk (der neue Premierminister ist ein Mitglied der Vaterlandspartei, deren Führerin Julia Timoschenko lt. einem veröffentlichten Telefonat dazu aufgerufen hat, alle in der Ukraine lebenden Russen mit Atomwaffen auszulöschen) hat über seine Stiftung „Open Ukraine“ (deren Webseite zwar mittlerweile gelöscht aber dennoch im Netz zu finden ist) enge Verbindungen zur USA.

Arsen Awakow, ist der neue Innenminister und der Verkünder des „Anti-Terror-Einsatzes“ gegen die widerspenstige Bevölkerung im Osten der Ukraine. Er war bereits Gebietsgouverneur von Charkiw, verfügt angeblich über ein Vermögen von geschätzten 189 Millionen $ und stand wegen Amtsüberschreitungen bereits bereits auf der Fahndungsliste der Interpol. (Quelle: http://german.ruvr.ru/2014_04_29/Kampflustiger-ukrainischer-Facebook-Minister-4955/ )

Oleh Tjahnybok ist der Fraktionsvorsitzende der ultranationalistischen Swoboda-Partei.

Laut Wikipedia ist Oleh Tjahybo ein nationalistischer ukrainischer Politiker und seit 2004 Vorsitzender der Allukrainischen Vereinigung „Swoboda“.

Im Dezember 2012 wurde er (zusammen mit seinem Vertreter Igor Miroshnichenko, dervom Simon-Wiesenthal-Zentrum auf Platz 5 seiner„Liste judenfeindlicher Verunglimpfungen“ gesetzt.

Unter anderem hatte Tjahnybok, behauptet, die Ukraine werde von einer „jüdisch-russischen Mafia“ regiert und die Schauspielerin Mila Kunis beschimpft.

Außerdem soll er zum bewaffneten Freiheitskampf gegen die Russen, die Deutschen, die Judenschweine und sonstiges Gesindel aufgerufen haben (Quelle: Wikipedia)

Er traf u. a. am 15. Dezember 2013 mit dem US-Politiker John McCain zusammen, der die Forderungen der Demonstranten unterstützt und war auch einer der Oppositionspolitiker (zusammen mit Vitali Klitschko und Arseni Jazenjuk) mit denen unser Außenminister Steinmeier (zusammen mit seinem französischen und seinem polnischen Amtskollegen) eine Lösung der Krise in Kiew erreichen wollten.

Oleg Machnizki, der neue Generalstaatsanwalt von der „Swoboda“, ist in erster Linie dafür bekannt, dass er den Swoboda-Chef Tjagnibok Mitte der 2000er Jahre vor Gericht gegen die damals erhobenen Antisemitismusvorwürfe verteidigte.

Ihor Miroschnytschenko ist Abgeordneter und stellvertretender Vorsitzender des „Ukrainischen Komitees für Meinungsfreiheit“

Am Abend des 18. März 2014 drang er und eine Gruppe von Parlamentsabgeordneten und Unterstützern der „Swoboda“ Kiew in das Büro des Direktors des staatlichen Fernsehsenders NTKU ein und haben Alexander Panteleymonow mit Gewalt zur Unterzeichnung einer Rücktrittserklärung gezwungen.

Sie warfen dem TV-Direktor die Fernsehübertragung der Unterzeichnung des Vertrages über die Eingliederung der Krim in die russische Föderation und die Unterstützung des russischen Präsidenten Wladimir Putin vor.

Sehr schön, dass diese „Vertreter der Meinungsfreiheit“ sich selber gefilmt haben:

http://www.youtube.com/watch?v=ZRa6aDR3Cgg

Andrej Parubi ist Chef des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats Er war Mitbegründer der rechtsextremen Sozial-Nationalen Partei der Ukraine, des Vorläufers der heutigen Swoboda-Partei. In seiner politischen Laufbahn wechselte er mehrfach die Parteizugehörigkeit, bei den Parlamentswahlen 2012 kandidierte er auf der Liste von Julija Tymoschenkos Vaterlandspartei.

Während der Euromaidan-Proteste galt Parubij als „Kommandeur des Maidan“.

Nach neusten Vermutungen steht er unter Verdacht, einer der Anstifter für die Todesschüsse auf dem Maidan zu sein.

Zudem leitete Parubij die paramilitärische Jugendorganisation „Patriot Ukrainy“ (Patriot der Ukraine). Die strebt unverhohlen einen reinrassigen Staat, totale Ukrainisierung und ein Migrationsverbot an.

Dmytro Jarosch: Vorsitzender oder Anführer des rechten Sektors (der ukrainischen rechtsextremen und radikal nationalistischen Gruppe „Prawyj Sektor“) und Präsidentschaftskandidat. Wegen eines im Internet veröffentlichten Aufrufs von Jarosch an den tschetschenischen Terroristenführer Doku Umarow zur Unterstützung der Ukraine den „Kampf gegen Russland zu aktivieren“ ermittelt die russische Staatsanwaltschaft seit dem 3. März 2014 gegen Jarosch.

Herausgeber der Kampfschrift „Nation und Revolution“ (Darin wendet er sich offen gegen die parlamentarische Demokratie und tritt für einen ethnisch begründeten Nationalismus ein. Er will die „nationalistische Ideologie auf dem gesamten Territorium unseres Staates“ verbreiten, die Ostukraine „entrussifizieren“ und die „führende Rolle des Wurzelvolkes im Staat“ durchsetzen.

Quelle: https://www.wsws.org/de/articles/2014/04/25/rese-a25.html)Valentin Naliwaitschenko, Geheimdienstchef und Parteifreund von Vitali Klitschko hat das Geleitwort zu der Kampfschrift „Nation und Revolution“ von Dimitri Jarosch verfasst.

Ein makabrer Witz sind meiner Ansicht nach auch die von der neuen Regierung eingesetzten „Gouverneure“.

Vor allem auch, wenn man bedenkt, dass sich die Proteste ja auch gegen den Einfluss der Oligarchen in der Politik gerichtet haben.

So wurde zum Beispiel Igor Kolomysky der neue Gouverneur in der östlichen Region Dnepropetrovsk. Er ist angeblich mit 2,4 Milliarden Dollar der drittreichste Mann der Ukraine.

Der neue Gouverneur der Donetsk-Region (ebenfalls Ost-Ukraine) ist Sergey Taruta mit ca. 2 Milliarden Dollar Vermögen.

Wie reich der in Odessa eingesetzte Oligarch Wladimir Nemirowski ist weiß ich nicht. Er ist mir hauptsächlich aufgefallen als er die „Brandstifter von Odessa“ (die sich immerhin gerade verantwortlich für den Tod von 46 Menschen beim Brand des Gewerkschaftshauses gemacht haben) verteidigte. Er meinte, das Vorgehen sei legal gewesen, um bewaffnete Terroristen zu neutralisieren.

Der neu eingesetzte Gouverneur der südliche Oblast Kherson, Yuir Odarchenko ist gerade kürzlich dadurch aufgefallen, dass er Adolf Hitler einen „Befreier der Ukraine“ nannte.

Insgesamt ist das jedenfalls eine ziemlich illustre Gesellschaft, die in der Ukraine jetzt das Sagen hat. Die ersten „Aktionen“ (wie z. B. der Plan das Sprachengesetz abzuschaffen oder das angebliche Ausfliegen der ukrainischen Goldreserven in die USA) trugen bestimmt (zumindest im russischsprachigen Teil der Bevölkerung) auch nicht zur Vertrauensbildung bei.

Jedenfalls fand ich es anfangs sehr unverständlich, dass diese neue Regierung umgehend von einer großen Anzahl westlicher Regierungen anerkannt wurde.

Verständlich wurde dieses Vorgehen für mich erst als ich erfahren habe, wie viel Geld aus dem Westen (u. a. auch von der überwiegend aus Steuergeldern finanzierten Konrad Adenauer Stiftung) investiert wurde, um die Ukraine aus dem russischen Einflussbereich herauszureißen und der EU anzugliedern.

Das diese Regierung mit ihrer neugegründeten Nationalgarde mittlerweile schon viele Todesopfer zu verantworten hat und gerade dabei ist, die Ukraine in einen Bürgerkrieg zu treiben fällt dann vermutlich unter „Investitionsrisiko“.

Aber weil das natürlich kein westlicher Politiker auf sich sitzen lassen will geben sie (unterstützt von unserer Presse) einfach mal Herrn Putin für alles die Schuld, und tun so als wäre er ein aggressiver Diktator, vor dem wir alle Angst haben müssen !?

Es ist alles einfach unfassbar. Und umso mehr man sich damit befasst, um so unglaublicher wird alles. Ich kann jedem nur empfehlen, mal den einen oder anderen Krimi oder Politthriller zur Seite zu legen. Die Realität toppt bestimmt viele dieser Romane.

Das was mir zu diesem Zeitpunkt aber wirklich begann Angst zu machen, war die zunehmende Hetze gegen den russischen Präsident Putin. Mir kam es vor, als würde gegen ihn eine Hetzkampagne gestartet, um einen Grund für einen neuen (kalten) Krieg gegen Russland zu haben. Dabei hatte ich schon vorher einige Reden von Putin gelesen und empfand seine Aussagen als sehr fundiert und zukunftsorientiert. Er sprach z. B. von einer gemeinsamen Sicherheitsstrategie in Europa unter Einbeziehung Russlands. Leider wurde das immer ignoriert. Stattdessen wurde mit Hetzparolen und unhaltbaren Anschuldigungen reagiert, die mir besonders nach unserer Geschichte und den vielen russischen Toten, die wir zu verantworten haben, extrem peinlich waren. Spätestens nach der  angeblichen „Annektion“ der Krim, eskalierte die Lage immer mehr. Dabei ist es immer noch umstritten, ob es sich hier um eine Annektion oder nicht um eine Sezession handelte. Immerhin wurde hier (im Gegensatz zu der westlichen völkerrechtswidrigen Intervention im Kosovo-Krieg) die Bevölkerung befragt und war mehrheitlich für diesen Anschluss an Russland. Ich fand es verständlich, dass es zu Widerständen in Teilen der Bevölkerung gekommen ist, nachdem erst mit viel Geld ein gewalttätiger Putsch in der Ukraine unterstützt, und anschließend versucht wurde, die russischsprachige Bevölkerung der Ukraine mit Gewalt zu zwingen, diese Putsch-Regierung zu akzeptieren. Ich fand es auch nachvollziehbar, dass sich anschließend die Bevölkerung der Krim mehrheitlich dafür entschied, dass sie lieber zu Russland gehören möchte, statt zu einer Ukraine, in der Menschen die Macht übernommen hatten, von denen zumindest ein Teil ein ausgesprochen gestörtes Verhältnis zur russischen Bevölkerung hatten. Ich denke zum Beispiel an die Aussagen der vom Westen hofierten Julia Timoschenko, die in einem Telefonat darüber sprach, dass man alle Russen „nuken“ d.h. mit Atomwaffen umbringen sollte und sie Putin gerne selber erschießen würde. Dass nebenbei noch der russische Zugriff auf seinen Schwarzmeerhafen auf der Krim gefährdet wurde, war vermutlich ein weiterer Grund, dass Putin die Krim „annektierte“. Einige Rechtswissenschaftler (wie zum Beispiel Reinhard Merkel, der Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie) reden im Falle der Krim sowieso nicht von einer Annektion sondern von einer Sezession und einer anschließenden Eingliederung, was für mich auch logischer klingt) Es kann ja durchaus sein, dass der Einsatz der russischen Soldaten außerhalb ihres Stützpunktes nicht legal war. Meiner Meinung nach hat dieser Einsatz aber die gewaltsame Unterdrückung des Referendums durch die ukrainische Armee verhindert und die Abstimmung der Krim-Bevölkerung über ihr weiteres Schicksal erst ermöglicht. Ich finde, da sind von westlicher Seite in den letzten Jahren und Jahrzehnten viel gravierendere Völkerrechtsbrüche begannen worden. Darüber hinaus bin ich mir immer noch sicher, dass es ohne den gewaltsamen Putsch in der Ukraine auch nicht zu einer Abspaltung der Krim gekommen wäre.

Wie die Stimmung auf der Krim ist, erkennt man doch auch daran, dass bei den russischen Präsidentenwahlen 2018 über 90% der Krim-Bevölkerung für Putin gestimmt haben. Will man unter diesen Umständen wirklich die Krim mit Gewalt wieder in die Ukraine eingliedern. Ich wage mir die Konsequenzen überhaupt nicht auszumalen.

Ich hatte mir damals viele Interviews mit Frau Krone-Schmalz angesehen, die diese Problematik in meinen Augen sehr gut darstellte. Doch ihre kritischen Stellungnahmen zur Rolle des Westens in dieser Krise konnten die fast schon hysterische Stimmungsmache gegen Russland in den Medien nicht verhindern.

Die Einseitigkeit der Berichterstattung war für mich unfassbar. Mehrmals habe ich bei Diskussionen gesagt, dass Göbbels sicherlich froh gewesen wäre, so tolle Propagandawerkzeuge wie unsere Massenmedien zu haben. Am erstaunlichsten war für mich, dass es trotz der vielen Beispiele in der Vergangenheit, bei denen die Diffamierung ausländischer Staatschefs immer einer der ersten Schritte in Richtung Krieg waren, diese Hetze von unseren Medien so willig und unhinterfragt verbreitet wurde. Manchmal bekam ich den Eindruck, sie wollten mit aller Gewalt dafür sorgen, dass Putin als Wurzel allen Übels auf der Welt empfunden wird. Es wird sogar noch so getan, als würde Putin auch das eigene Volk unterdrücken. Der ehemalige NDR-Redakteur Volker Bräutigam sagte zu dieser Art der Berichterstattung durch die Medien

„Es gilt, die Zustimmung der deutschen Bevölkerung zu gewinnen für diese gefährliche Provokation, es gilt, die deutsche Hemmschwelle vor Krieg und Mord zu senken“

Dabei verkennt man aber die positive Entwicklung, die Russland unter Putin genommen hat.

Wie man ohne große Probleme im Internet recherchieren konnte ging es nach dem Zusammenbruch der Sowjetunjon und der Krise unter Jelzin mit der russischen Wirtschaft und dem Lebensstandard der russischen Bevölkerung steil bergauf. Durch die Sanktionen bekam dieser Aufschwung einen Dämpfer. Dennoch ist die Unterstützung für Putin in der russischen Bevölkerung immer noch sehr hoch.

Ich frage mich schon lange, warum so wenige Menschen merken, wie sehr bei der Beurteilung von aktuellen Ereignissen mit zweierlei Maß gemessen wird.

Dabei erscheint alles so einfach und klar, wenn man sich mal die Mühe macht, die Nachrichten ein klein wenig zu hinterfragen. Mittlerweile gibt es im Internet so viele Informationen, auf die man zugreifen kann, dass jeder Interessierte sehr schnell verstehen würde, welch perfides Spielchen hier mit uns und unserer Zukunft getrieben wird, wenn er sich nur mal ein klein wenig Zeit nehmen würde um sich damit zu beschäftigen.

In der Ukraine erreichte aber diese einseitige Berichterstattung ihren vorläufigen Höhepunkt.

Es wurde immer noch von friedlichen Demonstrationen auf dem Maidan gesprochen, als in Youtube schon haufenweise Videos von gewaltbereiten Maskierten kursierten, die Molotowcocktails auf passive ukrainische Sicherheitskräfte warfen. Die Schüsse, die wie aus einem abgehörten Telefonat zwischen Estlands Außenminister Urams Paet und der EU-Außenbeauftragen Catherine Ashton hervorging, sowohl Demonstranten als auch ukrainische Sicherheitskräfte trafen und angeblich aus einem Stützpunkt der Aufständischen kamen, wurden bis heute noch nicht aufgeklärt. Allerdings gibt es mittlerweile Geständnisse von drei Georgiern, die aussagten, dass sie bezahlt wurden, um mit Waffengewalt größtmögliches Chaos anzurichten. Bewaffnet wurden sie angeblich von militanten Maidan-Kommandeuren der Opposition. Eine wichtige Rolle dabei spielten offensichtlich Andrij Parubij von der Swoboda-Partei und Dmytro Jarorsch,  ein Anführer vom rechten Sektor. Doch in unseren Mainstream-Medien wurden (und werden) diese Dinge überhaupt nicht erwähnt. Auch, dass die USA den Putsch in der Ukraine mit 5 Mrd. Dollar unterstützten, konnte man nur selten in den Mainstreammedien finden – ebenso wie die Regierungsbeteiligung nationalistischer und faschistischer Gruppen.

Gräultaten durch den rechten Sektor im Osten der Ukraine (wie z.B. beim Brand des Gewerkschaftshauses in Odessa) wurden entweder verharmlost, verdreht, oder es wurde überhaupt nicht darüber berichtet.

Dafür wurde immer wieder die „Annektion“ der Krim angeprangert. Abgesehen von der merkwürdigen Schenkung der Krim an Russland durch den ehemaligen ukrainischen Präsidenten der Sowjetunion Chruschtschow und dem langjährigen Bestreben der Krimbevölkerung, für eine Loslösung von der Ukraine, war auch noch eine überwiegende Mehrheit der Krim-Bevölkerung für einen Anschluss an Russland. Ob es sich wirklich um eine völkerrechtswidrige Annektion handelt ist unter den Völkerrechts-Experten auch sehr umstritten. Viele reden davon, dass es sich um eine Sezession handelt, die durch das im Völkerrecht verankerte Selbstbestimmungsrecht der Völker gedeckt ist. Doch das spielte in unserer öffentlichen Wahrnehmung ebenso wenig eine Rolle, wie die Tatsache, dass dieser Anschluss der Krim an Russland fast komplett gewaltfrei vonstatten ging. Dadurch wurde, wie ich glaube, die Krim von einem jahrelangen Bürgerkrieg, wie er immer noch im Osten der Ukraine im Gang ist, verschont. Natürlich hatte auch Putin hier strategische Interessen. Schließlich liegt die russische Schwarzmeerflotte auf der Krim. Doch im Westen hätte das bekannt sein müssen und der Versuch, sich durch den unterstützten Putsch in Kiew auch gleich die Krim einzuverleiben war ein ganz gefährliches Spiel. Den Verantwortlichen in der Nato war das offensichtlich egal. Ohnehin hat sich die Nato seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion für mich in eine sehr negative Richtung entwickelt. Aus dem ehemaligen Verteidigungsbündnis wurde eine aggressive Organisation, die sich trotz gegenteiliger Absprachen nach dem Fall der Berliner Mauer, immer mehr Richtung Osten ausdehnte und bei jedem Widerspruch sehr schnell mit den Säbeln rasselte. Vermutlich hat niemand damit gerechnet, dass Putin sich trauen würde, hier Widerstand zu leisten und der Nato die Krim, auf der sich ja auch der russische Schwarzmeerhafen befand, wieder vor der Nase wegzuschnappen.

Ich war jedenfalls sehr froh, dass die sogenannte „Annektion“ der Krim durch Russland friedlich über die Bühne gegangen ist, und mir sträubten sich sämtliche Haare, als ich Aussagen von ukrainischen Politikern hörte, die die Krim militärisch gegen den Willen der dort lebenden Bevölkerung zurück erobern wollten. Was ich beängstigend fand, waren die aggressiven Töne in Richtung Russland. Immer öfter wurde Putin als aggressiver Diktator dargestellt, der die angrenzenden Länder bedroht. Das widersprach aber allem, was Russlandkenner, wie z. B. Frau Krone-Schmalz in Interviews sagten. Auch die Reden und Interviews die Putin gab, vermittelten mir das Bild eines sehr sachkundigen und kontrollierten Politikers, dem durchaus an einem guten Verhältnis zum Westen gelegen war. Doch auch von diesen Aussagen war in unseren Medien nichts zu lesen. Stattdessen gab es fast täglich neue Anschuldigungen und Diffamierungen in Richtung Russland. Das erinnerte mich stark an die Anschuldigungen gegen Milosevic, Saddam, Gaddafi oder Assad. Dort hat es anschließend nicht mehr lange gedauert, bis deren Länder bombardiert wurden. Ich bekam immer mehr das Gefühl, dass auch Putin mit aller Gewalt entmachtet werden sollte. Da aber ein großer Teil der russischen Bevölkerung hinter ihm steht, was auch aufgrund der enormen wirtschaftlichen und sozialen Erfolge, die er seit seiner Machtübernahme erzielen konnte, kein Wunder ist, befürchtete ich, dass diese Entmachtung wieder mal mit militärischen Mitteln durchgeführt werden sollte.

Aussagen von westlichen Politikern oder Militärs, wie z. B. dem ehemaligen Nato-Oberbefehlshaber Breedlove

„Die USA ist bereit Russland zu bekämpfen und zu besiegen“

bestätigten meinen Verdacht, dass ein Krieg gegen Russland durchaus in Betracht gezogen, wenn nicht sogar geplant wurde. Viele namhafte Politiker warnten und warnen auch heute noch vor dieser Gefahr.

So sagte zum Beispiel der ehemalige sowjetische Präsident Gorbatschow:

„Von einem Kalten Krieg geht die Nato zu den Vorbereitungen für einen heißen Krieg über. Sie sprechen nur über Verteidigung, aber im Grunde treffen sie Vorbereitungen für Angriffshandlungen“

Wer sollte sich denn da von wem bedroht fühlen.

Es war eine Entwicklung, die mir immer mehr Angst machte.

Als am 17. Juli 2014 ein Verkehrsflugzeug (MH17) über der Ostukraine abgeschossen wurde und sehr schnell wieder die Schuld bei Russland und den angeblich von Russland unterstützen Seperatisten im Osten der Ukraine gesucht wurde eskalierte die Situation.

Es war mir sehr schnell klar, dass hier vermutlich wieder irgend etwas nicht stimmen konnte. Die Berichterstattung in den Medien deckte sich einfach nicht mit den Informationen, die ich im Internet fand. Viele Merkwürdigkeiten wurden überhaupt nicht hinterfragt. So erschien zum Beispiel bereits ein Artikel im Internet, demzufolge ein Herr Geratschenko (damals Berater des ukrainischen Innenministeriums) bereits „wusste“, dass der Flieger von den Seperatisten mit einer Flugabwehrrakete des Typs „BUK“ abgeschossen wurde, noch bevor irgendwelche Rettungskräfte an der Absturzstelle waren.

Das machte mich gleich wieder misstrauisch. Es hatte mich sowieso schon gewundert, dass Verkehrsflugzeuge immer noch über das Kampfgebiet fliegen konnten, obwohl dort bereits mehrfach ukrainische Kampfflugzeuge abgeschossen wurden, die Angriffe auf die Rebellengebiete geflogen sind.

Allerdings wurde das damit begründet, dass die Rebellen angeblich keine Waffen hätten, die Flugzeugen in dieser Höhe gefährlich werden konnten. Wenn man der offiziellen Version glauben möchte, dann war das zumindest ein, für die Insassen der MH17, tödlicher Irrtum.

Als ich hier ein bisschen weiter recherchierte bin ich auf einen Forumseintrag gestoßen, in dem ein Nutzer schrieb, dass er auf Twitter Tweeds eines angeblichen Fluglotsen gelesen habe, in denen dieser unter dem Twitter-Namen @spainbuca direkt nach dem Unglück getwittert habe, dass das ukrainische Innenministerium für diesen Abschuss verantwortlich sei. Angeblich hätten auch bis kurz vor dem Abschuss Kampfflugzeuge den Verkehrsflieger begleitet. Kurz nach dem Abschuss wäre dann der Tower in Borispol, in dem er arbeitete von Truppen des Innenministeriums besetzt, und Bänder von der Kommunikation zwischen Tower und Piloten beschlagnahmt worden. Er fürchtete angeblich um sein Leben, wollte aber weiter schreiben bis ihm das Handy abgenommen würde. Ich fand heraus, dass der (mutmaßliche) Fluglotse, der die Meldungen abgesetzt hatte Carlos Barrios Sanchez heißt oder hieß. Er hatte eine Freundin namens Mihaela Nehnici.

Die Meldungen von Carlos waren auf spanisch und übersetzt lauteten sie etwa wie folgt.

  • Kiewer Behörden versuchen es wie eine Attacke der Pro-Russen aussehen zu lassen.
  • „Das malaysische Flugzeug B777 verschwand vom Radar es gab keine Kommunikation über irgendetwas Außergewöhnliches“
  • „Flugzeug abgeschossen, abgeschossen, abgeschossen, kein Unfall“
  • „Kiew hat was sie wollten. Ich sagte es in den ersten Tweets, Kiew ist verantwortlich“
  • „Kein normaler Unfall, sie bedrohen uns in dem Tower vom Kiewer Flughafen“
  • „Sie wollen uns jeden Moment unsere Telefone und anderes Zeug wegnehmen“
  • „Bevor sie mein Telefon wegnehmen oder meinen Kopf einschlagen, abgeschossen von Kiew“
  • „Wenn Kiewer Behörden die Wahrheit sagen wollen. 2 Kampfflugzeuge flogen sehr nah, wenige Minuten zuvor. Nicht abgeschossen von einem Kampfflugzeug.“
  • Malaysia Airline B777 ist gerade verschwunden und Kiewer Militärs informierten uns über den Abschuss, woher wussten sie das?““
  • „All das ist gesammelt im Radar, unglaublich, abgeschossen von Kiew, hier wissen wir es und die miltärische Flugkontrolle auch“
  • „Der Innenminister weiß, was die Kampflugzeuge in diesem Bereich machen, der Verteidigungminister nicht“
  • „Die Kampfflugzeuge folgen nahe bei 777 nur 3 Minuten bevor sie vom Radar verschwand, nur 3 Minuten“

Die Tweeds erschienen mir so authentisch, dass ich nie Zweifel an deren Echtheit hatte.

Allerdings war der Twitter-Account von @spainbuca bereits am gleichen Abend gelöscht worden und die Nachrichten konnten auf normalem Wege nicht mehr gelesen werden.

Auch sein Facebookprofil (und das seiner Freundin) sind nach dem Absturz gelöscht worden.

Glücklicherweise gibt es im Internet ein Webarchiv, (www.archive.org) in dem regelmäßig Sicherungen aller erdenklichen Webseiten vorgenommen werden (das Netz vergisst nichts)

Dort konnte ich die Tweeds von @spainbuca finden und sichern.

http://web.archive.org/web/20140717190718/http://twitter.com/spainbuca

Ich versuchte diese Informationen in diversen Foren zu verbreiten und musste feststellen, dass ein Großteil der Kommentare, die auf diesen Fluglotsen und seine Tweeds verwiesen entweder erst gar nicht veröffentlicht, oder auch in einigen Fällen wieder gelöscht wurden.

Es gab zwar auch einige unbekannte Seiten, die diese Nachrichten veröffentlichten. Doch die konnte man nur finden, wenn man ganz gezielt nach diesen Informationen suchte. Im Mainstream fanden diese Informationen leider keine Beachtung. Dabei fand ich diese Aussagen von Carlos so authentisch, dass sie durchaus eine öffentliche Diskussion verdient hätten. Eine offizielle Stellungnahme zu diesen Aussagen habe ich leider nie gefunden. Diese, wie ich fand, „Smoking Gun“ wurde einfach ignoriert und totgeschwiegen. Im einzigen Bericht, den ich in Online-Ausgabe eines Nachrichtenmagazins fand, wurde ohne auf die Details einzugehen, lapidar behauptet dass es angeblich nie einen spanischen Fluglotsen in der Ukraine gegeben habe.

Wenn man sich allerdings den Twitteraccount von @spainbuca (der mit richtigem Namen Jose Carlos Barrios Sanchez hieß, wie ich später herausfand) genauer ansah, konnte man erkennen, dass dieser Account schon mehrere Jahre alt war und tausende von „Followern“ hatte.

In dem Account war sowohl ein Foto von Carlos mit dem Tower im Hintergrund zu finden, wie auch eine Mail-Adresse von ihm. Ich habe versucht, ihn anzuschreiben, doch auf meine Mail hat er leider nicht geantwortet. Ich hatte schnell die Befürchtung, dass man ihn und auch seine Freundin Mihaela Nehnici verschwinden ließ. Ich konnte mir nicht vorstellen, warum sonst nicht irgendwo ein Interview mit ihm aufgetaucht wäre.

Obwohl eine weitere Fluglotsin (Anna Petrenko), die im Tower von Dnipropetrowsk für den Flug zuständig war, angeblich ebenfalls verschwunden ist, interessierte sich anscheinend kein einziger Reporter für diese merkwürdigen Geschehnisse. (Todo erst viel später kamen Berichte, wie zum Beispiel von Radio free europe https://www.rferl.org/a/catch-carlos-if-you-can-mh17-russia-ukraine/29065244.html , die anscheinend etwas gründlicher recherchiert haben und die Authentizität Carlos in Frage stellen. Ich bin dennoch immer noch nicht überzeugt, dass die Tweeds nur gefakt sind. Natürlich gibt es, wenn diese Meldungen echt waren auch starke Interessen, deren Glaubwürdigkeit zu untergraben. Es muss sich jeder selber entscheiden, was er glaubt. Wichtig ist aber zu verstehen dass die Wahrheit nicht immer so leicht zu erkennen ist, und dass man sich nicht zu vorschnellen Verurteilungen hinreisen lassen sollte. Es gibt sicherlich mächtige Interessensgruppen, die uns von „ihrer Wahrheit“ überzeugen wollen.

Nachdem ich überzeugt davon war, dass ich mit den Twittermeldungen des Fluglotsen Carlos (Spainbuca) einen Beweis in der Hand hatte, der eindeutig und unwiderlegbar war überlegte ich mir, wie ich diese Informationen an die Öffentlichkeit bringen konnte. Da der Twitteraccount von Carlos bereits gelöscht war, sicherte ich mir erst mal alle Informationen, die ich im Webarchiv noch finden konnte.

Darunter war auch ein Bild von Carlos mit dem Flughafen im Hintergrund und seine Email-Adresse.

Ich war mir allerdings sicher, dass hier bereits eine Vertuschungsaktion im Gange war und bestimmt einige Personen nicht besonders begeistert davon wären, wenn ich diese brisanten Informationen wieder ausgraben und an die Öffentlichkeit bringen würde. Es war mir bewusst, dass ich dabei war, mich auf ein sehr riskantes Unternehmen einzulassen, dessen Ausgang mehr als ungewiss war. Und ich habe wirklich mit dem Gedanken gespielt, einfach zu akzeptieren, dass hier ein schmutziges Spiel gespielt wird und zu akzeptieren, dass ich absolut nichts dagegen unternehmen konnte. Aber ich konnte mich einfach nicht damit abfinden. Zu groß war der Frust, über meine Machtlosigkeit, der sich in den vergangenen Jahrzehnten angestaut hatte. Ich musste einfach versuchen, diese Chance zu nutzen.

Aber es war mir klar, dass ich unbedingt verhindern musste, mit dieser Aktion in Verbindung gebracht zu werden.

Auch wenn mir die Hintergründe dieses Abschusses nicht vollkommen klar waren, so war mir doch bewusst, dass diese Geschichte hochbrisant war. Ich glaubte nie daran, dass die MH17 wirklich abgeschossen wurde, um diesen Abschuss Putin oder den prorussischen Seperatisten in die Schuhe zu schieben. Anfangs vermutete ich einen versehentlichen Abschuss durch  betrunkene ukrainische Soldaten. Diese Vermutung wurde durch Recherchen von Robert Parry gestützt, der sagte, dass er von seinen Informanten wisse, dass es unveröffentlichte Satellitenaufnahmen des Raketenstarts geben würde, die das angeblich belegen würden.  Doch aufgrund des schnell veröffentlichten Videos, welches die Schuld für den Abschuss die Rebellen verantwortlich machen sollten, und dass nach Aussage unterschiedlicher Quellen, die dieses Video analysierten, Timecodes enthielt, die angeblich bewiesen, dass Teile bereits vor dem Abschuss aufgenommen wurden, sah es für mich aus, als wäre der Abschuss des Fliegers geplant gewesen (das Video wurde später angeblich ausgetauscht, gegen eine überarbeitete Version). Auch wenn es sich nach einer irren Verschwörungstheorie anhörte, so war für mich daraufhin die plausibelste Erklärung, dass ursprünglich Putins Maschine abgeschossen werden sollte, die dem abgeschossenen Flieger ähnelte und angeblich ebenfalls zeitnah im dortigen Luftraum unterwegs war. Die Aussagen des ukrainischen Kampfpiloten Wladislaw Wolochin, der nach Augenzeugenberichten bei der Rückkehr von seinem Einsatz am 17.07. sehr verstört gewesen sein soll und angeblich gesagt hat, dass der Flieger zur „falschen Zeit am falschen Ort gewesen wäre, könnte ebenfalls darauf hindeuten. Es passte auch irgendwie zu meinem Bild, dass ich mittlerweile von den Verantwortlichen hatte. Ich konnte mir gut vorstellen, dass diese Psychopathen irgendwo gesessen hätten und sich lachend auf die Schenkel geklopft hätten und sich gegenseitig zu ihrem Plan gratuliert hätten, wenn in den Medien davon berichtet worden wäre, dass Putins Maschine von seinen eigenen Leuten vom Himmel geholt wurde. Dazu würde auch die Aussage des ukrainischen Oligarchen Kolomojskyj passen. Er sagte ebenfalls in einem Interview, dass das falsche Ziel getroffen worden wäre. Aber das sei angeblich nur eine Kleinigkeit gewesen. Mittlerweile hat sich Wolochin angeblich selber erschossen.

Es wäre vermutlich nicht das erste Zivilflugzeug gewesen, dass beim Versuch, einen unbeliebten Staatschef zu töten, abgeschossen wurde. 1980 wurde der Itavia-Flug 870 abgeschossen. Die Aufklärung wurde damals lange hinausgezogen und auch durch den Tod zahlreicher Zeugen behindert. Es kam dennoch heraus, dass der Absturz nicht wie ursprünglich vermutet, durch eine Bombe verursacht wurde, sondern durch eine Luft-Luft Rakete. Erst viel später wurde durch die Aussagen von Italiens ehemaligen Staatspräsident Cossiga bekannt, dass es sich ursprünglich um den Versuch handelte, Gaddafi zu ermorden.

(..)

Am 27. Juni 1980 um kurz vor 20 Uhr bestiegen in Bologna 77 Passagiere die DC-9 mit dem Ziel Palermo. Viele von ihnen wollten die Ferien auf Sizilien verbringen. Ihr Flug hatte zwar eine Verspätung von zwei Stunden, verlief aber bis vor der Landung unspektakulär. Um kurz vor 21 Uhr hatten die Lotsen zum letzten Mal Kontakt zu den Piloten. Um 21:06 Uhr lösten sie Flugalarm aus. Anfangs wurde im italienischen Fernsehen eine Flugzeugentführung vermutet. Doch schon am kommenden Morgen herrschte Gewissheit. Im Tyrrhenischen Meer wurden die Trümmer der Maschine und 39 Leichen gefunden. 42 Menschen blieben verschwunden.

In den folgenden 32 Jahren wurden die Ermittlungen durch Falschaussagen und das „Verschwinden“ von Beweismaterial und zahlreichen Zeugen systematisch behindert. Die beteiligten Fluglotsen hatten von Anfang an Materialermüdung und Pilotenfehler energisch ausgeschlossen. Der Pilot habe bis zur letzten Minute des Fluges mit ihnen kommuniziert, technische Daten durchgegeben. Auch blieb ein Hilferuf der Crew aus, der bei einem Defekt üblich und möglich gewesen wäre. Aus Sicht der Fluglotsen verschwand Itavia 870 um 20:59 Uhr ohne Vorankündigung vom Radar. Der Journalist Andrea Purgatori wurde wenige Stunden nach dem Absturz von einem römischen Fluglotsen angerufen: „Am Telefon erfuhr ich, dass Itavia 870 abgeschossen worden sei. Der Anrufer wollte aber aufgrund der Telefonüberwachung keine Details verraten. Er besuchte mich am folgenden Morgen.“ Auch mehrere Fluglotsen vermuteten sofort, dass das Flugzeug von Militärmaschinen abgeschossen worden sei, die sie zur gleichen Zeit auf dem Radar beobachtet hatten.

Untersuchungsrichter Rosario Priore wurde der Fall Ustica übertragen. Seine Ermittlungen stießen jedoch auf wenig Gegenliebe. Die NATO-Flugbasen Trapani und Sigonella auf Sizilien sowie Bagnoli bei Neapel verweigerten die Herausgabe ihrer Radarbilder. Andere Militäreinrichtungen gaben ihre Daten nur lückenhaft heraus. Rückschläge erfuhren die Ermittlungen auch durch Todesfälle zahlreicher Zeugen. Angebliche Verkehrsunfälle, Selbstmorde und Herzinfarkte rafften zehn Offiziere der italienischen Luftwaffe und einen Geheimdienstoffizier dahin. Mögliche Todesursache: Sie alle hatten am Abend des 27. Juni 1980 Dienst in Luftwaffenstützpunkten und Radarstationen im Umkreis von Ustica.

(..)

In der Wohnung des pensionierten Geheimdienst-Generals Demetrio Cogliandro fanden die Ermittler Notizen zum Ablauf des Unglücks. Danach sei Itavia 870 in einen Luftkampf zwischen libyschen, amerikanischen und französischen Militärjets geraten. Ziel der NATO-Operation sei der Abschuss der Tupolew-Maschine Muammar al-Gaddafis und damit die Provokation eines Putsches in Tripolis gewesen. Italiens ehemaliger Staatspräsident Francesco Cossiga berichtete 2008: „Als ich Präsident Italiens war, informierten unsere Geheimdienste den damaligen Untersekretär Giuliano Amato und mich, dass es die Franzosen waren. Die Franzosen wussten, dass das Flugzeug von Gaddafi in der Luft war. Gaddafi konnte sich retten, weil ihn der italienische Geheimdienst warnte.

http://ef-magazin.de/2013/02/18/4039-itavia-flug-870-flugkatastrophe-aufgrund-politikversagens

Auch wenn es bei MH17 nur eine vage Vermutung war, und Putin nicht das Ziel gewesen sein sollte, so war ich mir aber doch sicher, dass für den Fall, dass mein Plan Erfolg hatte und ich diesen Skandal wirklich in die Öffentlichkeit würde bringen können, schlimme Konsequenzen für meine Familie und mich drohen könnten. Von den Folgen, die ich mir ausmalte war die Verunglimpfung in den Medien als Verschwörungstheoretiker und Amerika-Hasser oder Putin-Troll noch die Erträglichste. Ich malte mir aber aus, was passieren würde, wenn einige dieser meines Erachtens ausgesprochen gewaltbereiten ukrainischen Fanatikern ihre Pläne von dieser Veröffentlichung durchkreuzt sahen und meine Adresse herausbekommen würden. Daher war mir bewusst, dass ich auch im Interesse meiner Familie auf jeden Fall dafür sorgen musste, dass ich anonym blieb. Es war mir aber auch klar, dass diese Absicht durch die permanente Überwachung des Internets durch die NSA (und sicherlich auch durch andere Geheimdienste) nicht ganz einfach umzusetzen sein würde.

Ich besorgte mir anonyme Email-Adressen bei Hushmail und bei Anonymousspeech. Mit einer dieser Mail-Adressen eröffnete ich ein Konto bei HideMe. Dort war es möglich ein kostenloses VPN (Virtuelles privates Netzwerk) einzurichten um anonym im Internet zu surfen. Ich achtete peinlich darauf, bei sämtlichen weiteren Unternehmungen nur noch über dieses VPN im Internet unterwegs zu sein. Auf meinem Laptop installierte ich Ghostery und NoScript, um auch hier möglichst sicher zu sein.

Ich war mir allerdings niemals sicher, dass all meine Sicherheitsmaßnahmen (anonyme Email-Adressen, VPN Hide.me etc.) ausreichen würden, der permanente Überwachung der Geheimdienste, von der wir ja spätestens seit Snowden alle informiert sind.

Daher „erfand“ ich auch noch zwei Mitverschwörer, von denen ich sicher war, dass selbst die Geheimdienste sie nicht finden können. Ich dachte, dadurch könnte ich mich für den Fall, dass die ganze Geschichte publik wird, möglicherweise ein wenig aus der Schusslinie nehmen. Denn selbst wenn ich nicht unbedingt erwartete, dass irgendwann NSA oder CIA oder auch der ukrainische Geheimdienst vor meiner Tür stehen, so ist mir doch in meiner „politischen Vergangenheit“ sehr deutlich bewusst geworden, wie schnell man in die Rolle eines „irren Verschwörungstheoretikers“ oder eines Israel- bzw. USA-Hassers gedrückt werden kann. Ich wäre nicht der Erste, der politisch unerwünschte Statements abgegeben hat und anschließend dafür in den Medien zerrissen wird oder unglaubhaft gemacht wird. Da wäre ich sogar in sehr guter Gesellschaft.

Nachdem ich überzeugt davon war, dass ich alles, was in meiner Macht stand getan hatte um meine Anonymität zu sichern, meldete ich mich bei der Online-Zeitschrift „Freitag“ an. Der „Freitag“ ist ein etwas links ausgerichtetes Projekt von Jakob Augstein, dem Adoptivsohn des Spiegel-Gründers Rudolf Augstein. Beim „Freitag“ hat jeder die Möglichkeit, als Gastautor eigene Artikel zu veröffentlichen. Was ich auch zu meinem Zwecke nutzte.

Als erstes verfasste einen Artikel „MH17 – Die Suche nach der Wahrheit“, in dem ich mich mit den verschiedenen „Beweisen“ auseinandersetzte, mit denen den Rebellen die Schuld zugeschoben werden sollte.

Als der Artikel zwar einiges an Resonanz in Form von Leserkommentaren brachte, aber nicht den erhofften durchschlagenden Erfolg hatte, begann ich, E-Mails an unterschiedlichste Empfänger zu versenden. Zu diesem Zweck hatte ich mir diverse anonyme Mailadressen besorgt, weil ich auf jeden Fall verhindern wollte, dass mein Name mit dieser Aktion in Verbindung gebracht wird. In den Mails konzentrierte ich mich auf Carlos (Spainbuca), seine Twittermeldungen und sein Verschwinden sowie die plötzliche Löschung seines Accounts. Außerdem verlinkte ich meinen Artikel beim Freitag. Ich war überzeugt davon, dass ich diese Mail nur an genügend Empfänger schicken müsste um eine Kettenmail in’s Rollen zu bekommen. Dazu suchte ich mir Adressen von diversen Botschaften und Zeitschriften heraus, sowie von Friedensinitiativen und Vereinen. Ich war überzeugt, dass diese offensichtlichen Beweise irgendwo auf fruchtbaren Boden fallen würden.

Ich geriet in eine regelrechte Euphorie, weil ich davon überzeugt war, dass ich dabei war zum ersten Mal in meinem Leben etwas wirklich Wichtiges zu tun. Und ich war davon überzeugt, dass es funktionieren würde.

Dennoch lebte ich, seit ich die Entscheidung getroffen hatte in der permanenten Angst, dass meine Anonymität aufgedeckt wird. Das war belastender, als ich anfangs angenommen hatte und kostete mich viele Stunden Schlaf.

Ich malte mir schon aus, wie die Resonanz sein würde, wenn herauskam, dass dieser riesige Skandal von zwei Internetaktivisten unter den Pseudonymen „Gesunder_Menschenverstand“ und „Eine_bessere_Welt_ist_moeglich“ aufgedeckt würde.

Ich hoffte, dass wenn diese Geschichte bekannt würde, vielen Menschen die Schuppen von den Augen fallen würden. Allerdings war mir auch die politische Brisanz bewusst. Da die USA sowohl den Putsch als auch die ukrainische Regierung unterstützten, hatten war klar, dass weder sie noch die neue Regierung in der Ukraine ein gesteigertes Interesse daran hatten, dass diese Nachrichten an die Öffentlichkeit kommen würden. Nachdem meine ersten zaghaften Versuche, diese Nachrichten über Onlineforen zu verbreiten überlegte ich, ob ich wirklich das Risiko eingehen sollte, hier noch aktiver tätig zu werden.

Meiner Ansicht nach hatte diese Geschichte mindestens ebenso viel Brisanz, wie die Watergate-Affäre. Es war klar, dass einige Verantwortlichen nicht besonders „amused“ gewesen wären.

Da ich noch Familie hatte bzw. habe machte ich mir die Entscheidung nicht leicht. Doch letztendlich hatte sich in der Vergangenheit so viel Frust über die Verlogenheit und Menschenverachtung dieser verantwortlichen Psychopathen angehäuft, dass ich diese Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen wollte und konnte.

Aber es war klar, dass nie jemand wissen durfte, von wem die Veröffentlichung vorgenommen wurde. Ich war sicher, dass das Mindeste, was passieren würde, wenn sich diese Informationen verbreiten würde und zu mir zurückverfolgt würden, eine Diffamierung und Abstempelung als Verschwörungstheoretiker gewesen wäre. Doch ich konnte auch nicht ausschließen, dass noch Schlimmeres geschehen könnte. Es war und ist mir bewusst, dass ich nicht der Erste gewesen wäre, der verfrüht aus dem Leben geschieden ist, weil er zu viel wusste. Da mir (nicht erst seit Snowden) klar war, dass man im Internet kaum etwas machen kann, ohne dass Geheimdienste aus dem In- und Ausland mitlesen, versuchte ich alles was in meiner Macht stand, um meine Anonymität zu gewährleisten. Ich besorgte mir anonyme Mail-Adressen, und einen Zugriff auf einen Proxy-Server, der meine IP-Adresse und meine Herkunft anonymisierte. Auch auf meinem Laptop installierte ich mehrere Programme, die sicherstellen sollten, dass niemand mitlesen konnte oder irgendwelche Programme Daten preisgeben würden.

Doch trotz allem war ich mir nicht wirklich sicher, ob das ausreichen würde, um meine Anonymität zu bewahren. Immer wieder fragte ich mich auch, ob es das Risiko wert wäre. Doch der Krieg in der Ukraine lief immer weiter und hoffte, dass diese Nachricht dafür sorgen könnte, dass durch steigenden Druck auf die Regierungen dieser Krieg sehr schnell beendet würde.

Ein bisschen hatte ich sogar die Hoffnung, dass durch diesen Skandal noch größere politische Veränderungen möglich wären. Irgendwie dachte ich, es müssten nur noch mehr Menschen die Augen geöffnet werden um diesem menschenverachtenden Treiben ein Ende zu bereiten. Es war klar, dass die einzige Möglichkeit darin bestand, die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass es nicht so weiter gehen kann wie bisher. Und ich hoffte, dass ich nach der Veröffentlichung dieses Skandals noch weitere Informationen hätte veröffentlichen können, die dann möglicherweise ebenfalls öffentliches Interesse geweckt hätten. Ich war immer der Meinung, dass es mit den riesigen Möglichkeiten, die wir heutzutage haben, durchaus einige gangbare Wege geben würde, um das Leben auf der Erde für einen Großteil der Menschen lebenswerter und gerechter zu gestalten, wenn nur genügend Druck aus der Öffentlichkeit kommt um dem politischen Willen etwas zu verändern, ein wenig anzukurbeln.

Doch leider kam etwas dazwischen, was meinen Plan einer „besseren Welt“ zunichte machte.

Aber dazu später mehr.

Nachdem ich mir sicher war, dass ich mit dieser „Smoking Gun“ unbedingt an die Öffentlichkeit gehen musste und es nicht schaffen würde, diese Chance verstreichen zu lassen besorgte ich mir mit Hilfe einer anonymen Mailadressen einen neuen Account beim Online-Magazin „Freitag“. Dort kann jeder registrierte Nutzer Artikel schreiben und publizieren. Ich verfasste dort den Artikel „Flugzeugabsturz MH17 – Suche nach der Wahrheit“ und wartete erst mal auf die Reaktionen. Irgendwie hoffte ich, dass aufgrund der Brisanz der Informationen, diese sich bereits verbreiten und ihren Weg in die Mainstream-Medien finden würden.

Leider verlief diese Aktion mehr oder weniger im Sand. Bis auf ein paar halb positive und halb negative Kommentare passierte nicht viel.

Daher entschloss ich mich, die Nachricht auf einem anderen Weg zu verbreiten.

Ich suchte mir Mail-Adressen von allen möglichen Tageszeitungen, Botschaften, kirchlichen Institutionen, Vereinen etc. heraus und versuchte, die Informationen auf diesem Weg zu verteilen. Betitelt hatte ich die Mail mit der Überschrift „wo ist Carlos“ und einem Bild des vermissten Flugpiloten.

Ich war sicher, dass damit eine Lawine ins Rollen kommen würde. Doch leider war das nicht der Fall.

Ich versuchte es mehrfach mit immer neuen Mailadressen. Da ich auf keinen Fall einen Fehler machen wollte, stand ich ununterbrochen unter einer riesigen Anspannung, . Doch bis auf eine Antwort, dass sich Carlos angeblich in Bukarest befinden soll kam kein weiteres Feedback.

Ich konnte das überhaupt nicht verstehen. Die Tweeds waren sozusagen ein Live-Bericht eines Fluglotsen von einem monströsen Verbrechen und keinen interessierte es!? Ich konnte es nicht verstehen und steigerte mich immer mehr in diese Geschichte hinein.

Als ich irgendwann die Mails auch an eine meiner anonymen Kennung schickte, fiel mir auf, dass Mails in denen der Begriff „spainbuca“ erschien, überhaupt nicht ankamen. Ich probierte das mehrfach aus und stellte aber fest, dass man diesen Filter überlisten konnte, indem man den Begriff leicht veränderte. Mit „s_p_a_i_n_b_u_c_a“ wuden die Mails durchgeleitet. Daraufhin versuchte ich die Informationen nochmal erneut zu verteilen. Parallel dazu veröffentlichte ich beim Online-Magazin Freitag einige weitere Artikel. Dort wurde ich von anderen Nutzern darauf aufmerksam gemacht, dass einer der Kommentatore auf meine Artikel vermutlich ein Mitarbeiter vom Mossad (israelischer Geheimdienst) wäre. Ich konnte diese Information nicht verifizieren, hatte mich aber auch schon gewundert, warum manche Kommentatoren auch in anderen Online-Foren anscheinend nie zu schlafen scheinen. Es erschien mir durchaus möglich, dass die Meinungsmanipulation, die in den Medien offensichtlich betrieben wurde vor der Kommentarfunktion keinen Halt macht.

Später las ich dann auch ein Zitat von Glenn Greenwald (Ein durch die Snowden-Affäre bekannt gewordener Journalist und Rechtsanwalt), das darauf hindeutete, dass solche Unterwanderung der Online-Foren durch Geheimdienste durchaus realistisch ist.

„Der GCHQ und die NSA versuchen Debatten im Internet zu infiltrieren, zu kontrollieren und zu manipulieren, um ihre Ziele durchzusetzen. Das ergibt sich aus den Dokumenten des NSA-Whistleblowers Eward Snowden, die der US-Fernsehsender NBC in den vergangenen Wochen enthüllt hat.“

Ich hatte zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits mehrere Tage erfolglos versucht, die Informationen über den Abschuss von MH17 inklusive der Twitter-Meldungen von Carlos, zu verbreiten. Ich bekam den Eindruck, dass im Hintergrund einige Leute hart daran arbeiteten, damit diese Nachrichten nicht an die Öffentlichkeit durchsickerten. Aber es war mir nicht klar, wie das funktionierte. Ich wurde langsam nervös. Nebenbei verfolgte ich den Bürgerkrieg in der Ukraine, an dem täglich weitere Menschen starben. Außerdem war das auch die Zeit, als Israel mal wieder im Gazastreifen bombardierte und plante, dort mit Truppen einzumarschieren. Angeblich um die sogenannten „Terrortunnel“ durch die die Palästinenser aber auch ihre Versorgung in dem abgeriegelten Gazastreifen (der für mich nichts anderes als das größte Freiluftgefängnis der Welt ist) sicherten, zu zerstören. Allerdings konnte ich nicht verstehen, warum der Einmarsch notwendig sein sollte um die Tunneleingänge zu suchen. Es wäre für mich logischer gewesen, wenn die Tunnelausgänge (die ja der Logik nach auf israelischem Gebiet liegen müssten) zu zerstören. Ich bekam mehr und mehr den Eindruck, dass hier einige verrückte Psychopathen die Kontrolle übernommen hatten und die Geschehnisse bestimmten. Da mich das zusätzlich belastete schrieb ich auch hier noch einen kritischen Artikel zu den israelischen Aktionen im „Freitag“. Natürlich war mir bewusst, dass Kritik an der israelischen Politik sehr schnell als Antisemitismus ausgelegt wird. Natürlich war der Massenmord an den Juden ein furchtbares Verbrechen. Doch auch die Ermordung von 27 Millionen Russen unter anderem z. B. durch die Blokade von  Leningrad (dem heutigen St. Petersburg) war ein furchtbares Verbrechen im 2. Weltkrieg. Dennoch darf die Politik der russischen Regierung kritisiert werden. Und es dürfen wieder deutsche Soldaten und Panzer an der russischen Grenze stationiert werden. Da muss auch Kritik an der israelischen Regierung erlaubt sein. Ich bin sogar der Meinung, dass der übertriebene Einsatz von Gewalt durch die israelische Armee auch der israelischen Bevölkerung schadet, weil er Gegengewalt provoziert. Fälle, wie die der 13 jährigen SchülerinIman Darweesh Al Hams , die an einem Kontrollpunkt auf dem Weg zur Schule ermordet wurde, spielen doch nur Extremisten in die Hände.

Bei Wikipedia findet man dazu folgenden Artikel.

„Am Morgen des 5. Oktober 2004 war die 13-Jährige Iman Darweesh Al Hams mit einem Rucksack und bekleidet mit einer durch das Hilfswerk der Vereinten Nationen finanzierten scharlachroten Schuluniform auf dem Weg zur Schule. Ihr Weg führte sie am Rafah-Flüchtlingslager vorbei. Etwa 70 m vor einem Kontrollpunkt der israelischen Armee wurde sie von den Soldaten entdeckt. Diese forderten sie von weitem auf, ihren Rucksack zu zeigen, da sie darin Sprengstoff vermuteten und beschossen das Mädchen unmittelbar. Iman rannte daraufhin – bereits durch die Schüsse sichtbar verletzt – in Deckung. Ihr Rucksack, welchen sie als Schultasche verwendete, fiel dabei zu Boden und wurde mehrfach durch Kugeln getroffen, und es war ab diesem Zeitpunkt ersichtlich, dass sich kein Sprengstoff darin befand. Der kommandierende Offizier befahl seinen Soldaten, Zug um Zug und unter Abgabe von Feuerstößen zum verletzten Mädchen vorzurücken, da er noch immer nicht von der Tatsache überzeugt gewesen sein will, dass sich in der Tasche kein Sprengstoff befand.

Als er selbst zu dem Mädchen kam, trat er zur Bestätigung der „erfolgreichen Ausschaltung des Gegners“ den Körper mit den Füßen und gab zwei Einzelschüsse in den Schädel ab. Danach stellte er seine Waffe auf Dauerfeuer um und feuerte den restlichen Inhalt des Magazins auf den bereits leblosen Körper des Mädchens ab.“
(..)
Der Kommandant der Soldaten, dessen Name nur mit Hauptmann R. angegeben wurde, wurde daraufhin kurzzeitig suspendiert, da palästinensische Zeugen und andere Soldaten ausgesagt hatten, das Mädchen sei mit automatischen Waffen in den Körper beschossen worden, obwohl es bereits verletzt auf dem Boden lag. Eine erste interne Untersuchung im Oktober führte zum Ergebnis, dass sich der Hauptmann angemessen verhalten habe.

Nach öffentlichem Druck wurde jedoch eine weitere Untersuchung im November durch die Militärpolizei durchgeführt. Diese kam zum Ergebnis, dass die erste Untersuchung grob fehlerhaft gewesen sei und anscheinend zur Vertuschung der Angelegenheit dienen sollte[3].

Hauptmann R. wurde daraufhin angeklagt, aber nur wegen minimaler Vergehen und nicht vor einem Zivilgericht. Das Verfahren zu den Vorwürfen des illegalen Gebrauchs seiner Waffe, eines Offiziers unwürdigen Verhaltens und Behinderung der Justiz wurde vor Eröffnung einer Hauptverhandlung von einem israelischen Militärgericht am 15. November 2005 abgewiesen. Auch Generalleutnant Moshe Yaalon, der damalige Stabschef der israelischen Armee, sagte wiederholt, dass der Offizier den Umständen angemessen gehandelt hätte[4]. Der Offizier wurde im Anschluss daran zum Major befördert und für Untersuchungshaft mit 82.000 Schekel entschädigt.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Iman_Darweesh_Al_Hams

Insbesondere dann, wenn der verantwortliche Major anschließend auch noch befördert wird. Auch jetzt, wo ich das schreibe, wurden wieder durch scharfe Schüsse auf steinewerfende oder auch vollkommen unbewaffnete Demonstranten, hunderte von Palästinensern verletzt und sehr viele getötet. Dabei stellten diese Demonstranten, wie ich fand, keinerlei Gefahr für Israel dar. Es ist einfach ein unfassbar brutales Vorgehen, mit dem nur erreicht wird, dass der Hass immer größer und die Chancen auf eine Versöhnung immer kleiner werden.

Aber ich weiß natürlich, dass  es  heutzutage sehr schnell passiert, dass Verfasser von Artikeln, die die Politik der israelischen Regierung in Frage stellen, mit Antisemitismusvorwürfen konfrontiert,  oder in die rechte Ecke geschoben werden.  Sowohl Günter Grass (nach seinem Gedicht) „Was gesagt werden muss“ als auch Jürgen Möllemann oder etwas aktueller Ken Jebsen und Lisa Fitz, die sich mal daran versucht haben, die israelische Besatzungspolitik und die Anektion von palästinensischen Gebieten zu kritisieren, haben das in der Vergangenheit zu spüren bekommen. Wie absurd diese Anschuldigungen, mit denen Kritiker mundtot gemacht werden sollen, sind, zeigt auch die Aussage des deutsch französischen Politologen Alfred Grosser.

„Wenn man kritisiert, dann sagt jemand „Auschwitz“ – und der andere muss schweigen. Da wird die Keule der Vergangenheit herausgeholt“

„Wenn jede Kritik an Israel Antisemitismus ist, dann bin ich auch Antisemit, obwohl ich ja ein reiner Jude bin.“

Meine „Kritik“ bezieht sich ausschließlich auf die andauernde Eskalation des Nahostkonfliktes durch die israelische Regierung, sowie die unverhältnismäßige Anwendung von Gewalt, die in meinen Augen jede Hoffnung auf eine Lösung dieser anhaltenden Auseinandersetzung im Keim erstickt. Es ist insofern eigentlich auch eher Zionismuskritik, als Israelkritik. Wobei ich allerdings glaube, dass die israelische Politik in die Hand der Zionisten gefallen ist. Es gibt viele Juden, die diese Politik ebenfalls kritisieren, da sie mit dem jüdischen Glauben und den jüdischen Werten widerspricht.

Ich finde es nicht richtig, dass Israel Gespräche mit der Hamas nur ablehnt, weil es sich bei der Hamas angeblich um Terroristen handelt. Dabei liegt der Unterschied zwischen einem Freiheitskämpfer und einem Terroristen doch nur in der Perspektive des Betrachters. Beides sind bewaffnete Menschen, die der Meinung sind für die „richtige“ Sache zu kämpfen.

Auch Israel hatte zu Zeiten der britischen Besatzung „Freiheitskämpfer/Terroristen“ in seinen Reihen. Ich erinnere nur an Menachim Begin, der u.a. für einen Anschlag auf Konrad Adenauer und auf das „King David Hotel“ in Jerusalem verantwortlich gemacht wird.

Heute wird Herr Begin als Freiheitskämpfer, Friedensnobelpreisträger und ehemaliger Ministerpräsident von Israel verehrt. Auch, wenn ich glaube, dass die Hamas-Führung ihre Chance auf einen Friedensnobelpreis verwirkt hat, zeigt das doch, dass Menschen sich ändern können, wenn sie in Freiheit leben.

Ich befürchte, wenn Menschen in einem hermetisch abgeriegelten „Freiluftgefängnis“ leben müssen und auf die (nicht immer funktionierende Versorgung) durch Israel mit Strom, Wasser und Lebensmittel angewiesen sind, dann darf man auch nicht erwarten, dass immer nur Blumen über die Mauer geworfen werden.

Ich verstehe auch nicht, warum es aktuell notwendig sein soll (es gab bereits tausende von Bombenangriffen auf ein Gebiet von der Größe Bremens), den ganzen Gazastreifen in Schutt und Asche zu legen.

Ich hatte jedenfalls die Hoffnung, dass dieses ganze Morden aufhören würde, wenn die Wahrheit über den Abschuss von Flug MH17 endlich an die Öffentlichkeit kommt. Aber das geschah leider immer noch nicht.

Umso länger diese Geschichte dauerte, umso mehr befürchtete ich, dass die Anonymität, die für mich ganz wichtig war möglicherweise doch in Gefahr geraten könnte. Ich bekam Angst, dass irgendwann mal ein paar Typen vor der Tür stehen würden, die entweder mit den an die Macht geputschten ukrainischen Nationalisten sympathisieren oder vielleicht auch für irgendeinen Geheimdienst arbeiten würden.

Ich konnte kaum noch schlafen und wurde immer nervöser, weil ich merkte, wie mir diese Situation langsam über den Kopf wuchs.

Zu Hause hatte ich das Gefühl, dass es immer schwieriger wurde, ein vernünftiges Gespräch mit meiner (damaligen) Frau zu führen. Ich versuchte sogar Kommunikationsregeln aufzustellen, die bewirken sollten, dass man ein vernünftiges Gespräch führen kann, ohne dass daraus ein Monolog wird.

Mit Hilfe meiner Tochter legte ich mir einen anonymen Facebook-Account an. Im Nachhinein gesehen war das ein Fehler. Denn leider war mir nicht ganz klar, wie das System von Facebook funktionierte.

Da ich es aber erst mal als Chance sah, diese Informationen an die Öffentlichkeit zu bringen, veröffentlichte ich dort die Informationen und verschickte anschließend eine Vielzahl von Freundschaftsanfragen an diverse Organisationen und Vereine. Dabei hatte ich die Erwartung, dass diese automatisch die Informationen erhalten würden und sich die Geschichte in Facebook wie einen Welle verbreiten würde.

Gleichzeitig versuchte ich über das Onlineportal „Freitag“ Kontakt zu den Geheimdienstleuten aufzunehmen, von denen ich dachte, dass sie versuchten, die Veröffentlichung dieses Skandals zu verhindern und die (wovon ich überzeugt war) mittlerweile meine Tätigkeiten überwachten.

Nachdem ich auch noch eine weitere Welle von Emails mit Hilfe neuer anonymer Mailadressen (ich war überzeugt, dass Nachrichten von den bisherigen Adressen die ich benutzt hatte, abgefangen wurden) versendet hatte, wobei ich diesmal auch Mailadressen von Botschaften und Regierungen auf die Empfängerliste setzte, war ich der Meinung dass damit der Stein endgültig ins Rollen kommen müsste. Da ich zu diesem Zeitpunkt mindestens 48 Stunden nicht mehr geschlafen hatte, aber auch nicht das Gefühl hatte, schlafen zu können, beschloss ich mit unserem Hund spazieren zu gehen und abzuwarten, was passieren würde.

Insgeheim hatte ich während dem Spaziergang die Erwartung, dass spätestens, wenn ich wieder zu Hause wäre, die ersten Meldungen in den Mainstreammedien zu lesen sein würden.

Doch es sollte ganz anders kommen. Nachdem ich wieder heim gekommen bin waren immer noch keine Nachrichten über diesen Skandal erschienen. Doch dafür stellte ich fest, dass der einzige „Freund“, den mein anonymer Facebook-Account hatte meine Tochter war. Ich konnte das nicht verstehen, weil mir nicht bewusst war, dass die Freundschaftsanfragen bei Facebook erst noch bestätigt werden müssen. Für mich war das zu diesem Zeitpunkt eine unwahrscheinlich erschreckende Feststellung. Ich war überzeugt davon, dass ich hier einen riesigen Fehler gemacht hatte, der meine Anonymität aufgedeckt haben könnte. Da ich überzeugt war, dass Geheimdienste versuchten eine weitere Verbreitung dieser Informationen zu verhindern bekam ich Panik. Ich war mir nicht sicher, ob nicht bereits einige schwarze Limousinen auf dem Weg zu unserem Haus waren.

Es war ein furchtbares Gefühl. Zu diesem Zeitpunkt waren sowohl meine Kinder als auch der Freund meiner Tochter und die Freundin meines Sohnes bei uns zu Hause. Meine damalige Frau befand sich noch auf der Arbeit. In meiner Panik überzeugte ich die „Kinder“ schnellstens ins Auto einzusteigen. Dabei war meine Panik wohl ansteckend. Zumindest meiner Tochter machte ich mit dieser Aktion wohl ebenfalls Angst. Sie fragte mich noch, ob es sein könne, dass unsere Tür in Kürze von irgend jemand eingetreten werden könnte. Auch ihr Freund war nicht besonders begeistert davon, mit uns das Haus zu verlassen. Doch irgendwie schaffte ich es, dass alle vier ins Auto einstiegen. Ich wusste nicht genau, wie ich fahren sollte, weil ich befürchtete, dass hier jeden Moment Geheimdienstler auftauchen könnten. Dadurch geriet die Fahrt etwas chaotisch. Das verschlimmerte natürlich die Panik bei den Kindern. Der Freund meiner Tochter wollte überhaupt nicht mit und versuchte sogar aus dem Auto zu steigen, als ich kurz anhalten musste. Um das zu verhindern überfuhr ich sogar eine rote Ampel (allerdings ohne irgendwelche Verkehrsteilnehmer zu gefährden) Ich war in großer Panik, aber mein Gehirn arbeitete dennoch auf Hochtouren. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl unwahrscheinlich klar zu denken. Im Nachhinein vermute ich, dass zu diesem Zeitpunkt unwahrscheinlich viel Adrenalin in meinem Körper war. Da ich befürchtete, dass mein Auto bereits gesucht wurde beschloss ich, nach knapp zwei Kilometer die Fahrt zu beenden und den Wagen auf einem Rewe-Parkplatz abzustellen. Ich ging mit den Kindern in den Rewe-Markt, weil ich der Meinung war, dort erst mal in Sicherheit zu sein.

Dort versuchte ich den Kindern zu erklären, wie es zu dieser überstürzten Flucht gekommen ist. Doch das war meiner Tochter im Markt peinlich und sie wollte nicht dort bleiben. Mein Vorschlag in den Nachbarort zu laufen und dort in Ruhe ein Eis zu essen fand leider auch wenig Gegenliebe. Auf der Suche nach einem sicheren Platz versuchte ich die Kinder davon zu überzeugen, mit mir in ein kleines Waldstück in der Nähe des Rewe-Marktes zu gehen um nicht an der Straße auf dem Präsentierteller zu stehen.

Natürlich erzeugte das noch mehr Unverständnis. Es gab keinen normalen Weg in das Gestrüpp und meine Tochter wollten mir nicht mehr folgen. Ich versuchte mehrfach zu erklären, was in meinem Kopf vorging, doch ich wusste nicht, wie ich den Kindern in der Kürze klar machen konnte, in welch großer Gefahr wir uns da möglicherweise gerade befanden und wie wichtig es war, diese Informationen an die Öffentlichkeit zu bringen. Ich versuchte ihnen zu erklären, dass wir möglicherweise geradewegs auf einen Krieg mit Russland zusteuerten (davon war ich zu diesem Zeitpunkt überzeugt) und die Aufdeckung dieses Skandals das vielleicht verhindern könnte. Ich fragte sie, ob ich nicht eine halbe Stunde Zeit bekommen könnte, um die ganze Situation in Ruhe zu erklären und bat sie einfach nur zuzuhören. Leider waren sie ebenfalls total aufgeregt und die Unterhaltung stockte immer wieder. Ich begann bei jeder Unterbrechung, wieder von vorne anzufangen, und hatte dabei die Hoffnung, sie dadurch zu beruhigen. Doch dieser Versuch ging leider auch nach hinten los. Der Freund meiner Tochter entfernte sich komplett von unserer Gruppe. Mit meinem Sohn und seiner Freundin konnte ich ein paar Minuten reden, doch leider konnte ich auch ihnen auf die Schnelle nicht erklären um was es hier ging.

Irgendwann fragte meine Tochter, ob es nicht notwendig wäre, meine damalige Frau zu warnen, damit sie nicht nach der Arbeit in unser Haus ging. Das empfand ich als gute Idee.

Irgendwann kam diese vorbeigefahren, ohne jedoch anzuhalten. Ich fand das merkwürdig, dachte mir aber nicht viel dabei, weil ich noch zu sehr damit beschäftigt war, den „Kindern“ meine Version der Ereignisse erklären zu wollen. Kurze Zeit später erschien dann die Polizei. Ich versuchte auch ihnen ebenfalls zu erklären, um wie viel es hier ging und bat sie, mir eine Zeitlang zuzuhören. Doch sie meinten, dazu hätten sie keine Zeit, da sie Feierabend machen wollten. Daraufhin bat ich sie, mich einfach in Ruhe zu lassen.

Doch kurz darauf kam ein Krankenwagen und sie überzeugten mich, dort einzusteigen. Ich fügte mich und bat nur die Polizisten und die Sanitäter, die Informationen für sich zu behalten und nicht zu vielen Menschen meine Identität preis zu geben. Zu diesem Zeitpunkt war ich immer noch davon überzeugt, dass es nicht mehr lange dauern konnte, bis irgend eine Zeitung diese Informationen veröffentlichte. Und ich empfand es als große Bedrohung, wenn herauskommen sollte, von wem diese Informationen verbreitet wurden.

Die Fahrt mit dem Krankenwagen endete dann, wie im Nachhinein nicht anders zu erwarten war, in einer psychiatrischen Anstalt. Anfangs fand ich das fast noch witzig. Ich stellte mir die Resonanz in der Öffentlichkeit vor, wenn sich herausstellen sollte, dass derjenige, der den vermutlich größten Skandal seit Watergate aufgedeckt hatte, deshalb in der Klappsmühle gelandet war. Gleichzeitig war ich zu diesem Zeitpunkt allerdings auch noch der Meinung, in der Psychiatrie in relativer Sicherheit zu sein, weil mich dort niemand vermuten würde. Ich war auch noch sicher, dass ich jeden Arzt relativ schnell davon überzeugen könnte, dass ich alles andere als durchgedreht wäre. Eigentlich hatte ich nur Angst davor, dass durch diese Aktion zu viele von meiner Identität erfuhren, und dadurch meine Anonymität gefährdet wäre.

Als ich beim Aufnahmegespräch aber feststellte, dass der angebliche Arzt mir überhaupt nicht zuhören wollte, sondern jede meiner Aussagen sofort unterbrach empfand ich das als sehr merkwürdig. Nachdem ich dann noch erfuhr, dass ich dort bleiben sollte während meine Familie nach Hause geschickt wurde, wollte ich das unbedingt verhindern. Ich hatte immer noch Angst, dass es im Haus möglicherweise nicht sicher war, weil ich möglicherweise die Geheimdienste auf meine Spur gebracht hatte. Es versetzte mich in Panik, weil ich merkte, wie ich plötzlich komplett die Kontrolle über die Situation verloren hatte. Ich bekam furchtbare Angst, dass meiner Familie etwas zustoßen könnten, wenn sie wieder nach Hause zurück gingen.

Trotz aller Proteste wurde ich in ein Zimmer gebracht und sollte dort die Nacht verbringen. Ich versuchte anfangs mit dem Smartphone, dass ich überraschenderweise behalten durfte, meine Familie zu erreichen. Außerdem checkte ich immer wieder die aktuellen Meldungen, ob nicht doch endlich mal die von mir verbreiteten Informationen veröffentlicht wurden. Doch weder das eine noch das andere brachte irgend ein Ergebnis. Ich hielt es nicht lange in dem Zimmer aus aus und versuchte mit den Aufpassern ins Gespräch zu kommen um sie davon zu überzeugen, dass ich wieder weg musste. Ich dachte, es müsste doch leicht sein, sie davon zu überzeugen, was für eine Schweinerei hier passierte.

Ich war damals sicher, dass ich jeden, der mir auch nur eine halbe Stunde zuhören würde, davon überzeugen zu können, dass ich dabei war eine riesige Schweinerei aufzudecken. Und ich war überzeugt davon, dass anschließend auch jeder verstehen würde, dass das ein gefährliches Unterfangen war und ich mir damit mächtige Feinde gemacht hatte. Wie falsch ich mit dieser Überzeugung lag, stellte ich erst viel später fest.

Ich ging in das Betreuerzimmer, wo ein Pfleger und eine Pflegerin zwar relativ gelangweilt herumsaßen, aber angeblich trotzdem keine Zeit hatten, mir zuzuhören. Sie drängten mich wieder zurück in das Zimmer. Da ich mir keinen Rat wusste, begann ich in einem regelmäßigen Abstand die Tür zu knallen, um zu erreichen, dass jemand kam, um mir zuzuhören.

Es dauerte auch nicht lange und es kamen sechs oder sieben Pfleger. Allerdings hatten diese leider nicht die Absicht, mir zuzuhören. . Stattdessen warfen sie sich sofort auf mich und fesselten mich mit Gurten auf ein Bett. Als ich merkte, was sie vorhatten, versuchte ich noch, sie zu beschwichtigen und versprach, dass ich  schön brav und ruhig im Zimmer bleiben würde. Doch sie reagierten nicht darauf, sondern schoben mich mitsamt dem Bett in den Flur, wo ich bewegungsunfähig liegen bleiben musste.

Dort hatte ich sehr viel Zeit nachzudenken. Ich geriet in Panik und steigerte mich immer mehr in meine Ängste hinein. Irgendwann war ich davon überzeugt, dass die Polizisten und Sanitäter, die mich in der Klinik abgeliefert hatten zu denen gehören mussten, gegen die sich meine Aktion richtete und vor denen ich solche Angst hatte. Ich ärgerte mich über mich selber, dass ich da nicht früher drauf gekommen bin. Es erschien mir plötzlich glasklar, dass Geheimdienste nicht mit schwarzen Limousinen vorfahren würden, wenn doch die Nutzung von Polizei- und Krankenwagen viel unauffälliger ist. Ich war plötzlich davon überzeugt, dass ich in einem sogenannten „Black Site“ d. h. einem Geheimgefängnis der Geheimdienste gelandet war. Es war plötzlich alles so logisch. Eine Psychiatrie war doch der beste Platz um unliebsame Menschen wegzusperren. Ich dachte zu diesem Zeitpunkt auch an Gustl Mollath, der damals auch wider Willen in der Psychiatrie landete, nachdem er einen Skandal mit Schwarzgeldgeschäften einer Bank aufdecken wollte.

Meine Panik verstärkte sich dadurch bis ins Unerträgliche. Dabei hatte ich aber mehr Angst um meine Familie als um mich. Ich war überzeugt, dass sie mittlerweile ebenfalls in der Gewalt der Geheimdienste waren und befürchtete, dass ihnen vielleicht schon etwas zugestoßen war.

Und ich war sicher, alles war meine Schuld, weil in meinem Größenwahn dachte, ich könnte mit meinen begrenzten Mitteln etwas bewirken.

Es war eine furchtbare Nacht. An Schlaf war nicht zu denken. Ich versuchte immer wieder die Pfleger zu überzeugen, mich gehen zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt war ich immer noch davon überzeugt, dass doch irgendwann mal eine Mitteilung in der Presse erscheinen müsste, die auf diesen Skandal aufmerksam machen würde. Ich versuchte die Pfleger dazu zu bewegen, die Seiten zu wechseln und erzählte ihnen davon, dass ich nicht alleine wäre, sondern dass es noch andere Mitwisser geben würde, die dafür sorgen würden, dass ich wieder frei käme. Ich wollte sie überzeugen, dass eine bessere Welt möglich wäre, wenn man diesen Psychopathen, die im Hintergrund agierten, das Handwerk legen würde. Ich kann mich allerdings auch noch erinnern, dass ich den Pflegern mit furchtbaren Dingen drohte, für den Fall, dass meiner Familie was passieren sollte.

Ich glaube, ich redete die ganze Nacht ununterbrochen durch, obwohl das überhaupt nicht meine Art ist. Normalerweise bin ich ein sehr ruhiger und zurückhaltender Mensch. Ich denke viel nach, aber meistens behalte ich meine Gedanken für mich. Doch in dieser Nacht war alles anderes. Die Worte sprudelten so schnell aus mir heraus, dass ich irgendwann dachte, ich hätte Drogen verabreicht bekommen. Ich vermutete, man wolle damit erreichen, dass ich irgend etwas über meine Mitwisser ausplauderte. Es konnte ja niemand wissen, dass diese nicht existierten. In den Foren hatte ich mehrere Scheinexistenzen angelegt, die genau diesen Eindruck erwecken sollten. Trotz aller Furcht geriet ich dabei fast in eine Art Euphorie. Ich glaube, mein Gehirn war überschwemmt mit Adrenalin. Alles erschien mir vollkommen klar. Mein Gehirn lief auf Hochtouren. Ich glaube ich hatte niemals vorher einen vergleichbaren Bewussseinszustand erlebt, wie in dieser Nacht.

Aber leider empfand ich auch die Ängste unheimlich intensiv. Irgendwann in der Nacht hörte ich noch Schreie irgendwo aus der Nähe. Aufgrund der Regelmäßigkeit vermutete ich, dass diese Schrei von irgendeinem Band kamen und nur dazu gedacht waren, mich wach zu halten.

Es war die furchtbarste Nacht meines Lebens. Ich fühlte mich isoliert und abgeschnitten von der Außenwelt. Ich kann mich noch sehr gut an die unendliche Erleichterung erinnern, als es dämmerte und die ersten Menschen über den Gang liefen. Erst da begann ich mich langsam wieder zu beruhigen. Es hatte sich da auch schon ein bisschen Resignation in mir bereit gemacht und ich war langsam bereit meine ausweglose Situation zu akzeptieren.

Ich nutzte die Zeit, darüber nachzudenken, wie ausgerechnet mir so etwas passieren konnte.

Irgendwann kamen die Pfleger und befreiten mich von den Gurten. Ich konnte mich wieder frei bewegen, aber die Station nicht verlassen.

Irgendwann während der folgenden Stunden kam ich mit einer Frau ins Gespräch, die sich in der gleichen Lage befand. Sie erzählte mir davon, dass auch sie etwas aufgedeckt hätte und gab mir eine Visitenkarte, mit einer Internetadresse, auf der sie ihre Entdeckung veröffentlicht hätte. Gleichzeitig bat sie mich darum, dafür zu sorgen, dass diese Karte nicht Pflegern in die Hände fallen würde, da das schlecht für sie wäre. Es bestätigte mich in meiner Befürchtung, dass ich dort in einer Art Geheimgefängnis gelandet bin, in dem unbequeme Personen weggesperrt wurden, damit sie nicht mit ihren Informationen an die Öffentlichkeit gehen können.

Ich ergab mich aber in meinem Schicksal und versuchte zur Ruhe zu kommen und mir Gedanken darüber zu machen, wie es weiter gehen könnte.

Es ging so lange gut, bis ich zu einem „Arzt“ gebracht wurde. Wie ich schon vermutete, wollte der aber nicht ernsthaft mit mir reden, sondern teilte mir nur mit, dass sie mir Medikamente geben würden. Ich versuchte ihm klar zu machen, dass ich auf keinen Fall Medikamente einnehmen würde. Ich befürchtete, es könnten irgendwelche Drogen sein, die mein Bewusstsein vernebeln würden. Ich wollte aber weiterhin klar denken können. Doch der Arzt gab mir zu verstehen, dass sie mir die Medikamente notfalls auch mit Gewalt verabreichen würden. Daraufhin geriet ich wieder in Panik und rannte aus dem Behandlungszimmer. Da es keine Möglichkeit gab, die Station zu verlassen versteckte ich mich in einem WC und sperrte mich dort ein. Es dauerte natürlich nicht lange, bis ich gefunden wurde. Allerdings gelang es mir einige Zeit zu verhindern, dass die Tür geöffnet werden konnte. Ich nutzte die Zeit, um die Visitenkarte, die mir meine „Leidensgefährtin“ gegeben hatte zu vernichten. Ich wollte nicht, dass sie auch noch Probleme bekam. Heute bereue ich das, weil ich wirklich neugierig wäre, was sie herausgefunden hatte. Leider weiß ich weder Namen noch die Internetadresse von ihr. Ich weiß nur noch, dass der Geschmack der Visitenkarte extrem eklig war.

Den Großteil der Visitenkarte habe ich dann auch die Toilette runter gespült als mal ein Moment Zeit war wo ich nicht die Versuche der Pfleger, die Tür aufzubrechen, abwehren musste.

Ich weiß nicht genau, wie lange ich mich in der Toilette verbarrikadiert hatte. Es reichte aber auf jeden Fall aus, um meinen Paniklevel wieder stark ansteigen zu lassen.

Irgendwann wurde die Tür von außen aus den Angeln gehoben und es standen zwei Polizisten vor mir. Ich versuchte ruhig zu bleiben und weiß noch, dass ich einen der Polizisten nach seinem Ausweis fragte, den er aber angeblich nicht dabei hatte. Das empfand ich als ausgesprochen merkwürdig. Doch ich hatte nicht viel Zeit mich darüber zu wundern. Während sein Kollege noch versuchte, mir zu versichern, dass beide Uniformierte richtige Polizisten seien, stürzten sich bereits wieder sieben oder acht Pfleger auf mich. Alle meine Beteuerungen, dass ich keinen Widerstand leisten würde nutzten nichts. Sie pressten mich erneut mit Gewalt auf ein Bett und gurteten mich wieder an. Allerdings hatte ich diesmal noch die Möglichkeit, mir durch ein wenig Körperspannung etwas Freiraum bei der Fesselung zu bewahren, was sich später als sehr wichtig herausstellte. Denn diesmal sollte es ca. 36 Stunden dauern, bis ich wieder von den Gurten befreit wurde. Da zwischenzeitlich meine Familie da war, und ich wusste, dass es ihnen wider erwarten gut ging, war diese Zeit allerdings ganz gut zu ertragen. Da es mir gelungen ist, anfangs zu verhindern, dass die Gurte zu stramm angezogen wurden konnte ich mich größtenteils davon zu befreien. Dazu konnte ich auch einen Metallwagen nutzen, der neben dem Bett stand und mit dessen Hilfe ich die Verschlüsse der Gurte teilweise aufhebeln konnte. Ich musste nur darauf achten, dass ich wieder rechtzeitig in die Gurten rein schlüpfen konnte, wenn Pfleger in das Zimmer kamen. Ich glaube dieses „Spielchen“ half mir dabei, zu verhindern, dass ich in dieser Zeit komplett den Verstand verlor. Trotzdem wartete ich immer noch darauf, dass endlich in den Nachrichten mal eine Meldung kam in der klar gestellt wurde, wer wirklich verantwortlich für den Abschuss des Verkehrsfliegers über der Ukraine war. Ich bekam irgendwann ein Radio in das Zimmer gestellt und verfolgte die gesamte Zeit die Meldungen.

Die ganze Situation kam mir irgendwie surreal vor. Es war ein bisschen wie in einem Traum. Manchmal nickte ich ein wenig ein und wunderte mich nach dem Aufwachen, dass ich nicht in meinem eigenen Bett lag. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass der Nachrichtensprecher mir verschlüsselte Botschaften übermitteln wollte. Ich steigerte mich so hinein, dass ich dachte, es würde nicht mehr lange dauern, bis jemand käme und mich dort befreien würde. Doch leider geschah das nicht. Stattdessen kamen irgendwann Ärzte und teilten mir mit, dass ich erst wieder von der Gurten befreit würde, wenn ich bereit wäre die Medikamente zu schlucken.

Irgendwann ließ ich mich dann darauf ein, unter der Voraussetzung, dass ich die Medikamente vorher original verpackt sehen durfte. Ich war verwirrt und unsicher. Aber es war mir zu diesem Zeitpunkt alles nicht mehr so wichtig. Mittlerweile war mir zumindest klar, dass es meiner Familie gut ging, und dass sie kommen und gehen konnten, wie sie wollten.

Dennoch waren die ersten Tage in der Klinik nicht einfach. Ich habe mehrfach gedacht, dass man dort auch sehr schnell verrückt werden könnte, wenn man es noch nicht ist.

Ich wurde gezwungen, hohe Dosen Neuroleptika (Haldol, später Abilify) zu schlucken. Da ich nach einiger Zeit mein Handy wieder zurückerhielt konnte ich mich über die Nebenwirkungen dieser Tabletten informieren. Was ich da las trug nicht zu meiner Beruhigung bei. Daher versuchte ich, so oft wie möglich, die Medikamente nicht zu schlucken. Trotzdem lief ich lange Zeit wie ein Zombie durch die Gegend und hatte Probleme mich zu artikulieren. Es war ein Gefühl, als hätte ich einiges an Alkohol zu viel getrunken. Die Wirkung der Medikamente war teilweise so stark, dass mein Kreislauf zusammen klappte und ich einen Puls von unter 50 hatte. Ich weiß nicht, wie ich es überstanden hätte, wenn ich alle Medikamente geschluckt hätte, die mir verabreicht werden sollten.

Der niedrige Puls wurde zuerst überhaupt nicht ernst genommen. Von einer Pflegerin erfuhr ich auch warum. Angeblich bewegte sich mein Puls bei der Aufnahme im normalen Bereich. Die akute psychotische Störung, die bei mir diagnostiziert wurde, sorgt aber angeblich für einen erhöhten Puls. Daraus schlussfolgerten die Ärzte aber leider nicht, dass ich mich bei der Aufnahme möglicherweise noch gar nicht in einer Psychose befunden hatte, sondern, dass mein „normaler“ Puls ursprünglich sehr niedrig gewesen sein müsste und der aktuelle Puls unter 50 daher nichts Außergewöhnliches wäre. Ich glaube, dadurch hätte diese Geschichte im Nachhinein gesehen für mich noch schlimmer enden können, als mit ein paar Alpträumen.

Ich weiß nicht genau, wann die Psychose begonnen hatte. Ich vermute, es war letztendlich erst die Aktion, als die Pfleger sich auf mich warfen und die ganze Nacht an ein Bett fesselten, nur weil ich die Tür regelmäßig zugeworfen hatte, um ein Gespräch zu erzwingen. Zwar hatte ich auch vorher die Situation vermutlich komplett falsch eingeschätzt und glaube mittlerweile auch, dass mir keine Geheimdienste auf den Fersen waren, sondern es auch andere Erklärungen für die nicht zugestellten Mails (z.B. irgendwelche Spam-Filter) und auch für die Zugriffsversuche auf mein Android-Konto geben könnte. Dennoch finde ich meine Befürchtungen in Anbetracht der Situation immer noch nicht so abwegig. Auch der Privatdetektiv Josef Resch, der damals im Auftrag von unbekannten Geldgebern nach den Verantwortlichen für den Abschuss suchte, und 30 Millionen für Informationen anbot, die zur Aufklärung des Absturz führen würden, hat mittlerweile schon davon gesprochen, dass er sich in tödlicher Gefahr befindet.

„Die Ermittlungsrichter am BGH verlangen von uns, dass wir unsere Erkenntnisse zu dem Abschuss von MH-17 preisgeben. Tun wir das, sind wir aber geliefert. Das wäre reiner Selbstmord“

Als ich erkannte, dass ich einer Fehleinschätzung unterlag und es sich bei der Klinik vermutlich auch nicht um eine der berüchtigten „Black Sites“ handelte, sondern nur einige Praktiken in dieser Klinik für mich vollkommen unverständlich waren, bekam ich die Situation langsam wieder unter Kontrolle.

Nach einigen Tagen wurde ich in eine andere Abteilung verlegt. Es danach möglich, die Klinik auch zeitweise zu verlassen. Auch die Medikamentendosis wurde ein wenig heruntergeschraubt. Das war wichtig, da einige der Pfleger anscheinend mitbekommen hatten, dass ich nicht alles schluckte, was mir verabreicht wurde. Dadurch waren die Tage relativ angenehm. Ich lernte viele interessante Menschen kennen. Oftmals war es mir nicht ganz klar, warum sie überhaupt in der Klinik waren. Es waren überwiegend freundliche und sensible Personen. Oftmals wurde gewitzelt, dass wir nur in der Klinik waren, um vor den Verrückten draußen beschützt zu werden. Aber auch ohne diese Witze dachte ich manchmal, dass hier die Falschen in der Klinik waren und die wirklich Verrückten draußen frei herumliefen (und leider manche von ihnen offensichtlich sogar an der Macht sind).

So langsam wurde mir auch bewusst, dass ich überreagiert hatte. Meine Einlieferung wurde von meiner damaligen Hausärztin veranlasst, nachdem meine Ex-Frau mit ihr gesprochen hatte. Dadurch wurde mir vieles klarer und so langsam begannen sich auch meine Befürchtungen zu zerstreuen, dass ich in einer Art Geheimgefängnis gelandet wäre. Es wurde mir auch klar, dass es durchaus andere Möglichkeiten gibt, selbst eindeutige Beweise für Verbrechen zunichte zu machen, indem man einfach ihre Glaubhaftigkeit in Frage stellt. Bei Carlos (alias spainbuca) geschah das hauptsächlich dadurch, dass seine Tweeds zum überhaupt nicht öffentlich thematisiert wurden und es daher auch kein größeres Interesse an einer Aufklärung gab. Weiterhin wurde behauptet, es hätte nie einen spanischen Fluglotsen in der Ukraine gegeben und Carlos Sanchez hätte sich zur Zeit des Abschusses von MH17 bereits in Rumänien befunden. Beweise für diese Behauptung habe ich keine gefunden. Carlos war anschließend wie vom Erdboden verschwunden. Ebenso wie seine Freundin Mihaela Nehmici.(TODO prüfen) Eine Erklärung, wie er in Rumänien praktisch in Echtzeit an die getwitterten Informationen kam, oder wie sich seine Twitterprofil, das eindeutig auf seine Tätigkeit als Fluglotse hinwies und schon Monate vor dem Abschuss der MH17 den Tower von Borispol im Hintergrund hatte, zu erklären ist, gab es natürlich nicht. Doch da das Thema den Weg in die Medien nicht fand, wurden diese Fragen auch nie öffentlich gestellt. Auch der Grund, warum er sein Twitterprofil so schnell gelöscht haben sollte, aus der Öffentlichkeit verschwunden ist und auch auf keine Mails reagierte, wurde nie geklärt. Nach diesen Tweeds hätte sich eigentlich jeder Reporter für seine Story interessieren sollen. Doch in einer gewissen Form beruhigte mich diese Erkenntnis auch wieder, da mir klar wurde, dass ich mit meinen Informationen offensichtlich doch nicht diesen öffentlichen Skandal verursachen konnte wie ich ursprünglich dachte. Ich hatte die Wirkung dieser Informationen, die für mich vollkommen eindeutig waren, in der Öffentlichkeit weit überschätzt.

Dennoch war es nicht leicht, wieder aus der Klinik heraus zu kommen. Für die ersten drei Wochen gab es einen Gerichtsbeschluss, der die Klinik berechtigte mich dort festzuhalten. Auf meine Frage, ob ich nach den drei Wochen wieder gehen könnte bekam ich zur Antwort, dass die Ärzte das entscheiden und dass es kein Problem wäre, weitere Gerichtsbeschlüsse zu erwirken, sollte ich die Klinik auf eigenen Antrieb verlassen. Da aber während der gesamten sechs Wochen kein einziger Arzt oder Psychotherapeut mit mir über die Gründe meiner Einlieferung gesprochen hat war es nicht einfach, die Ärzte davon zu überzeugen, dass ich nicht verrückt bin.

Obwohl ich mittlerweile glaube, dass es schon ein wenig verrückt war, daran zu glauben, ich könnte mit meiner Aktion etwas verändern zu können. Was übrig geblieben ist, war eine „wahnsinnige“ Erfahrung.

Als Andenken habe ich die Diagnose „Akute polymorphe psychotische Störung mit schizophrenen Symptomen“ mitbekommen. Dazu noch einen Kurzarztbrief, in dem behauptet wurde, ich hätte einen Unfall gebaut und mich und meine Kinder gefährdet. Das hat natürlich nicht gestimmt. Es gab keine einzige gefährliche Situation während der Fahrt von unserem Haus zum ca. 1km entfernten Supermarktparkplatz. Aber wenn die Ärzte sich weigern, ein Gespräch zu führen, dann kann man natürlich auch solche Missverständnisse nicht aufklären. Ich habe wirklich eine Zeitlang überlegt, die Klinik zu verklagen. Auch kam mir zwischendurch mal die Idee, mich an Günter Wallraff zu wenden und ihn zu bitten, diese Geschichte zu veröffentlichen. Er hatte sich auch vor einiger Zeit mal in die Psychiatrie einliefern lassen, um die Zustände dort zu erleben, und diese Erfahrungen in einem Bericht „Auf nach Goddelau“ geschildert. Er hatte ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich, und zwischenzeitlich auch befürchtet, dass er die Klinik nicht mehr normal verlassen kann. Es ist aber auch schwer, zu beweisen, dass man nicht verrückt ist, wenn man permanent gezwungen wird hochdosierte Psychopharmaka zu schlucken, und niemand sich dafür interessiert, warum man in die Klinik gekommen ist. Umso mehr man sich dagegen wehrt, als verrückt abgestempelt zu werden, umso weniger wird einem geglaubt. Es war schon eine echte Herausforderung, einen „glaubhaften“ Gesundungsprozess zu simulieren, der die Ärzte davon überzeugt, einen wieder „frei“ zu lassen. Ich kann mir mittlerweile durchaus vorstellen, dass in der Klinik Menschen gegen ihren Willen festgehalten werden, die durch eine einfache Gesprächstherapie schnell hätten geheilt werden können.

Ich habe es nochmal geschafft, die Klinik halbwegs gesund zu verlassen. Meine wirklichen psychischen Probleme, die sich wie ich glaube, auf leichte Depressionen im Winter und eine soziale Phobie (d.h. Angst vor Ansammlungen mit fremden Menschen oder auch der Angst irgendwo im Mittelpunkt zu stehen) hat in der Klinik niemand diagnostiziert. Dennoch war es ein sehr „außergewöhnliches Erlebnis“

Im Nachhinein empfinde ich es fast ein wenig wie ein Abenteuer.

Allerdings kein Abenteuer, dass ohne Folgen geblieben wäre. Noch Monate nach dem Aufenthalt hatte ich Alpträume, in denen ich in dunklen Gebäuden herumirre und mich plötzlich irgendwo gefesselt wiederfinde. Auch Träume, in denen ich Todesängste verspürte und ich das Gefühl hatte, in einen bodenlosen Abgrund zu stürzen, verfolgten mich lange Zeit. Ich hoffe, dass ich diese Alpträume überwunden habe. Zumindest sind sie schon seit einiger Zeit nicht mehr aufgetreten. Doch die Schlafprobleme sind geblieben. Die Geschehnisse halten mich auch heute noch oftmals wach. Ich mache mir allerdings auch immer noch Vorwürfe, dass ich meinen Kindern (und auch meiner Ex-Frau) ziemliche Angst eingejagt habe. Es ist sicherlich auch nicht besonders schön, wenn im Freundeskreis und in der Nachbarschaft bekannt wird, dass der Mann oder Vater in der „Klapse“ war. Es ist auch ein merkwürdiges Gefühl gewesen, den Freunden wieder gegenüber zu treten und zu versuchen die Geschichte zu erklären. Allerdings haben sie es mir wirklich sehr einfach gemacht. Ich weiß zwar immer noch nicht genau, was sie denken, weil sich mein Klinikaufenthalt sowohl im Familien- und Freundeskreis zu einem Tabuthema entwickelt hat. Mit Kollegen habe ich darüber auch noch nie gesprochen. Es hat sich allerdings auch noch niemand getraut, mich darauf anzusprechen, obwohl mir klar ist, dass sich mein Klinikaufenthalt damals sicherlich sehr schnell herumgesprochen hat.

Ich weiß bis heute noch nicht genau, wie „verrückt“ das Ganze war. Natürlich muss es sich für Außenstehende komplett durchgeknallt angehört haben. Doch wenn man sich überlegt, welche Konsequenzen es gehabt hätte, falls sich herausgestellt hätte, dass Carlos „spainbuca“ Sanchez authentisch ist und seine Tweeds echt sind, dann erkennt man vielleicht, dass es nicht ganz so verrückt war, sich in einer solchen Situation Sorgen zu machen.

Die Todesängste des Privatdetektiven Josef Resch wurden schließlich auch ernst genommen. Wenn man sich länger mit der Geschichte der CIA und/oder anderen Geheimdiensten beschäftigt, dann wird man sicherlich diese Ängste auch irgendwann verstehen können. Ich glaube immer noch, dass ich trotz aller Ängste noch relativ ruhig war, als ich in die Klinik eingeliefert wurde. Dennoch hatte ich mich sicherlich in etwas hineingesteigert, was nicht mehr real war. Vermutlich weiß die CIA oder die NSA immer noch nicht, dass es mich überhaupt gibt. Dass die Mails nicht ankamen kann mit einem Spam-Filter zu tun haben. Der Zugriffsversuch auf mein Android-Konto kann Zufall gewesen sein. Eine Kettung merkwürdiger Zufälle, die zusammen mit meinen Befürchtungen, die ich von Anfang an hatte zu dieser Eskalation geführt hat.

Mittlerweile ist mir auch bewusst geworden, dass mein Aufenthalt in der Klinik nicht vollkommen unbegründet war. Ob es wirklich nötig war, mich dort hinzuschaffen und stunden bzw. tagelang anzuschnallen halte ich aber immer noch für sehr fraglich.

Die Psychose, in der ersten Nacht in der Klinik, als ich angeschnallt auf dem Gang liegen musste und Angst hatte, dass meiner Familie etwas passiert sein könnte, war real. Die Vorwürfe, die ich mir in dieser Situation machte, weil ich mir daran die Schuld gab, trieben mich im wahrsten Sinne des Wortes in den Wahnsinn. Doch hätte ein vernünftiges Gespräch bei der Aufnahme möglicherweise gereicht, mich wieder auf den Boden zu holen. Aber ich bin mir dessen auch nicht sicher. Genau so wenig, wie ich mir nicht sicher bin, dass mein Laptop und mein Handy nicht doch noch überwacht werden. Aber wer kann sich heutzutage dessen schon sicher sein. Seit den Enthüllungen von Edward Snowden wissen wir doch, dass die Überwachung durch die Geheimdienste so ziemlich allumfassend ist. Aber wenn, dann bin ich vermutlich einer von Millionen, die sich damit beschäftigen. Damit stelle ich keine Gefahr da. Ich habe keine Möglichkeit, irgendwelchen Interessen zu schaden. Das dachte ich nur für eine kurze Zeit, als ich die Twitter-Meldungen von Carlos im Webarchiv entdeckte.

Natürlich war es auch nicht „normal“, dass ich glaubte, die Welt durch diese Veröffentlichung in irgend einer Form verändern zu können. Mittlerweile ist mir klar, dass jeder, den es interessiert, bereits wissen kann, welche „Sauereien“ in der Politik passieren. Erpressungen, Bestechungen, Diffamierung politischer Gegner oder Andersdenkender, politisch motivierte Morde, „False-Flag-Aktionen“, völkerrechtswidrige Kriege zur Durchsetzung geopolitischer oder wirtschaftlicher Interessen… Die Liste des „Unvorstellbaren“ ist unvorstellbar lang. Aber die Beweise liegen offen da. Die normalen Medien bringen sie zwar nur in homöopathischen Dosen und noch dazu ziemlich „weichgespült“ an die Öffentlichkeit, doch wer mehr wissen will, dem steht das Internet ja offen. Man kann sich sehr schnell ein eigenes Bild machen. Ob man das will ist eine ganz andere Sache. Es ist wahrscheinlich einfacher, weiter in seiner „Matrix“ zu leben und deren Annehmlichkeiten zu genießen, als sich mit der Ohnmacht auseinander zu setzen, die einen zwangsläufig überfällt, wenn man sich mit diesen Dingen beschäftigt.

Es ist frustrierend, wenn man sich überlegt, welche Möglichkeiten die Menschheit heute hätte, wenn man den technischen Fortschritt nutzen würde, um die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. Möglicherweise geht das chinesische Projekt der neuen Seidenstraße in die richtige Richtung. Die Chinesen haben hier offensichtlich das bisher größte Infrastrukturprojekt aller Zeiten auf die Beine gestellt. Insbesondere auch in Afrika besteht dadurch die Hoffnung, endlich die Unterentwicklung zu beenden. Doch auch andere Nationen könnten davon profitieren. Leider treten Deutschland und Brüssel hier noch auf die Bremse. Dabei wäre eine nachhaltige Entwicklung auf der ganzen Welt für alle eine Win-Win-Situation.

Stattdessen werden immer noch Billionen von Dollar für Krieg und Vernichtung ausgegeben, nur weil sich die Masse der Menschen von wenigen Psychopathen manipulieren lässt, die ihren Machthunger und ihre Gier mit Gewalt befriedigen wollen. Doch was kann man dagegen tun, wenn diese Menschen über nahezu unbegrenzte finanzielle Mittel verfügen. Und wenn dann auch noch Militär, Polizei, Geheimdienste und Medien auf deren Seite stehen, bleiben nur noch wenige Möglichkeiten.

Ich weiß, dass nicht nur die westlichen Ländern, auf die ich mich hier konzentriere geostrategische oder wirtschaftliche Interessen in anderen Ländern haben. Doch während die politischen Verfehlungen anderer Staaten in unseren Medien scharf verurteilt und sanktioniert wurden, werden die westlichen Verbrechen häufig verharmlost und relativiert.

Ich habe auch gelernt zu unterscheiden, zwischen den Verantwortlichen für diese Politik und der Bevölkerung in den jeweiligen Ländern. Was mich fürchterlich ankotzt, ist ausschließlich die menschenverachtende Politik der Regierungen in diesen Ländern und deren willfährige Unterstützung von weiten Teilen unserer Medien. Ich bewundere sogar viele Menschen in Amerika und Israel, wie sie versuchen, sich trotz aller drohender Repressalien und medialen Druck gegen die herrschenden Verhältnisse zu wehren. Es erfordert heute viel Mut, die israelische Politik zu kritisieren. Für Deutsche hat das natürlich nochmal eine ganz andere Problematik, als für alle anderen Nationen. Doch finde ich, gerade wir Deutsche sind besonders in der Pflicht, nicht wegzuschauen, wenn Menschen unterdrückt und vertrieben, oder in Ghettos eingesperrt werden. Die Zustände im Gazastreifen, der meiner Ansicht nach mittlerweile nichts viel Anderes ist, als ein riesiges Freiluftgefängnis müssen schrecklich sein. Und den Palästinensern in den besetzten Gebieten im Westjordanland geht es anscheinend auch nicht viel besser. Die Besatzungspolitik der israelischen Regierung kann und sollte kritisiert werden. Das hat, wie ich finde absolut nichts mit Judenhass oder Antisemitismus zu tun. Wir dürfen nicht akzeptieren, dass versucht wird, jede Diskussion darüber zu unterbinden und jeder Kritiker mit dem Antisemitismushammer niedergeknüppelt wird. Ich bin der Meinung, wenn wir diese Form der Unterdrückung auch noch mit finanziellen Mitteln und mit Waffenlieferungen unterstützen, machen wir uns mitschuldig an der Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung. Da greift auch unsere besondere Verantwortung für Israel aufgrund unserer Vergangenheit nicht. Man kann doch die israelische Zivilbevölkerung unterstützen und trotzdem die Politik ihrer Regierung kritisieren. Wir haben doch auch kein Problem damit die russische Regierung für ihre „Annektion“ der Krim zu kritisieren, obwohl wir uns gegenüber Russland mindestens genau so schuldig fühlen müssten, nachdem alleine im zweiten Weltkrieg weit über 25 Millionen Sowjetbürger getötet wurden. Dabei wurde die Bevölkerung der Krim sogar noch gefragt, was sie möchte und hat sich mit überwältigender Mehrheit für eine Wiedervereinigung mit Russland ausgesprochen. Bei den Wahlen 2018 haben über 90% der Krim-Bevölkerung für Putin gestimmt. Warum kann man das nicht respektieren? Ist es das wirklich wert, einen Wirtschaftskrieg mit Russland zu provozieren? Lassen wir uns da nicht in etwas hineintreiben, dass weder den Interessen der Krim-Bevölkerung noch unseren eigenen dient?  Eigentlich könnte man doch den Anschluss der Krim an Russland (im Gegensatz zu dem gegen Putsch in der Ukraine gegen eine gewählte Regierung) als einen Akt der Demokratie betrachten. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass die Palästinenser irgendwann mal danach befragt wurden, was sie wollen und ob es ihnen Recht ist, wenn sie von ihrem Land vertrieben werden und ihre Häuser abgerissen werden.

Auch die Kritik an der US-Politik muss möglich sein, ohne dass man als Amerikahasser abgestempelt wird. Natürlich gibt es viele tolle Errungenschaften in den USA. Obwohl ich mittlerweile glaube, dass es mit der Freiheit und der Demokratie in den USA schon mal besser aussah. Und die aggressive und imperialistische Außenpolitik der USA finde ich absolut verurteilungswürdig. Das kann man auch nicht mit der Rolle der USA als Weltpolizist rechtfertigen. Dazu verfolgen sie zu sehr ihre eigenen Interessen. Auch als Hüter von Freiheit und Demokratie haben sie sich spätestens disqualifiziert, als sie demokratische Regierungen gestürzt und durch diktatorische Regime unterstützt haben. Auch ihre Zusammenarbeit mit autoritären Regimen wie Pakistan oder Saudi-Arabien spricht nicht unbedingt dafür, dass es ihnen um Freiheit und Demokratie geht. Wer das noch glaubt, der muss wirklich mit sehr großen Scheuklappen durch die Welt gehen. Es gibt auch in den USA sehr viele Menschen, die mit dieser Art der Politik nicht mehr einverstanden sind. Vermutlich ist die Friedensbewegung in den USA viel stärker als bei uns in Deutschland. Doch es sieht aus, als wäre es in den USA egal, welche Partei gewählt wird. Es hat soweit ich weiß schon lange keinen Präsidenten gegeben, der keinen Krieg geführt hat.

Ich glaube sogar, dass viele Menschen damals Obama gewählt haben, weil sie mit der aggressiven Politik von Bush absolut nicht einverstanden waren. Dass Obama den Hoffnungen, die in ihn gesetzt wurden nicht entsprochen hat und Bushs Politik im Großen und Ganzen fortgeführt hat war für viele möglicherweise eine Überraschung. Denn obwohl Obama den Friedensnobelpreis erhielt, war seine Politik alles andere als friedlich. Die Ausweitung des Drohnenkrieges, mit dem vermutliche Terroristen im Ausland (und auch öfters mal Zivilisten, die sich in der Nähe befinden) getötet werden, Unterstützung von gewaltsamen Regime-Changes, wie zum Beispiel in der Ukraine, oder auch die Kriege in Libyen und Syrien gehen wohl auf sein Konto. Ich glaube mittlerweile, dass die Macht des US-Präsidenten in der Bevölkerung überschätzt wird. Die Macht der Finanz-, und Rüstungsindustrie sowie der Geheimdienste ist offensichtlich mittlerweile so groß geworden, dass es jedem Präsidenten schwerfallen dürfte, seine Vorstellungen einer Politik zu verwirklichen, wenn sie den Interessen dieser Kreise widerspricht.

Obwohl ich im US-Wahlkampf zu Barney Sanders gehalten hatte, habe ich sogar in Trump eine Chance gesehen. Hillary Clinton halte ich für eine kriegstreiberische und korrupte Psychopathin, die auch nicht davor zurückschreckt, Menschen, die ihr gefährlich werden könnten aus dem Weg zu räumen. Man muss nur mal nach Clinton-Leichen googeln, um eine  Fälle zu finden, in denen Menschen gestorben sind, bevor sie gegen Clinton aussagen wollten. https://deutsch.rt.com/meinung/54457-schon-wieder-clinton-leiche/. Ich bin mir noch nicht mal sicher, ob nicht auch an den Pädophilie-Vorwürfen gegen Bill Clinton etwas dran ist. Wenn man Aussagen von Roland Bernard oder auch

Anneke Lucas (eine ehemalige Sex Sklavin nach ihren Aussagen ebenso, wie viele anderen Mädchen missbraucht wurde, seit sie sechs Jahre alt war)  glauben kann, gibt es ohnehin einen recht illustre Gesellschaft, die sich die Zeit mit Pädophilie und sogar Kinderopfern vertreibt. Im Falle von Clinton sind die Verbindungen zur Pädophilenszene über Jefrey Epstein und seinen Lolita-Express, wie ich finde, schon recht gut belegt. Ich bin mir noch nicht mal sicher, dass hinter dem Pizzagate-Skandal nicht auch ein Fünkchen Wahrheit ist. In den geleakten Mails von John Podesta sind schon merkwürdige Sätze zu finden. Wer schreibt denn z. B.  „Do you think i’ll do better playing dominos on cheese than on pasta“.  Es gibt im Internet eine Code-Tabelle für Synonyme im Bereich der Pädophilie. Danach steht Dominos für Fesselspiele, chees für ein kleines Mädchen und Pasta ist ein kleiner Junge. Wenn man die Mail von Herrn Podesta mit dieser Tabelle übersetzt, dann macht es schon mehr Sinn. Auch die „Künstlerin Biljana Djurdjevic, die Johne Podesta als eine seiner Lieblingskünstlerin benannt hat ist sehr vielsagend. Jeder kann sich mal ihre „Kunstwerke“ ansehen, in denen häufig gewalttätige Pädophilie dargestellt wird. Beweise sind das natürlich keine. Aber die Beweisführung will und kann ich von hier aus auch nicht erbringen.

Das würde an dieser Stelle auch zu weit führen. Jeder kann sich selber informieren, wenn ihn das Thema interessiert. Der Rapper Farid Bang, der zusammen mit Kollegah einen Echo erhalten hat und dadurch einen regelrechten Shitstorm ausgelöste, da ihre Texte angeblich antisemitisch sind, hat auch schon angeboten, dass er jedem Journalisten, der sich mal objektiv mit dem Thema Pizzagate beschäftigt 25.000 € bezahlt. Ich habe mich schon gefragt, ob die Texte der Rapper wirklich der Grund für diese Hetzjagd ist. Aber ich bleibe hier lieber bei der Politik, da alles andere so unglaublich ist, dass man sich sehr lange mit den Themen beschäftigen muss, um sich vorstellen zu können, dass in diesen Kreisen nichts unmöglich ist. Die von Wikileaks veröffentlichten Emails haben ja schon ans Licht gebracht, wie Hillary mit allen Mitteln versucht, ihre Ziele zu erreichen. So zum Beispiel auch, wie der Wahlkampf von Sanders durch die Demokraten zugunsten Clinton behindert wurde. Ich glaube, wenn Sanders die Vorwahlen gegen Clinton gewonnen hätte, dann wäre er auch US-Präsident geworden. Doch die Machenschaften von Clinton sind vermutlich in den USA noch bekannter als bei uns. Vermutlich war Clinton die einzige Gegenkandidatin, gegen die Trump gewinnen konnte.

Trotz aller persönlichen Schwächen, die Trump wie kein anderer verkörpert habe ich letztendlich dennoch sogar in seiner Wahl eine Chance für eine Veränderung gesehen. Er hat sich im Wahlkampf klar für ein besseres Verhältnis mit Russland ausgesprochen und auch den Eliten in den USA den Kampf angesagt. Beides fand ich als ausgesprochen positiv. Ich frage mich immer noch, was an einer guten Beziehung der USA zu Russland negativ sein soll. Das kann doch nur diejenigen stören, die unbedingt den kalten Krieg fortführen wollen – aus welchem Grund auch immer. Weiterhin hat er im Wahlkampf versprochen, sich nicht in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen und keine Interventionskriege zu führen. Es klang alles recht vielversprechend.

„Die heutige Zeremonie, jedoch, hat eine ganz besondere Bedeutung. Denn heute übergeben wir die Macht nicht nur von einer Regierung an die andere oder von einer Partei an die andere, sondern wir nehmen die Macht von Washington D.C. und geben sie an euch, das Volk, zurück. Zu lange hat eine kleine Gruppe in der Hauptstadt unseres Landes von der Regierung profitiert, und das Volk hat die Kosten getragen. Washington blühte, aber das Volk hat nichts von dem Reichtum gehabt. Politikern ging es gut, aber die Arbeitsplätze wanderten ab und die Fabriken schlossen. Das Establishment schützte sich selbst, aber nicht die Bürger unseres Landes. Ihre Siege waren nicht eure Siege, ihre Triumphe waren nicht eure Triumphe. Und während sie in der Hauptstadt unseres Landes feierten, gab es für Familien am Existenzminimum in unserem ganzen Land wenig zu feiern.

All das ändert sich hier und jetzt. Denn dieser Augenblick ist euer Augenblick.

Amerikaner wollen tolle Schulen für ihre Kinder, sichere Wohngegenden für ihre Familien und gute Jobs für sich selbst. Dies sind gerechtfertigte und vernünftige Forderungen von rechtschaffenen Menschen und einer rechtschaffenen Öffentlichkeit. Doch für zu viele unserer Bürger gibt es eine andere Realität: Mütter und Kinder, die in unseren innerstädtischen Problemvierteln in Armut gefangen sind; verrostete Fabriken, die wie Grabsteine über die Landschaft unserer Nation verstreut liegen

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Wir werden uns bei den Nationen der Welt um Freundschaft und Wohlwollen bemühen, aber wir tun dies in dem Verständnis, dass es das Recht aller Nationen ist, ihre eigenen Interessen vornanzustellen. Wir streben nicht danach, jemandem unsere Lebensweise aufzuzwingen, sondern, sie als Beispiel leuchten zu lassen.“

http://www.faz.net/aktuell/politik/trumps-praesidentschaft/trump-rede-im-wortlaut-dieses-massaker-amerikas-endet-hier-und-jetzt-14709309.html

Aber an dem heftigen Gegenwind, der Trump entgegenschlägt sieht man doch, wie schwer es ein Präsident hat, wenn er sich mit den Eliten bzw. dem tiefen Staat anlegt. Offensichtlich schlägt der sogenannte „Tiefe Staat“ gerade mit aller Kraft zurück. Der letzte Präsident, der versucht hat, sich gegen den „Tiefen Staat“ und die Geheimdienste zu stellen, war Kennedy. Ein ähnliches Ende wie es Kennedy ereilte hatte ich auch für Trump erwartet, wenn er versucht, seine Versprechungen umzusetzen. Doch hier wurde viel raffinierter vorgegangen. Durch das permanente Bashing in den Medien ist es für Trump mittlerweile nahezu unmöglich geworden, seine Versprechungen aus dem Wahlkampf umzusetzen, geschweige denn, das Verhältnis zu Russland zu normalisieren. Auch wenn er Anschuldigungen (und seien sie noch so begründet) am Verhalten der Medien äußert, dann wird ihm nicht mehr geglaubt. Letztendlich befürchtete ich fast, dass er zu einer Art Sündenbock aufgebaut wird, dem man es auch in die Schuhe schieben kann, wenn wieder mal ein Land angegriffen werden soll.

Es bleibt spannend und ist wie ich finde von ausschlaggebender Bedeutung für die zukünftige geopolitische Entwicklung, wie sich dieser inneramerikanische Machtkampf weiter entwickelt.

Allerdings sieht es bereits so aus, als hätte  er anscheinend auch seinen Kurs um 180 Grad gedreht. Es scheint so, als ob er die „Arbeit“ seiner Vorgänger fortsetzen möchte und auch in das eine oder andere Land einfallen wird. Nordkorea und Iran stehen da aktuell wieder sehr hoch im Kurs.

Auch der Raketenbeschuss von Syrien zeugte davon, dass Trump, genau wie seine Vorgänger, es mit dem Völkerrecht nicht so genau nimmt. Für die Giftgasangriffe Khan Sheikhoun in , die der Auslöser dieses Angriffs waren, ist meiner Ansicht nach Assad genau so wenig verantwortlich, wie für die Giftgaseinsätze 2013 in Ghouta. Es gibt genügend westliche Experten und Journalisten, wie Seymour Hersh, Theodore A. Postol vom MIT, oder auch die ehemalige Chefanklägerin des internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag und Chefin der UNO-Untersuchungskommission für Syrien Carla del Ponte, die das bestätigen.

Carla del Ponte:

„Was sich bei unseren Ermittlungen gezeigt hat ist, dass das (Giftgas) von den Rebellen eingesetzt wurde und wir haben überhaupt keinen Hinweis, dass die syrische Regierung chemische Waffen eingesetzt hat.“

https://www.youtube.com/watch?v=PH4FXKDcNOs

Doch auch, wenn ich nach den von Trump angeordneten Raketenangriffen meine Hoffnung in eine veränderte US-Politik aufgegeben haben, bin ich überzeugt davon, dass es mit Hillary Clinton zumindest in Syrien noch stärker eskaliert wäre. Ich halte sie für eine ausgesprochen gefährliche Psychopathin. Es gibt schon mehrere Berichte über Todesfälle von Menschen, die ihr oder ihrer Karriere möglicherweise hätten gefährlich werden können.

Der letzte mir bekannte merkwürdig Todesfall im Umfeld der Clintons war der angebliche Selbstmord des ehemaligen haitianischen Regierungsvertreters Klaus Eberwein. Er starb am 11.07.2017. Genau eine Woche vor seiner geplanten Zeugenaussage gegen die Clinton-Stiftung. Dabei hat er sich angeblich lange darauf gefreut, mit der Clinton-Stiftung abrechnen zu können, die sich nach seiner Auffassung skrupellos an der von Seuchen heimgesuchten Bevölkerung Haitis bereichert hat. Von Eberwein ist auch die Aussage übermittelt: „Die Clinton-Stiftung, das sind Verbrecher, sie sind Diebe, sie sind Lügner, sie sind eine Schande“.

Charles Ortel, ein bekannter Rechnungsprüfer von der Wallstreet nannte die Clinton-Stiftung nach einer Analyse den „größten Betrug aller Zeiten“.

Auch der ehemalige stellvertretende FBI-Direktor James Kallstrom hat keine besonders gute Meinung von den Clintons. In seinen Augen sind sie Teil einer Verbrecherfamilie und ihre Stiftung ist eine „Jauchegrube“.

Doch auch vor Eberwein sind schon mehrere Personen gestorben, die den Clintons möglicherweise hätten gefährlich werden können. Beispielhaft seien hier nur John Ashe, Vince Foster oder Seth Rich genannt. Ash starb auf dubiose Weise kurz vor einer Zeugenaussage, bei der es um illegale Geldtransfers an das Kommitee der US-Demokraten ging. Vince Foster, ein Mitglied von Clintons Anwaltskanzlei, starb unter merkwürdigen Umständen, als er im White-Water Fall gegen die Clintons aussagen sollte. Seth Rich war ein Mitarbeiter des DNC (Demokratischen Nationalkomitees). Er wurde während des US-Wahlkampfes 2016 erschossen. Assange, der Gründer von Wikileaks, hat anschließend eine Belohnung zur Ergreifung der Täter ausgesetzt. Es wird vermutet, dass Seth Rich die Person war, die Wikileaks die Emails zugespielt hat, durch die sich herausstellte, dass im Vorwahlkampf Barney Sanders von den Demuokraten ganz massiv zugunsten Clintons behindert wurde. Dieser „Hack“ wurde später den Russen in die Schuhe geschoben, wofür es aber niemals Beweise gab.

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt von merkwürdigen Todesfällen im Umfeld der Clintons. Zero Hedge (ein Portal für Finanznachrichten) hat daraus folgende Schlussfolgerung gezogen:

„„Man kann es Verschwörungstheorie, Zufall oder einfach nur Pech nennen, aber jedes Mal, wenn jemand in der Lage ist, Hillary Clinton durch Zeugenaussagen vor Gericht zu Fall zu bringen, dann wird er tot aufgefunden.“

Manche „Zeugensterben“ sind schon bemerkenswert. Auch im NSU-Fall oder im Fall des Kinderschänders Dutroux war die Todesfallquote unter den Zeugen unwahrscheinlich hoch. In beiden Fällen gab es auch Spekulationen, über einflussreiche Hintermänner, die kein Interesse an einer restlosen Aufklärung der Fälle haben konnten.

Ich habe sehr viel Zeit, damit verbracht, Informationen zu sammeln und zu versuchen die Hintergründe von politischen Entscheidungen zu verstehen. Insbesondere hat es mich interessiert, wie es zu den folgenden Kriegen kommen konnte, und womit diese begründet wurden. Dazu habe ich auch alternative Nachrichtenquellen genutzt um die unterschiedlichen Standpunkte kennen zu lernen und dann versucht, mir ein eigenes Bild zu machen. Dabei habe ich leider immer wieder feststellen müssen, dass die Darstellung der politischen Ereignisse in unseren sogenannten „Mainstream-Medien“ häufig sehr fragwürdig war. Entweder wurden wichtige Informationen komplett unterdrückt, oder die Ereignisse wurden tendenziös und einseitig dargestellt. Von Objektivität und Neutralität war bei einigen Themen wenig zu merken. Betroffen von dieser Art der Berichterstattung waren bemerkenswert oft außenpolitische Themen. Natürlich gab es auch in diesem Bereich immer mal wieder sehr gute Berichte und Reportagen in unseren traditionellen Medien. Einige davon werde ich hier auch noch ansprechen. Doch leider waren es große Ausnahmen und sie gingen oft im Meer der täglichen Meinungsmache unter.

Ich hatte irgendwann gelesen, dass spätestens seit der Operation Mockingbird (geheimes Projekt des US-Außenministeriums zur Medienbeeinflussung) die US-Geheimdienste und (wie man vom ehemaligen AP-Chef Tom Curley weiß) auch das Pentagon ganz massiv Einfluss auf die Berichterstattung der Medien nahmen. Angeblich waren (bzw. sind) 27000 Pentagon-Mitarbeiter nur damit beschäftigt, die öffentliche Meinung im Interesse des Pentagons zu beeinflussen. Nach Recherchen von AP wurden dafür auch gefakte Berichte erstellt und den Medien zugespielt. Durch diese Informationen, die ich leider ohne alternative Medien auch nie erfahren hätte, obwohl sie mittlerweile sogar in Wikipedia steht, ist mir Einiges klarer geworden.

Im Buch „Gekaufte Journalisten“Udo Ulfkotte hat ein ehemaliger FAZ-Mitarbeiter sozusagen „aus dem Nähkästchen geplaudert. Er beschreibt, wie er selber damals korrumpiert wurde und zeigt, wie viele seiner Kollegen immer noch mit unterschiedlichsten Methoden dazu gebracht werden, dass zu schreiben, was Politiker oder Geheimdienste von ihnen erwarten. Von Ulfkotte erfährt man unter anderem auch, dass den Journalisten vom Geheimdienst fertige Artikel vorgelegt werden, unter die sie nur noch ihren Namen setzen müssen. Ulfkotte bereut heute seine damalige Arbeit, weil sie, wie er sagt, auch dazu beigetragen hat, Kriegsvorbereitungen zu unterstützen. Auch mit vielen seiner Ansichten insbesondere in Bezug auf Asyl und Migranten nicht übereinstimme, so finde ich seinen Mut bemerkenswert, mit dem er hier den Mainstreammedien den Kampf angesagt hat. Ein etwas humorvolleres Herangehen an das Problem lieferte die Kabarettsendung „Die Anstalt“ in ihrer Ausgabe am 29.04.2014. Dort wurden sehr schön die Verstrickungen unserer Medien in Politik und Wirtschaft aufgezeigt.

Auch die Interviews bei Youtube mit Volker Bräutigam, einem ehemaligen Tagesschausprecher waren für mich sehr aufschlussreich. Herr Bräutigam hat es sich zur Aufgabe gemacht, die einseitigen und manipulative Berichterstattung in den öffentlich rechtlichen Medien, insbesondere auch in der Tagesschau, aufzudecken. Er hat schon hunderte von Programmbeschwerden eingereicht, die allerdings größtenteils mit einer sehr fragwürdigen Argumentation abgewiesen wurden. Volker Bräutigam sagte zu den Gründen dieser einseitigen und manipulativen Berichterstattung: „Es gilt, die Zustimmung der deutschen Bevölkerung zu gewinnen für diese gefährliche Provokation, es gilt, die deutsche Hemmschwelle vor Krieg und Mord zu senken.“

Ich denke mittlerweile, das (neben den undurchsichtigen Machenschaften der Geheimdienste) die Medien eines der Hauptproblem sind. Sie gefährden meiner Meinung nach durch ihre massive Einflussnahme auf die öffentliche Meinung die Demokratie. Wie wir am Beispiel des ehemaligen Bundespräsidenten Wulff sehen konnten, haben die Medien die Macht selbst hochrangige Politiker problemlos aus dem Amt zu treiben, wenn sie mit ihrem Verhalten zu einer Bedrohung für die Ziele bestimmter Kreise werden. Wulff ist meiner Meinung nach einer unglaublichen Hexenjagd zum Opfer gefallen. Im Nachhinein hat sich dann herausgestellt, dass von den Anschuldigungen gegen ihn nichts haltbar war. Er wurde freigesprochen und bekam eine Entschädigung. Vielleicht kann man ihm vorwerfen, dass er sich zu Beginn der Hexenjagd auf ihn ein wenig dumm angestellt hat. Vermutlich hat er das Ausmaß der Aktionen gegen ihn unterschätzt. Doch wegen Dummheit wurde bisher normalerweise noch nie ein Politiker aus dem Amt entfernt. Natürlich sollten Politiker keine kostenlosen Leistungen von Wirtschaftsbossen annehmen und auch die Pressefreiheit nicht in Frage stellen. Aber Wulffs Anruf bei der Bildzeitung war sicherlich kein hinreichender Grund um eine solche Hetzjagd zu starten und die Korruptionsvorwürfe stellten sich im Nachhinein trotz eines riesigen Untersuchungsaufwands als haltlos heraus. Ich vermute, dass seine Ablehnung der Bankenrettung und des ESM der Hauptgrund für seine Entmachtung waren, da es dabei um viele Milliarden ging, die den Banken zu Lasten der Steuerzahler zugespielt wurden. Nachdem ich mir seine Lindauer Rede angehört hatte, konnte ich mir vorstellen, dass er damit für einige Verunsicherung im Finanzsektor gesorgt hat. Auch mit seine kritischen Äußerungen bezüglich der Entscheidungsfindung in der Politik, hat er sich sicherlich nicht viel Freunde gemacht. Er war der Meinung, dass das Parlament wieder stärker in wichtige Entscheidungen eingebunden werden müsse. Das ist natürlich ein sehr gefährlicher Wunsch für unsere Eliten und könnte deren neoliberalen Ziele in Frage stellen.

In seiner Rede sagte er unter anderem:

„Auf dem Deutschen Bankentag hatte ich den Finanzsektor bereits gewarnt. Wir haben weder die Ursachen der Krise beseitigt, noch können wir heute sagen: Gefahr erkannt – Gefahr gebannt. Wir sehen tatsächlich weiter eine Entwicklung, die an ein Domino-Spiel erinnert: Erst haben einzelne Banken andere Banken gerettet, dann haben Staaten vor allem ihre Banken gerettet, jetzt rettet die Staatengemeinschaft einzelne Staaten. Da ist die Frage nicht unbillig: Wer rettet aber am Ende die Retter? Wann werden aufgelaufene Defizite auf wen verteilt beziehungsweise von wem getragen?“

..

„Ich verstehe, dass viele nicht nachvollziehen wollen, dass Bankmanager zum Teil exorbitant verdienen, dass aber zugleich Banken mit Milliarden gestützt werden. Und Trittbrettfahrer in der Finanzwelt spekulieren weiterhin darauf, von der Politik und damit letztlich von Steuerzahlern aufgefangen zu werden – weil sie zum Beispiel zu groß sind und zu relevant für den gesamten Wirtschaftskreislauf.“

..

„Zuerst: Politik muss ihre Handlungsfähigkeit zurückgewinnen. Sie muss sich endlich davon lösen, hektisch auf jeden Kursrutsch an den Börsen zu reagieren. Sie muss sich nicht abhängig fühlen und darf sich nicht am Nasenring durch die Manege führen lassen, von Banken, von Ratingagenturen oder sprunghaften Medien. „

http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Christian-Wulff/Reden/2011/08/110824-Wirtschaftsnobelpreistraeger.html

Ich finde es sehr gefährlich, wenn Politiker, die sich kritisch äußern, befürchten müssen, einer solchen medialen Hetzjagd zum Opfer zu fallen. Das ist meiner Meinung nach eine Bedrohung für die freie Meinungsäußerung und damit auch für unsere Demokratie. In unserer Zeit kann jede kleine Verfehlung oder jeder ungeschickte Kommentar eines Politikers durch die Medien zu einer Diffamierungskampagne genutzt werden und sowohl seine Karriere als auch sein Privatleben bedrohen. Da kann sich vermutlich jeder vorstellen, wie leicht unsere Politiker erpressbar sind, wenn man über viele Jahre ihre Telefonate und ihr Surfverhalten speichert. Dass dies sogar bei hochrangigen Politikern, wie unserer Bundeskanzlerin geschieht, haben wir bereits durch den mutigen Einsatz von Snowden erfahren. Jeder Besuch auf einer zweifelhaften Website, wie zum Beispiel einem Datingportal oder einer Pornoplattform kann ebenso zur Diffamierung einer Person genutzt werden, wie eine flapsige Bemerkung über andere Personen während einem Gespräch mit einem Freund. Die Kinderbilder, die Herr Edathy mal im Internet bestellt hat, sind ein gutes Beispiel. Niemand sprach anschließend mehr über seine Hartnäckigkeit im Untersuchungsausschuss zur NSU-Affäre, mit der er sich offensichtlich bei einigen Personen in Ungnade gefallen ist. Ich befürchte leider, dass der Großteil unserer Politiker problemlos unter Druck gesetzt werden können, wenn sie sich nicht systemkonform verhalten. Die Frage ist, welcher Politiker noch standhaft bleibt, wenn er vor die Wahl gestellt wird, einen lukrativen Job zu behalten und vielleicht noch ein paar tausend Euro für irgendwelche gutbezahlten Vorstandspöstchen dazu zu verdienen, oder persönlich diffamiert und öffentlich vernichtet zu werden. Es ist, insbesondere dann, wenn man vielleicht noch Familie hat sicherlich keine leichte Entscheidung. Ich vermute, alleine weil es vielen Politikern bewusst ist, was passieren kann, wenn sie sich gegen das System stellen, überlegen sie sich das mindestens zweimal.

Auch ich muss, obwohl ich mich mittlerweile schon seit fast drei Jahrzehnten intensiv damit beschäftige, immer wieder überlegen, welche Informationen echte Fakten sind und welche nur Fakes, die in die Welt gesetzt werden um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass nur von unseren westlichen Medien tendenziös berichtet wird. Irgendwann habe ich ein wenig Gefühl dafür bekommen, was glaubhaft ist und was nicht. Außerdem gab es auch die Möglichkeit, bei Zweifeln im Internet gezielt zu recherchieren. Viele Informationen findet man sogar schon in Wikipedia, obwohl natürlich auch die dortigen Informationen manchmal mit Vorsicht zu genießen sind. Diese Recherchen waren zwar manchmal mühsam und langwierig, aber sie verringerten die Gefahr, auf falsche Informationen hereinzufallen.

Durch Youtube und die vielen dort hochgeladenen Berichte und Interviews mit hochrangigen Politikern oder Journalisten, wurde mir vieles klarer. Es war so, als hätte ich es erst persönlich aus dem Mund der Insider hören müssen, um es wirklich glauben zu können.

Natürlich kann man trotzdem nie ganz ausschließen, dass man irgendwelchen Fakes oder Propagandainformationen zum Opfer fällt. Ich lasse mich auch heute noch gerne eines Besseren belehren, wenn ich mich hier vielleicht in irgendwas verrannt habe, was nicht stimmt.

Mittlerweile werden es immer mehr Personen aus dem öffentlichen Leben, die sich politisch positionieren. Gute Beispiele dafür sind Xavier Naidu, oder Lisa Fiz. Doch solange es noch Einzelfälle sind, schafft der Mainstream es noch, ihre Stimme zu unterdrücken, oder sie durch Diffamierungen unglaubwürdig zu machen bzw. in die Schmuddelecke zu schieben. Entweder kommt dann wieder der Vorwurf des Verschwörungstheoretikers oder sie werden in die rechte Ecke geschoben. Das hindert vermutlich noch viele andere Menschen, die ihrem Meinung teilen daran, diese auch öffentlich zu äußern. Ich denke wir befinden uns momentan an einer entscheidenden Stelle. Schafft der Mainstream es noch, diese Welle des Umdenkens zu stoppen, oder bahnt sie sich ihren Weg in die Köpfe der Menschen. Ich befürchte fast, wenn es jetzt nicht passiert, dann wird es nie passieren. Es gibt schon genug Tendenzen, alternative Meinungen im Internet zu unterdrücken. Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ist sicherlich nur ein Versuch. Aber auch Zensuren bei den Kommentarfunktionen in den Mainstreammedien, oder Änderungen in den Suchalgorithmen von großen Suchmaschinen könnten zukünftig verhindern, dass die kritischen Stimmen sich weiterhin ungehindert verbreiten können. Es ist wie ein kleiner Kampf um die Meinungshoheit. Und ich wage nicht, vorherzusagen, wer diesen Kampf gewinnen wird. Denn um es mal ein wenig zugespitzt auszudrücken: „Die Gegner der freien Meinung rüsten sich. Und sie kämpfen mit allen Mitteln um ihre Deutungshoheit.“

Ich glaube, mittlerweile sind auch schon Bestrebungen im Gange, den uneingeschränkten Zugriff auf Informationen zu verhindern oder zumindest zu erschweren.

Vor drei Monaten hat der Internet-Monopolist Google Pläne angekündigt, seinen Usern den Zugang zu „Fake News“ zu erschweren. Seither sind die Besucherzahlen bei den Websites zahlreicher linker, progressiver, Antikriegs- und Bürgerrechtsorganisationen deutlich zurückgegangen.

Am 25. April 2017 hatte Google bekanntgegeben, es habe Veränderungen in seiner Suchmaschine durchgeführt, die Usern den Zugang zu „minderwertigen“ Informationen wie „Verschwörungstheorien“ und „Fake News“ erschweren sollen.

https://www.wsws.org/de/articles/2017/07/28/goog-j28.html

Vielleicht sind wir die einzige Generation, die die Chance bekommt, sich unabhängig und umfassend über politische Ereignisse zu informieren und auch kritische Stimmen unzensiert anzuhören.

Es wäre wichtig, unabhängige Medien zu unterstützen. Es sollte zur Selbstverständlichkeit werden, sich aus mehreren alternativen Quellen zu informieren. Rubikon, KenFM, RT-deutsch, Telepolis oder die Nachdenkseiten finde ich empfehlenswert. Auch dort sollte man kritisch sein. Aber nur wenn man sich umfassend informiert und mehrere Sichtweisen erfährt, kann man sich eine eigene Meinung bilden und verringert die Gefahr, manipuliert zu werden. Denn die Formen der Manipulation und der Propagande, der wir täglich ausgesetzt sind wird, wie ich finde immer perfider und raffinierter. Der Krieg in Syrien ist ein gutes Beispiel. Dort werden Weißhelme mit zig Millionen Dollar subventioniert, obwohl sie sich offensichtlich überwiegend aus Dschihadisten zusammensetzen und ihre Hauptaufgabe zu sein scheint, Propagandavideos zu drehen. Dennoch erhalten diese Männer einen alternativen Nobelpreis und ein Dokumentarfilm über sie wird für einen Oskar nominiert. Es werden Kinder instrumentalisiert, wie Bana al-Abded (Bana aus Aleppo), die angeblich über einen Twitteraccount mit hunderttausenden von Followern (der erste war angeblich ein Journalist von Al-Jazeera) täglich in bestem Englisch über die Gräueltaten berichtet, die sie in Aleppo erlebt. Und es werden offensichtlich Giftgasanschläge gefakt und der Regierung von Assad in die Schuhe geschoben, um ein Eingreifen westlicher Truppen zu provozieren. Es ist schon immer wieder erstaunlich, zu welchen Maßnahmen gegriffen wird, um unkooperative Regierungen zu verteufeln.

Es ist allerdings auch nicht einfach, immer wieder herauszufinden, wie viel Wahrheit in den einzelnen Nachrichten steckt. Dennoch ist es wichtig, dass es Menschen gibt, die versuchen, möglichst viel von der Propaganda aufzudecken. Denn die Alternativem sind erschreckend. Wir werden manipuliert und gegen andere Länder und Regierungen aufgehetzt. Wohin das führt, haben wir in der Vergangenheit bereits erfahren müssen.

Es ist notwendig, wieder eine friedliche Beziehung mit allen Ländern, insbesondere auch mit Russland anzustreben. Ich empfinde es als totalen Nonsens, Russland als Bedrohung zu sehen. Das ist doch nur eine von einigen Interessensgruppen in den USA geschürte Hysterie um wirtschaftliche und geopolitische Ziele durchzusetzen.

Dabei nimmt die Stimmungsmache gegen Russland immer bizarrere Formen an. Kurz nachdem in Groß-Britannien ein Anschlag auf Sergei Skripal (einen ehemaligen russischen Doppelagenten) und seine Tochter verübt wurde, lief die westliche Anti-Russland Propaganda schon wieder auf Hochtouren. Der Grund war angeblich, dass der Anschlag mit „Gift eines Types ausgeführt wurde, der in der Sowjetunion entwickelt wurde“. Ohne irgendwelche Beweise vorzulegen, oder ein glaubwürdiges Motiv zu benennen, stand für viele Politiker und Journalisten sofort wieder mal Putin als der Schuldige fest. Dabei wurde doch sehr schnell klar, dass das Gift durchaus auch von anderer Seite hergestellt worden sein konnte. Der an der Entwicklung beteiligte und später in die USA emigrierte Wissenschaftler Mirsajanow hatte angeblich sogar die Formel bereits in einem Buch veröffentlicht. Es ist unglaubliche, dass hier dennoch ohne weitergehende Untersuchungen bereits politische Konsequenzen gezogen und russische Diplomaten ausgewiesen wurden. Angeblich gab es keine andere plausible Erklärung, als dass der Anschlag von Russland verübt worden ist!? Diese Aussage würde zwar noch nicht mal zur Verurteilung eines Taschendiebes führen, aber unsere Verantwortlichen glaubten, sie wäre ausreichend, um die bereits in Mitleidenschaft gezogenen Beziehungen zu Russland weiter zu demontieren. Schließlich gibt es ja auch noch angebliche Beweise dafür, dass russische Agenten geübt hätten, das Gift an Türklinken anzubringen. Wie bescheuert muss man denn sein, um daran zu glauben? Mal ganz abgesehen davon, dass es schwierig ist, sich vorzustellen, wie zwei Personen beim Verlassen des Hauses ihre Türklinke anfassen, anschließend stundenlang durch die Stadt fahren bzw. laufen, um dann gleichzeitig auf einer Parkbank zusammen zu brechen. Dass sie sich beide anschließend auch wieder erholen, ist noch ein weiterer eher unwahrscheinlicher Aspekt. Es ist einfach nur unglaublich – im wahrsten Sinne des Wortes. Aber angeblich gäbe es keine andere Erklärung, als dass Russland dahinter steckt. Ein Motiv wird da nicht benötigt – der Glaube versetzt Berge, oder, verschärft ohnehin schon angespannte Situationen.

Dabei gab es durchaus Motive für den Mord, die in eine ganz andere Richtung weisen könnten. Es sah zum Beispiel so aus, als hätte Skripal für Orbis-Intelligenze gearbeitet, der Firma von Christopher Steele, der das von den US-Demokraten finanzierte Dossier über die angeblichen Trump-Kontakte nach Russland erstellt hatte. Vielleicht wusste Skripal, dass die Anschuldigungen in dem Dossier nicht der Wahrheit entsprachen und wurde deshalb beseiitigt. Möglicherweise wurde auch, durch die Nutzung von Nowitschok, absichtlich eine Spur nach Russland gelegt um Russland die Schuld zuzuschieben und damit vom wahren Täter abzulenken. Wenn es so wahr, wären damit sprichwörtlich „zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen worden“. Natürlich ist das auch nur eine Theorie. Aber sie ist mindestens so plausibel, wie die Theorie, dass Russland den Anschlag verübt haben soll, um die dadurch entstehende antirussische Stimmung im Wahlkampf zu nutzen. Wie verrückt muss man denn sein, um auf so ein hanebüchenes Motiv zu kommen?

Fast noch getoppt wurde der Fall Skripal durch den angeblichen Mord an Arkadi Babtschenko. Er wurde angeblich vor seiner Wohnung in Kiew erschossen. Sofort ging wieder eine riesige Medienkampagne los und die russische Regierung wurde beschuldigt, den Mord an dem Kreml-Kritiker beauftragt zu haben. Es wurde auch schon in einigen Medien über den notwendigen Boykott der WM nachgedacht. Doch schnell stellte sich heraus, dass Babtschenko lebt und der ukrainische Geheimdienst seine angebliche Ermordung nur inszeniert hatte. Angeblich um einem tatsächlichen Mordanschlag zuvor zu kommen. Ich kann das aber nicht glauben. Schon alleine deswegen nicht, weil hier ein alter Bekannter wieder seine Finger im Spiel hatte. Anton Geraschenko, der schon beim Abschuss der MH17 kurz nach dem Absturz „wusste“, dass der Flieger von einer russischen BUK abgeschossen wurde postete dieses Mal den angeblichen Mord umgehend auf Facebook.

Ich vermute, dass irgend etwas schief gegangen ist. Vielleicht gab es Aufnahmen oder Zeugen des Schauspiels, die es notwendig gemacht haben, hier wieder zurück zu rudern. Ich kann mir gut vorstellen, dass es andernfalls wieder zu verschärften Sanktionen gegen Russland gekommen wäre. Es wurden natürlich gleich wieder vergleichbare Todesfälle aufgelistet für die ebenfalls angeblich Russland verantwortlich sein soll. Ich weiß überhaupt nicht, ob die russische Verantwortung auch nur in einem einzigen Fall wirklich belegt ist.

Was durch diese Aktionen erreicht werden soll, kann man nur erraten. Vielleicht wird ein Feindbild benötigt, um die steigenden Rüstungsausgaben zu rechtfertigen. Möglicherweise steckt der militärisch-industrielle Komplex dahinter, vor dem schon Eisenhower gewarnt hat. Vielleicht soll aber auch eine engere Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland unmöglich gemacht werden. TODO umformulieren

Was auch immer der Grund sein mag. Ich halte es auf jeden Fall für einen großen Fehler, aufgrund dieses Zwischenfalls und in Anbetracht dieser dürftigen Beweislage einen weiteren Keil zwischen Russland und Westeuropa zu treiben. Diese Maßnahmen sind auf jeden Fall kontraproduktiv und schaden unseren Interessen ganz massiv. Ich halte auch immer noch die ganze Hysterie über die „Annektion“ der Krim für total überzogen. Es wird weder berücksichtigt, dass es vorher zu einem vom Westen unterstützten Putsch gegen eine demokratisch gewählte Regierung in der Ukraine gab, noch dass die Mehrheit der Krim-Bevölkerung für diesen Anschluss an Russland gestimmt hat. Ich finde, da sind von westlicher Seite in den letzten Jahren und Jahrzehnten viel gravierendere Völkerrechtsbrüche begannen worden. Wie die Stimmung auf der Krim gegenwärtig ist, erkennt man doch auch daran, dass bei den Präsidentenwahlen über 90% der Krim-Bevölkerung für Putin gestimmt haben. Will man unter diesen Umständen wirklich die Krim mit Gewalt wieder in die Ukraine eingliedern. Ich wage mir die Konsequenzen überhaupt nicht auszumalen. Man sollte sich damit abfinden, dass der Plan, die Ukraine mitsamt der Krim auf die westliche Seite zu ziehen fehlgeschlagen ist. Deswegen weiterhin Sanktionen gegen Russland zu verhängen ist in meinen Augen absolut sinnlos und bringt überhaupt nichts.

Mal ganz abgesehen davon, dass ich es ausgesprochen unpassend und peinlich finde, dass nur gut 75 Jahre nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion und über 25 Millionen sowjetischer Kriegsopfer, schon wieder ein russisches Feindbild in unsere Köpfe eingeimpft werden soll. Ich schäme mich wirklich für diese Politik.

Es ist in meinen Augen eine interessensgeleitete Politik, um zu verhindern, dass Russland wieder zu einem wichtigen geopolitischen Akteur wird.

Und wir hier in Deutschland lassen uns hier mit hineinziehen. Obwohl sowohl Brzezinski, als auch der Stratfor Gründer Georg Friedmann sehr deutlich die Interessen der USA beschrieben hat.

„Das Hauptinteresse der vereinigten Staaten im vergangenen Jahrhundert waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Weil sie vereint die einzige Macht sind, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse galt sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt.“

https://www.youtube.com/watch?v=93evBMAVmNA

Dennoch lassen wir uns immer noch von den USA zu Sanktionen gegen Russland nötigen, die uns weh tun, während USA die Sanktionen, die ihre Interessen berühren einfach aufheben.

Wir sollten dankbar sein, dass Russland unter Gorbatschow die deutsche Wiedervereinigung ermöglicht hat. Dafür gab es auch die Zusicherung, dass sich die Nato nicht weiter nach Osten ausdehnt. Doch das wurde nicht eingehalten. Stattdessen stationieren wir schon wieder Panzer in der Nähe der russischen Grenze. Nicht weit weg von St. Petersburg (damals noch Leningrad), wo während dem 2. Weltkrieg durch die deutsche Blockade der Stadt ca. 1 Million Zivilisten systematisch verhungern gelassen wurden.

Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, ist der Fall Skripal schon wieder in den Hintergrund gerutscht und sowohl Politiker, als auch die Medien konzentrieren sich auf einen neuen, noch viel spektakuläreren Fall von westlichem Irrsinn.

Nach einem angeblichen Giftgasangriff, im syrischen Duma, für den sofort wieder die syrische Regierung verantwortlich gemacht wurde, eskaliert (wieder mal) die politische Situation. Es gab weder Beweise, noch ein Motiv dafür, dass die Verantwortung für diesen Anschlag bei der syrischen Regierung lag. Warum sollte Assad kurz vor dem Rückzug der Rebellen aus Duma nochmal Zivilisten vergiften, obwohl er doch weiß, dass einige westliche Staaten nur darauf warten, einen Grund für ein militärisches Eingreifen zu finden. Das stinkt doch förmlich nach einem erneuten „False-Flag“ der sogenannten „Weißhelme“, deren Verbindung mit den Terroristen und Finanzierung aus dem Westen mittlerweile schon mehrfach belegt wurde. Auch andere Propagandavideos der Weißhelme sind schon seit längerem im Netz zu finden. Ich verstehe nicht, warum diese Organisation immer noch als glaubwürdige Quelle gilt. Es sei denn, man will unbedingt konstruierte Beweise für die Schuld Assads haben um ein Eingreifen zu rechtfertigen und den Regime-Change vielleicht doch noch irgendwie durchzuziehen. Im Internet sind jedenfalls bereits wieder genügend Berichte und Videos aufgetaucht, die darauf hindeuten, dass es überhaupt keinen Giftgasangriff gab. Reporter, die vor Ort waren haben Ärzte und Anwohner interviewt und konnten keine Anzeichen eines Gasangriffs feststellen. Trotz all dieser Zweifel an der westlichen Version und kurz bevor die OPCW-Mitarbeiter, die den Vorfall untersuchen sollten, am Ort des Geschehens ankamen, um den Vorfall zu untersuchen schlossen sich USA, Groß-Britannien und Frankreich zusammen und bombardierten in der Nacht vom 13. auf 14. April 2018 syrische Ziele. Das war ein klarer Bruch des Völkerrechtes und eine unglaubliche Aggression auch in Richtung Russland. Angeblich handelte bei den Zielen um Forschungseinrichtungen für Chemiewaffen in Damaskus sowie ein Chemiewaffenlager in der Nähe von Homs. Vermutlich ist es aber nur eine Lüge, um vor der kritischen Bevölkerung diesen völkerrechtswidrigen Angriff zu rechtfertigen. Denn wenn es wirklich Chemiewaffenlager gewesen wären, dann würde das bedeuten, dass die Angreifer eine Giftgaskatastrophe in diesen Großstädten in Kauf genommen hätten.  Es ist nicht so, dass ich es diesen Aggressoren nicht zutrauen würde, doch hätte es sicherlich den Verlust der letzten Zustimmung in der Bevölkerung zur Folge. Nach syrischen Angaben handelte es sich bei einem der Ziele um eine Arzneimittelfabrik, was mir viel plausibler erscheint, weil es in die Destabilisierungspolitik passen würde. Schließlich sind auch schon die Sanktionen, die verhindern, dass Arzneimittel, Nahrungsmittel und Maschinen in das Land kommen offensichtlich darauf angelegt, eine Notlage in der syrischen Bevölkerung zu erzeugen und einen Regierungswechsel zu erzwingen. Ich frage mich, wann endlich mal die Verantwortlichen für solche Verbrechen zur Verantwortung gezogen werden. Dieses Mal hat es anscheindend zumindest keine Todesopfer gegeben. Doch das rechtfertigt diese Vorgehensweise dennoch nicht. Solidaritätskundgebungen mit Assad, die nach den Bombardierungen spontan in Syrien stattfanden, deuten ohnehin darauf hin, dass die Angriffe es nicht schaffen, die Stimmung in der syrischen Bevölkerung, die nach Aussage von TODO immer noch in ihrer Mehrheit hinter Assad steht, zu kippen. Trotz der Umstrittenheit dieses Angriffes und der eindeutigen Völkerrechtsverletzung steht unsere Regierung natürlich hinter den Angreifern. Zwar haben wir uns nicht militärisch beteiligt, doch unser Verständnis und unsere Solidarität zum Ausdruck gebracht. Es ist wirklich zum verrückt werden. Die Foren explodieren förmlich vor Kommentaren, die dieses Vorgehen verurteilen. Doch helfen tut es offensichtlich nichts. Die Regierung hat sich (wieder mal) deutlich von dem Willen der Bevölkerung abgesetzt und leckt mal wieder die transatlantischen Stiefel. Es ist wie man so schön sagt „The same procedure as every year“.

Heute ist der 11. Mai 2018 und es sieht mittlerweile stark danach aus, dass der schon lange geplante Krieg gegen den Iran nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Vor wenigen Tagen hat der israelische Ministerpräsident Netanjahu in einer billigen Inszenierung versucht, zu belegen, dass der Iran sich nicht an das Atomabkommen halten würde. Das wurde aber sogar von der zuständigen Atomenergiebehörde, die regelmäßige Kontrollen durchführt, bestritten. Im Gegensatz zu den USA hält sich der Iran 100 prozentig an das Abkommen. Dennoch wird offensichtlich alles unternommen, um den Konflikt zu eskalieren. Angriffe von Israel auf iranische Stellungen in Syrien finden ohnehin schon regelmäßig statt. Nachdem Trump das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt hat, eskaliert das Ganze. Es war aber eigentlich absehbar, seitdem in den USA Menschen wie Bolton (Sicherheitsberater) und Pompeo (Außenminister) wieder was zu sagen haben.

Mittlerweile hat Bolton angeblich sogar schon zugegeben, dass das Ziel der US-Regierung ein Regime-Change im Iran ist. Die Iraner werden da natürlich vorher nicht gefragt. Angeblich wollen die USA zu diesem Zweck die Volksmudschahedin unterstützen, die im Iran aber als Terroristen und Feinde der Nation gesehen werden. Selbst in den USA und in Europa wurden die Volksmudschahidin bis vor wenige Jahre als Terrororganisation geführt. Also mal wieder die richtigen Partner für die USA um das nächste Land gewalttätig ins Chaos zu stürzen.

Da es ja nicht der erste geplante Regime-Change der USA ist, ist die weitere Entwicklung  leider vorhersehbar. Die iranische Bevölkerung tut mir heute schon leid und man kann ihnen eigentlich nur empfehlen, rechtzeitig aus dem Iran zu fliehen, bevor es zu spät ist.

Ich habe schon am 9. Mai in einem Kommentar bei Spiegel-Online geschrieben, dass ich prophezeihe, dass in Kürze ein angeblicher Angriff des Irans auf Israel stattfinden wird, der aber vermutlich vom Mossad inszeniert sein wird.

Mein Kommentar vom 09.05.2018 Spon http://www.spiegel.de/politik/ausland/was-europa-jetzt-tun-muss-um-den-iran-deal-zu-retten-kommentar-a-1206924.html

Ich  befürchte, es wird wieder einen Krieg geben

Netanjahu steht doch schon in den Startlöchern. Er und Liebermann haben bereits die Erlaubnis der Knesset ohne weitere Rücksprache einen Krieg zu erklären. Angriffe auf iranische Stellungen in Syrien sind bereits auf der Tagesordnung. Drohungen von Seiten Netanjahus, sowohl Assad auszuschalten als auch hart gegen den Iran zuzuschlagen, sollte es zu einem iranischen Angriff aus Syrien kommen, stehen auch bereits im Raum. Heute wurde auch schon die Bevölkerung in Israel vor einer Zuspitzung des Konfliktes gewarnt.
Ich betätige mich ja eigentlich ungern als Prophet. Aber diesmal versuche ich es einfach mal. Ich glaube, dass es in nicht allzu langer Zeit zu einer (angeblichen) Attacke des Irans auf Israel kommt. Vermutlich wird der Mossad das als False-Flag-Aktion selber ausgelöst haben. Beweise, dass der Angriff vom Iran kommt wird es nicht geben, aber die werden ja auch heutzutage nicht mehr benötigt. Dass der Iran alles abstreitet und auch die letzten Jahrhunderte (soweit mir bekannt ist) keinen Krieg gegen andere Länder begonnen hat wird ignoriert. Die angebliche Gefahr iranischer Atomwaffen wird hochgespielt und ein Präventivschlag gegen den Iran wird als „alternativlos“ dargestellt. Sowohl die USA als auch unsere Regierung stellen sich aus Solidarität hinter Israel. Die Folgen – für mich leider unabsehbar…..

http://www.spiegel.de/forum/politik/us-ausstieg-aus-iran-abkommen-europas-stunde-thread-749645-11.html#postbit_64923230

In der Nacht vom 9. auf den 10.5 fanden dann massive israelische Angriffe auf iranische Stellungen in Syrien statt. Begründung war (wen wundert es) ein angeblicher Raketenangriff der Iraner auf die Golanhöhen. Angeblich wurden aus Syrien 20 Raketen abgeschossen, von denen aber keine das Ziel erreichte. Die Iraner bestreiten natürlich diesen Angriff. Doch genau wie vorhergesagt, glaubt man natürlich nicht ihnen, sondern (wider jeder Vernunft) der israelischen Version. Ich bin mir allerdings auch nicht mehr sicher, ob es sich wirklich (wie ich es in meinem Kommentar am Vortag vermutet habe) um einen False-Flag Angriff handelt. Es könnte auch sein, dass von israelischer Seite nur behauptet wurde, dieser Angriff hätte stattgefunden. Beweise dafür wurden keine vorgelegt und es sind offensichtlich heutzutage auch keine mehr notwendig um massive „Vergeltungsschläge“ zu starten, ohne dafür verurteilt zu werden.

Unsere Politiker (wie z. B. Herr Maas) verurteilen die israelische Aktion natürlich nicht, sondern bestätigen nur, dass Israel das Recht zur Selbstverteidigung habe. Es ist nur noch lächerlich, was hier passiert.

Der bekannte Filmregisseur Oliver Stone hat das mal schön auf den Punkt gebracht:

Oliver Stone:

Die USA, Israel und Saudi-Arabien halten an ihrem Vorhaben fest, Syrien zu spalten, den Iran zu vernichten und darüber hinaus den gesamten Nahen Osten auf „kreative Weise“ zu zerstören.

Ich frage mich manchmal wirklich, womit die Politiker unter Druck gesetzt werden, oder welche Vorteile sie sich versprechen, damit sie solche mehr als zweifelhaften und völkerrechtswidrige Aktionen auch noch unterstützen. Aber wenn man sieht, wie schwer es Politiker, Wissenschaftler oder Journalisten haben, wenn sie versuchen, sich gegen den transatlantisch geprägten Mainstream zu stellen, dann kann man vielleicht verstehen, dass viele sich das nicht antun wollen. Es ist sicherlich viel einfacher, auf der Welle mit zuschwimmen, als dagegen anzukämpfen.

Aber was kann man ändern, damit sich so etwas in Zukunft nicht wiederholt?

Ich bin mittlerweile der Meinung, dass eine repräsentative Demokratie nicht mehr die Interessen der Bevölkerung vertritt. Es gibt Untersuchungen, die belegen, dass Menschen mit viel Geld auch einen viel höheren Einfluss auf die Politik ausüben, als normale Bürger. Zwar darf jeder alle vier Jahre mal zwei Kreuzchen machen, doch auf die Politik hat das doch kaum noch einen Einfluss. Das sieht man doch schon daran, dass mit einer SPD, die für eine soziale Politik steht, der größte Sozialabbau in der deutschen Geschichte durchgeführt wurde. Und mit den Grünen, die für eine Friedens- und Umweltpolitik gewählt wurden, beteiligten wir uns an dem Kosovo-Krieg. Es sieht für mich stark danach aus, als wären die Parteien unterwandert, oder entscheidende Personen in ihren Reihen korrumpiert. Wie anders ist es sonst vorstellbar, dass Parteien wie die Grünen oder die SPD ihren ursprünglichen Zielen diametral zuwiderhandeln. Es ist schon zynisch, dass gerade unter einer angeblich sozialen Regierung die Unternehmenssteuern reduziert wurden, geringfügige Beschäftigungsverhältnisse ausgeweitet und Leiharbeit dereguliert wurden. Hartz IV war dann vermutlich nur noch die logische Konsequenz, weil unter den Arbeitsbedingungen die Menschen vermutlich nur noch mit Druck und Repressalien in einen dieser Billigjobs gezwungen werden kann.  Es ist vermutlich kein Wunder und vielleicht sogar verständlich, dass globale Unternehmen und Interessengruppen, die über nahezu unbegrenzte finanzielle Mittel verfügen, diese Mittel auch nutzen um Einfluss auf die Politik zu nehmen. Es wäre erstaunlich, wenn es nicht so wäre. Doch dadurch ist es offensichtlich mittlerweile egal, welche der Parteien in die Regierung kommt. Die Linke möchte ich hierbei vielleicht noch ausnehmen, obwohl ich mir auch da nicht sicher bin, dass nicht schon Parteimitglieder auf irgend einer neoliberalen Einkommensliste stehen. Diese unsoziale Politik führt zu immer mehr Kinder- und Altersarmut. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Ich frage mich, wie lange diese Politik noch funktioniert, ohne dass es zu sozialen Unruhen kommt. Es ist für mich nur schwer verständlich, dass in einem Land, in denen betrügerische Autofirmen schnell wieder Milliardengewinne einfahren können und Banker sich Millionengehälter einstecken, obwohl ihre Banken mit Milliarden von Steuergeldern gerettet werden mussten, während in anderen Gesellschaftsschichten die Menschen sich in Tafeln um Essensreste prügeln müssen. Dennoch lassen wir uns diese Politik weiterhin als alternativlos verkaufen. Und vielleicht ist es ja unter den gegebenen Umständen auch so, weil im Rahmen der EU ein Wettbewerb innerhalb der einzelnen Mitgliedsländer installiert wurde, der dafür sorgt, dass Unternehmen dorthin gehen, wo die Bedingungen am Besten sind. Das heißt wo die Löhne und Unternehmenssteuern am niedrigsten sind. Dass diese Praktik nur den global agierenden Unternehmen nützt und nicht den Arbeitnehmern in den einzelnen Ländern dürfte nicht schwer zu verstehen sein. Die Konsequenzen dieser Politik sieht man ganz deutlich an Griechenland, wo die aufgezwungene Austeritätspolitik ein ganzes Land in die Armut getrieben hat. Wenn Europa nicht an der Unzufriedenheit über diese Umstände scheitern soll, dann muss hier umgehend etwas unternommen werden um diese Missstände zu beseitigen.

Es gibt darüber hinaus noch viele weitere Probleme, die meiner Meinung nach gelöst werden müssten. Die wachsenden Ungleichheit in der Bevölkerung ist sicherlich eines davon.

Dass Menschen, wenn sie pflegebdürftig werden in die Sozialhilfe getrieben werden, obwohl sie ihr Leben lang gearbeitet haben ist ein weiteres Problem, das ich zur Zeit hautnah mitbekomme. Trotz Pflegeversicherung ist im Pflegeheim eine monatliche Zuzahlung von ca. 1800 € erforderlich. Das können viele Pflegebedürftige von ihrer Rente nicht bezahlen. Wenn die Ersparnisse aufgebraucht sind, müssen  Zuschüsse vom Sozialamt beantragt werden. Und nicht nur das. Gleichzeitig müssen die Menschen miterleben, wie der Staat auch mit Forderungen an ihre Kinder herantritt. Es muss unglaublich frustrierend und bedrückend sein, das zum Ende seines Lebens noch miterleben zu müssen.

Die Altersarmut ist sicherlich ein weiteres Problem, dass langsam auf uns zu rollt. Ich glaube, vielen Menschen ist noch gar nicht bewusst, dass sie auch bei einem relativ normalen Einkommen später in die Altersarmut abrutschen werden. Dennoch hat unsere Regierung nichts wichtigeres zu tun, als Banken zu retten, die sich verzockt haben.

Wir schaffen es noch nicht mal, Steueroasen in Europa trocken zu legen und dafür zu sorgen, dass globale Unternehmen oder Superreiche ihre Steuern zahlen. Doch vielleicht ist das auch kein Wunder, wenn man weiß, dass im Bundestag mehr Lobbyisten ein- und ausgehen, als Abgeordnete.

Nur so ist meiner Meinung nach auch zu erklären, dass es nicht möglich ist, Dinge durchzusetzen, die eindeutig eine Mehrheit der Bevölkerung hinter sich haben. Es ist offensichtlich viel wahres dran an dem Spruch „Geld regiert die Welt“. Leider ist es mittlerweile anscheinend sogar so, dass Lobbyisten die oftmals sogar  eigene Interessen haben  hohe Ämter bekommen ( wie z.B. Gesundheitsminister Jens Spahn http://www.neulandrebellen.de/2018/04/jens-spahn-ein-lobbyist-nein-doch-nein-doch-oh/)

Dadurch ist es anscheinend mittlerweile auch ziemlich egal, wer gewählt wird. An der Politik ändert sich dadurch kaum noch etwas. Deshalb habe ich auch nur noch ein sehr begrenztes Vertrauen in unsere „repräsentative Demokratie“ Ich bin überzeugt davon, dass ein Großteil der Politiker ihre Entscheidungen nicht mehr nach bestem Wissen und Gewissen treffen, sondern nur noch die Interessen von mächtigen Großkonzernen und deren Lobbyisten oder von transatlantischen Interessengruppen vertreten.

Ich stimme hier ausnahmsweise mal mit Horst Seehofer überein, der angeblich sagte:

„Diejenigen, die entscheiden sind nicht gewählt – und die, die gewählt sind haben nichts zu entscheiden.“

Wir haben so große technische Fortschritte gemacht. Wir können in den Weltraum fliegen oder auch  Gene manipulieren. Es ist uns sogar mittlerweile möglich, die gesamte Erde innerhalb von wenigen Minuten unbewohnbar zu machen. Ob das sinnvoll ist, diese Macht Menschen zu überlassen, deren Berechenbarkeit in Frage gestellt werden muss, lassen wir mal dahingestellt. Traurig ist aber, dass es anscheinend trotz allem Fortschritt und fast unbegrenzten technischen Möglichkeiten anscheinend nicht möglich ist, in einem hoch entwickelten Land zu verhindern, dass Kinder hungern müssen und alte Menschen in Mülleimern nach Essen suchen.

Ich finde,  es sollte auch das Ziel der Politik sein, die immer extremeren Unterschiede zwischen Arm und Reich in den Griff zu bekommen.

Vielleicht benötigen wir wirklich wieder mehr direkte Demokratie. Natürlich muss man dann aufpassen, dass die Politik nicht von Springer oder Bertelsmann gemacht wird. Aber dieses Problem haben wir doch auch jetzt schon. Richtungsweisende Entscheide sollte man per Volksabstimmung treffen.

Ich fände sogar ein System interessant, das ähnlich wie der Wahlomat funktioniert. Dort könnte man regelmäßig entscheidende Fragen beantworten lassen und die Stimmung in der Bevölkerung einholen. Dieses Ergebnis müsste dann natürlich auch zu einem gewissen Grad verpflichtend für die Regierung sein.

Perspektivisch könnte ich mir sogar ein pyramidenförmig strukturiertes System vorstellen, in dem die Entscheidungen diskutiert und getroffen werden. Eventuell könnten je nach Bedeutung der Entscheidung von der Basis aus die Entscheidungen nach oben delegiert werden. Wobei natürlich auch an der Basis in den Gruppen entschieden wird, wer auf der höheren Hierarchie die Meinung der Gruppe vertritt. Entscheidungen müssen immer mehrheitlich getroffen werden. So könnte man möglicherweise die Schwarmintelligenz nutzen um bessere und unkorrumpierbare Entscheidungen zu treffen. Eine Regierung wäre dann nur noch dazu da, um diese Entscheidungen umzusetzen. Natürlich ist das noch eine Utopie. Aber die technischen Möglichkeiten sind, wie ich finde, bereits vorhanden.

Es fehlt aber wahrscheinlich der Wille ein solches System umzusetzen.

Denn vermutlich würde dieses System auch einiges in eine Richtung verändern, die manchen der jetzigen Eliten nicht gefallen würde.

Doch ich befürchte, wenn das jetzige System sich so weiterentwickelt, wie in der Vergangenheit, wird es kein gutes Ende nehmen.

Was wir eigentlich bräuchten, ist auf nationaler Ebene mehr direkte Demokratie und auf internationaler Ebene eine wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den den BRICS-Staaten, der USA und Europa um eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung zu erschaffen. Die aktuelle Konfrontationspolitik ist absolut kontraproduktiv. Das chinesische Projekt der „Neuen Seidenstraße“  ist, wie ich finde ein Schritt in die richtige Richtung und sollte Hoffnung machen, dass Kriege und Ausbeutung irgendwann wirklich mal überwunden sind. Vielleicht ist es eine neue „softe“ Form des Imperialismus. Doch ich denke, dieses Projekt ist für alle Beteiligten eine Win-Win Situation. Und es kommt vollkommen ohne Kriege, Regime-Changes und ähnlichen Perversitäten aus.

Doch ich befürchte, die strategische Weitsicht, um die Chance eines solchen Projektes zu sehen, fehlt bei uns noch. Solange transatlantische neoliberale und neokonservative Psychopathen mit ihrer aggressiven Politik das Sagen haben und in Russland und China eher eine Bedrohung sehen, als einen potentiellen Partner bei der Errichtung einer neuen und besseren Welt, wird sich diese Hoffnung nicht erfüllen. Es sieht eher aus, als würden unsere Führungseliten noch längere Zeit in dem irrigen Glauben verharren, unseren „westlichen Werte“ müssten unbedingt dem Rest der Welt aufgezwungen werden. Sei es auch nur, um ein System mit Gewalt am Leben zu erhalten, das sich eigentlich mittlerweile schon überlebt hat und sich nur aufgrund andauernder Resourcenkriege weiter besteht. Ich befürchte, wenn hier nicht umgehend etwas gravierendes passiert, dann wird das kein gutes Ende nehmen.

Aber vielleicht bin ich ja wirklich nur ein bisschen verrückt und sehe alles falsch. Ich würde mir wirklich wünschen, dass es so ist.

Weitere Informationen

Lesenswerte Bücher

„Illegale Kriege“ von Daniele Ganser

Daniele Ganser, ein schweizer Historiker beschreibt die illegalen Kriege der USA

Eine geballte Ladung von Kriegslügen und illegalen Kriege von USA und Nato der letzten Jahrzehnte. Unverzichtbar, wenn man mal abseits der Mainstreampresse ein Blick auf die Hintergründe und Ursachen der Kriege werfen möchte. Daniele Ganser räumt hier gründlich auf, mit der Vorstellung, dass es sich bei diesen Kriegen um humanitäre Einsätze für Freiheit und Demokratie geht.

Wer sich bisher noch nicht intensiv dieser Thematik beschäftigt hat, wird anschließend die Welt mit anderen Augen sehen.

„Bekenntnisse eines Economic Hit Man“ von John Perkins

John Perkins beschreibt seine Arbeit als EHM. Ein hochbezahlter Experte, dessen Aufgabe es war, die Länder auf der ganzen Welt um Billionen Dollar zu betrügen. Er riskierte sein Leben, um dieses Buch zu schreiben und die Machenschaften einer Korporatokratie (Vereinigung von Wirtschaftsbossen, Regierungen und Banken) aufzudecken, die auch nicht davor zurückschreckten, Präsidenten anderer Länder zu ermorden, wenn sie nicht kooperierten.

Die Mittel der EHM waren Bestechung, Wahlmanipulationen, betrügerische Finanzmanipulationen, Erpressung. Wenn sie nicht weiterkamen griffen die „Schakale“ ein, deren Aufgabe es war die Probleme mit Gewalt aus dem Weg zu räumen. Scheiterten auch die griff das Militär ein. Das Ziel war (und ist) die Schaffung eines weltweiten Imperiums im Auftrag der USA.

Unter anderem schreibt er in seinem Buch, dass der ecuadorianische Präsident Jaime Roldós (ebenso wie kurz darauf der panamaische Präsident Omar Torrijos) durch Auftragskiller der CIA ermordet worden ist, weil er sich nicht bestechen lassen wollte und sein Plan zur Neuordnung des Kohlenwasserstoff-Sektors die amerikanischen Interessen an ecuadorianischem Erdöl bedroht habe.

Ein unglaublicher Blick auf die dunkle Seite der Macht.

https://www.amazon.de/Bekenntnisse-eines-Economic-Hit-Wirtschaftsmafia/dp/3442154243#reader_3442154243

https://de.wikipedia.org/wiki/Bekenntnisse_eines_Economic_Hit_Man

„Der schmutzige Krieg gegen Syrien“ von Tim Andersen

„Krieg und Chaos in Nahost: Eine arabische Sicht“ von Aktham Suliman

auch interessant, ein Interview mit ihm bei KenFM

https://youtu.be/VpOOFoV3r0Q

„Wer den Wind sät“ von Michael Lüders

Geheimakte NGOs von William Engdahl

„Die CIA und das Heroin – Weltpolitik durch Drogenhandel „ von Alfred W. McCoy

„Lügen die Medien?“ von Jens Wernicke

„Amerikas Kriege“ von Paul Craig Roberts

https://www.weltbuch.com/buch/politik-und-gesellschaft/amerikas-kriege/

Sehenswerte Filme und Videos

Oliver Stone – Die Geschichte Amerikas (auf Youtube)

Oliver Stone – Snowden (2016)

Why we fight – Amerikas Kriege

Economic Hit Man -Doku (Der Film zum Buch „Bekenntnisse eines Economic Hit Man“ von John Perkins)

Es begann mit einer Lüge – Hintergründe zum Kosovo-Krieg

WDR-Film Aktenzeichen 11 9 ungelöst. Lügen und Wahrheiten zum 11. September 2001

9/11 – Einsturz eines Lügengebäudes (Mathias Bröckers)

Monitor (ARD) Die Hintermänner von 9/11: Das Geheimnis der „28 pages“

Internet-Links

Hintergründe zum Krieg gegen den Irak 1990/91

https://www.hintergrund.de/globales/kriege/das-komplott-der-cia-mit-kuweit-was-sagte-eigentlich-april-glaspie-zu-saddam/

Kosten des Irak-Krieges 2003

http://www.tagesspiegel.de/politik/kosten-fuer-irak-krieg-400-millionen-dollar-pro-tag/1189330.html

Hintergründe zum Libyen Krieg

Störfaktor Gaddafi (von Daniela Dahn)

https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/juli/stoerfaktor-gaddafi

ARD Monitor Reportage über die geostrategischen Hintergründe des Ukraine Konflikts

https://youtu.be/Yj4D7rLdqHc

Woher kamen die Todesschüsse Maidan

https://www.heise.de/tp/features/Woher-kamen-die-Todesschuesse-3630949.html

Die Anstalt: „westliche Propaganda im Ukraine Konflikt“

https://m.youtube.com/watch?v=FncQya57Q8Q

Fake News und Propaganda bei WDR, BR und Zeit

https://deutsch.rt.com/programme/451-programme/62199-wdr-br-fake-news-putin-wm-propaganda/

Die Anstalt vom 7. Nov. 2017 „Neoliberalismus und Sozialstaatsabbau“

Wie wir in den Medien manipuliert werden

http://www.nachdenkseiten.de/?p=35490

9/11

Kein Mensch mit Verstand glaubt der offiziellen Darstellung

„Von offizieller Seite wird nach wie vor kolportiert, Feuer hätte das 47-stöckige WTC-7-Gebäude zum Einsturz gebracht – doch das sei technisch unmöglich. So lautet das vor wenigen Tagen veröffentlichte Zwischenergebnis (1) der „WTC 7 Evaluation“-Studie (2), durchgeführt von einem Team von Ingenieuren unter der Leitung von Leroy Hulsey, Professor für Bauingenieurwesen an der University of Alaska Fairbanks.“

ORF-Doku 9/11 Was steckt wirklich dahinter?

https://www.youtube.com/watch?v=NOVyjr8JHbs

CFR – Propagandamatrix

http://www.nachdenkseiten.de/?p=40074

Plüschtierlüge

http://friedensblick.de/12590/mh17-plueschtier-wie-medien-ueber-opfer-verhoehnung-luegen/

Der größte Teil der internationalen Nachrichten in all unseren Medien stammt von nur drei globalen Nachrichtenagenturen aus New York, London und Paris.

Die Schlüsselrolle dieser Agenturen hat zur Folge, dass unsere Medien zumeist über dieselben Themen berichten und dabei sogar oftmals dieselben Formulierungen verwenden. Zudem nutzen Regierungen, Militärs und Geheimdienste die globalen Agenturen als Multiplikator für die weltweite Verbreitung ihrer Botschaften. Die transatlantische Vernetzung der etablierten Medien gewährleistet dabei, dass die gewünschte Sichtweise kaum hinterfragt wird.

https://swprs.org/der-propaganda-multiplikator/

Die Anstalt vom 29.04.2014

Wie die Medien funktionieren

https://youtu.be/nX3urDVrwTE

CIA und das Heroin

http://www.deutschlandfunkkultur.de/alfred-w-mccoy-die-cia-und-das-heroin-die-fatalen-irrtuemer.1270.de.html?dram:article_id=346824

Paranoia in der US-Politik Wer bedrohte hier wen?

Totality

Es war Harry S. Truman, der mit der Direktive JIC 329/1 die US Air Force (USAF) anwies, einen Operationsplan zu entwickeln, mit dem ein atomarer Angriff auf die Sowjetunion durchgeführt werden könnte. Mit einem überraschenden Schlag sollten 30 Atombomben auf diese sowjetischen Städte abgeworfen werden: Moskau, Leningrad, Taschkent, Swerdlowsk, Kuibyschew, Irkutsk, Baku, Kasan, Tiblissi, Tscheljabinsk, Magnitogorsk, Saratow, Nowosibirsk, Omsk, Jaroslawl, Wald, Grosny, Perm, Nowokusnezk und Nischni Tagil. [28]

https://www.rubikon.news/artikel/paranoia-wahn-und-der-dritte-weltkrieg

Aussagen und Reden bekannter Persönlichkeiten

Interview mit Edward Snowden in München 2017.

https://youtu.be/2gFTbKwEwD4

Volker Pisper

humorvoll verpackte Systemkritik

https://youtu.be/HCSz5mzSplk

https://de.sputniknews.com/panorama/20161214313763677-kanadische-journalistin-entlarvt-quellen-wetlicher-medien/

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